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Nördlingen: Im Nördlinger Stiftungswald könnten 15 Windräder entstehen

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Im Nördlinger Stiftungswald könnten 15 Windräder entstehen

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    Könnten in Zukunft Windräder im Stiftungswald stehen?
    Könnten in Zukunft Windräder im Stiftungswald stehen? Foto: Ulrich Wagner (Symbolbild)

    Windkraft im Ries? Bislang war das nicht wirklich möglich, in früheren Debatten war sogar die Rede davon, dass der Riesrand nicht "verspargelt" werden dürfe. Doch aufgrund der aktuellen Debatten um die Energieversorgung wird auch die Frage nach der Windkraft in der Region aufgeworfen. Nun beschäftigte sich der Haupt- und Finanzausschuss mit einem Antrag der Grünen/Frauenliste – und die Stadt Nördlingen nennt erste Zahlen.

    Im Februar hatte die Fraktion eine Machbarkeitsstudie von Windenergieanlagen im Stiftungswald beantragt. In dem Zusammenhang gab Oberbürgermeister David Wittner auch Zahlen für mögliche Windräder im Waldgebiet bekannt. Diese wurden auf Grundlage der Windatlanten Bayern beziehungsweise Baden-Württemberg erstellt. Demnach seien – ganz grundsätzlich – im Stiftungswald fünf Windräder auf bayerischem Grund im Bereich Blankenstein möglich, auf württembergischer Seite sogar zehn im Bereich Ohrengipfel. Nach Angaben der Stadt habe man bereits bei den jeweiligen Planungsverbänden angefragt – die Stadt möchte wissen, wie die Voraussetzungen für die Planungen sind. Das dauert aber noch.

    Neue Regionalpläne werden in Bayern und Baden-Württemberg aufgestellt

    Wittner sagte, man sei im Austausch, müsse aber erst die Fortschreibungen des Regionalplans in Bayern abwarten. In diesen Regionalplänen werden grundsätzliche Belange für die bayerischen Regionen festgelegt, der Landkreis zählt hier zur sogenannten Region Augsburg. In diesem Plan ist das Ries aber bislang ein Ausschlussgebiet für die Energienutzung von Windkraft. Im Jahr 2016 wurde die Regelung ein wenig aufgeweicht, am Riesrand wären Windräder möglich, wenn sie vom Ries aus kaum zu sehen wären. In Forheim etwa verhindert dies aber aktuell der Artenschutz.

    Auch in Baden-Württemberg soll ein Regionalplan zur Windenergie aufgestellt werden. Der Beschluss dazu ist gefasst, aktuell gehe es um die Kriterien. Aber wie die Stadt mitteilt, könnten Flächen im Stiftungswald durchaus als Potenzialflächen in Betracht kommen. Bis Ende des Jahres 2023 müsse eine "erste Anhörung zur Aufstellung des gesonderten Regionalplans Windenergie" durchgeführt werden. Dann bestehe für die Stiftung eine gewisse Sicherheit.

    Stadtrat wolle Windkraft im Stiftungswald weiter verfolgen, so Wittner

    Der OB betonte, dass der Stadtrat in seiner Klausur sich darauf verständigt habe, die Nutzung von Windrädern im Stiftungswald weiterzuverfolgen. Doch erstmal müsse man sehen, was die Planungsverbände entscheiden. Daher empfahl Wittner den Antrag abzulehnen, denn ihm sei nicht klar, wofür man Geld ausgeben wolle. Rudi Koulol (Grüne/Frauenliste) warb dennoch für seinen Antrag, denn man verliere Zeit: Man solle agieren statt zu reagieren.

    Gegen die Stimmen von Grüne/Frauenliste wurde der Antrag abgelehnt. Dennoch betonte Gudrun Gebert-Löfflad (Stadtteilliste) unter dem zustimmenden Nicken der anderen Ausschussmitglieder: Sie seien alle dafür, den Klimaschutz voranzubringen, "hier ist keiner dagegen". Doch dieser Antrag laufe eben ins Leere.

    Welche Gebiete im Ostalbkreis für Windräder in Frage kommen könnten

    Der Regionalverband Ostwürttemberg zeigt in einer Karte auf, wo in der Region etwa grundsätzlich Windräder entstehen könnten. Im Ostalbkreis sind dies theoretisch Gebiete rund um Unterschneidheim sowie teilweise in Kirchheim am Ries. Im Hauptort und in Goldburghausen sind es vor allem Gebiete nördlich und östlich der Kernorte. Gänzlich infrage kommen etwa die Bereiche rund um die Ortsteile Dirgenheim und Benzenzimmern. Nur minimale Flächen außerhalb der Orte sind demnach in Bopfingen, Trochtelfingen, Riesbürg und Utzmemmingen sowie Neresheim möglich. Eher noch in Betracht kommen der Karte nach Gebiete um Kösingen und Schweindorf.

    Im ursprünglichen bayerischen Regionalplan war das Ries als Ausschlussregion aufgeführt worden, weil es "unter allen Landschaftsräumen in der Region eine Sonderstellung" einnehme. Windräder würden das charakteristische "Landschaftsbild nachteilig" verändern.

    Auf Anfrage teilt der Regionale Planungsverband mit, dass aktuell "die Suchräume auf der Grundlage eines einheitlichen fachlichen Kriterienkataloges festgelegt" werden – da aber noch keine Kriterien feststünden, könnten auch noch keine Aussagen über künftige Vorranggebiete für Windkraftanlagen gemacht werden. Spätestens bis zum Jahr 2027 soll das neue Windkraftkonzept stehen, heißt es – mindestens 1,8 Prozent der Regionalfläche soll als Vorranggebiet gelten. Ob der Rieskrater Ausschlussgebiet bleibt, und wenn ja, in welchem Umfang, sei aktuell nicht abzusehen.

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