Newsticker

Corona in Deutschland: Gesundheitsämter melden 7595 Neuinfektionen
  1. Startseite
  2. Panorama
  3. Mallorca-Urlauber müssen jetzt zum Corona-Test

Reise

17.08.2020

Mallorca-Urlauber müssen jetzt zum Corona-Test

Risikogebiet Mallorca: Die Einstufung bedeutet, dass für heimkehrende deutsche Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift.
Bild: Clara Margais, dpa (Symbolbild)

Risikogebiet Spanien: Was die Warnung der Regierung für Touristen bedeutet. Im Moment sollen sich noch mehr als 30.000 deutsche Urlauber auf der Insel aufhalten.

Der Einbruch ist jetzt schon historisch. Im vergangenen Jahr haben Mallorca und die anderen Balearen-Inseln 16 Milliarden Euro durch den Tourismus eingenommen. Dieses Jahr sind es noch keine 44 Millionen Euro – und kaum sind die ersten Urlauber nach dem Lockdown zurück, drohen Reisewarnungen wie die aus Deutschland das Geschäft nun endgültig abzuwürgen. Ein Hotelier aus der Hauptstadt la Palma sagt, „in einer Woche oder in zehn Tagen ist hier alles leer“.

Gesundheitsminister Spahn bleibt hart

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigt Verständnis für die schwierige Lage, bleibt in der Sache aber hart. Er wisse, was die Entscheidung der Bundesregierung, mit Ausnahme der Kanaren ganz Spanien auf die Liste der Risikogebiete zu setzen, für Reisebüros oder auch für Spanien selbst bedeute, betonte er. „Aber leider steigen die Infektionszahlen dort stark, zu stark.“ Die Zahl der Neuinfektionen liegt klar über der Grenze von 50 je 100.000 Einwohner, das ist das wichtigste Kriterium für die Entscheidung, ob eine Region oder ein Land als Risikogebiet eingestuft wird. Die Grenze wird auch auf dem Festland gerissen, nur nicht auf den Kanaren. Auf Mallorca sind die Deutschen die wichtigsten Urlaubskunden. Sie stellten im vergangenen Jahr gut 40 Prozent der zehn Millionen ausländischen Gäste. Im Moment sollen sich noch mehr als 30.000 deutsche Urlauber auf der Insel aufhalten.

 

Nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes werden alle Veranstalter in den nächsten Tagen geplante Reisen zu den betroffenen Zielen absagen. Außerdem greift jetzt die Testpflicht bei der Heimkehr: Wer kein negatives Test-Ergebnis dabei hat, muss sich nach der Ankunft in Deutschland testen lassen. Das heißt: Entweder man lässt sich noch im Urlaubsland höchstens 48 Stunden vor der Abreise testen und legt einen Negativ-Nachweis vor. Oder man lässt sich nach Rückkehr in Deutschland testen, was drei Tage lang kostenlos möglich ist.

FDP fordert: Rückkehrer aus Risikogebieten sollen Tests selbst bezahlen

Nach dem Willen der FDP sollen Rückkehrer aus Risikogebieten diese Tests selbst bezahlen. „Wer sich eine Fernreise mitten in der Pandemie ausgerechnet in ein Risikogebiet leisten kann und trotz kostenloser Stornierungsmöglichkeiten nicht umbucht, muss auch das Geld für einen Pflichttest aufbringen“, betonte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Micheal Theurer, gegenüber unserer Redaktion. In einem Sieben-Punkte-Plan für eine neue Teststrategie fordert er unter anderem mehr Tests für Schulen, Kindergärten, Universitäten, Polizeibeamte und medizinisches Personal sowie regelmäßige Wiederholungstests, um die Treffsicherheit zu erhöhen. Nach dem Willen von Spahn dagegen sollen Corona-Tests für Rückkehrer kostenlos bleiben. Er verstehe den Impuls gut nach dem Motto: „Wer sich den Skiurlaub leisten kann, der kann sich auch das gebrochene Bein leisten“, sagte der CDU-Politiker. Das sei aber kein gutes Prinzip. Denn Tests, die etwas kosten, versuchten manche Reisende möglicherweise zu vermeiden. Doch sollten sie ja wahrgenommen werden: „Das schützt uns und das schützt andere.“

 

Österreich stuft von diesem Montag an auch Kroatien als Risikogebiet ein. „Es gibt eine massive Einschleppung des Virus aus Kroatien“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz, der auch Tests direkt an den Grenzen nicht ausschloss. Ein Anstieg der Corona-Zahlen komme nach den Ferienwochen für ihn zwar nicht überraschend, betonte Kurz. Dennoch sei er beunruhigt. „Die aktuellen Zahlen sind besorgniserregend.“

Lesen Sie dazu auch:

Über alle aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus halten wir Sie auch in unserem News-Blog auf dem Laufenden.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren