Die Schweindorfer machen mobil gegen die vom Ellwanger Energieversorger EnBW ODR in Kooperation mit Schwaben Regenerativ geplanten zwei Windräder im Nördlinger Stiftungswald auf Ederheimer Gemarkung rund 1000 Meter vom Neresheimer Stadtteil entfernt (wir berichteten). Bei einer Informationsveranstaltung in der Karl-Bonhoeffer-Halle am Mittwochabend mit rund 80 Besucherinnen und Besuchern äußerten diese nachdrücklich ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Großprojekt. Auch die Stadt Neresheim habe sich bereits dagegen positioniert, wie Bürgermeister Thomas Häfele mitteilte. Der Windpark würde zu nahe an den Ort heranreichen, die Rotoren der Windräder belasteten die Einwohner durch ihren Schattenwurf und außerdem sei die bisherige Informationspolitik des ODR nicht in Ordnung gewesen, lauten die Hauptargumente.
Gleich zu Beginn erklärte Ortsvorsteher Manfred Kornmann gegenüber dem Vorstand der EnBW ODR, Sebastian Maier, dass Schweindorf grundsätzlich nichts gegen Windräder einzuwenden habe – nur eben nicht an dem geplanten Standort. Dieser sollte im Einklang mit der Bürgerschaft sein und nicht gegen deren Willen. „Planen Sie den Windpark weiter in Norden von Schweindorf entlang der Bundesstraße 466 (Neresheim-Nördlingen)“, empfahl Kornmann. „Dann wäre zwar nicht alles gut, aber wesentlich besser“, so der Ortsvorsteher, der auf einen entsprechenden Beschluss des Ortschaftsrates verwies, in dem die Bedenken gegen das Vorhaben zum Ausdruck kommen.
Schweindorfer gegen Windkraft im Nördlinger Stiftungswald
Maier bekräftigte seinerseits, dass es ein vordringliches Ziel der ODR sei, die regionale Energieversorgung klimaneutral zu gestalten und somit einen Beitrag zum angestrebten Ziel zu leisten, 2045 80 Prozent der Primärenergie CO2-neutral zu erzeugen. Ohne Windkraft werde dies nicht gelingen, zeigte sich der Vorstand überzeugt. Zusammen mit der Photovoltaik sei dies eine ideale Kombination im Transformationsprozess hin zu einer klimaneutralen Energieversorgung.
Er sehe freilich die Bedenken in der Bevölkerung und verstehe diese mitunter auch, sagte Maier. Aber Photovoltaik und Wind seien nun einmal essenzielle Bausteine, dem ambitionierten Ziel wenigstens nahezukommen. Mit den bisherigen hauptsächlich genutzten Energiequellen wäre dies mit Sicherheit nicht zu schaffen. Außerdem sei die ODR angetreten, die Bürger an solchen Projekten in Form von Bürgerenergiegenossenschaften zu beteiligen, um die lokale Wertschöpfung zu stärken.
EnbW-Vorstand Maier widerspricht Kritik aus Schweindorf
Die geäußerte Kritik an der Informationspolitik seines Unternehmens wies Maier zurück: „Wir sind sehr früh dran, Sie zu informieren“, widersprach er dem Vorwurf und betonte, es sei keineswegs sicher, dass der Windpark auch tatsächlich komme. Er benannte in dem Zusammenhang einige klare Ausschlusskriterien: Das Projekt müsse sich wirtschaftlich rechnen, den Artenschutz gelte es einzuhalten und der Regionale Planungsverband Augsburg müsse die vorgesehen Flächen im Stiftungswald auch tatsächlich als geeignet ausweisen, was bisher noch nicht geschehen sei. Treffe ein Kriterium nicht zu, werde eine Umsetzung schwierig bis unmöglich.
Zum Schluss der Veranstaltung ergriff der Forheimer Bürgermeister Andreas Bruckmeier das Wort. Was er sagte, dürfte den Schweindorfern durchaus gefallen haben. Laut Bruckmeier sei nach derzeitigem Stand zu erwarten, dass seitens des Planungsverbandes die betreffenden Flächen im Stiftungswald auf der Gemarkung Ederheim letztendlich gar nicht als geeigneter Standort festgelegt würden. Nach wie vor, so der Bürgermeister, gebe es in dem Gebiet Rotmilane, was der Verband im Zuge des Flächenfortschreibungsverfahrens in den entsprechenden Unterlagen auch angemerkt habe.
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