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Anschlag auf die Synagoge in Manchester mit zwei Toten: So reagiert Großbritannien

Großbritannien

Anschlag auf die Synagoge in Manchester mit zwei Toten: ein Terrorakt „am heiligsten Tag“

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    Mitglieder der jüdischen Gemeinde trösten sich gegenseitig in der Nähe der Synagoge der Heaton Park Hebrew Congregation in Crumpsall, Manchester.
    Mitglieder der jüdischen Gemeinde trösten sich gegenseitig in der Nähe der Synagoge der Heaton Park Hebrew Congregation in Crumpsall, Manchester. Foto: Peter Byrne, PA Wire/dpa

    Ein wackeliges Handyvideo, das vor der Synagoge gefilmt wurde, zeigt Momente des Anschlags. Ein schwarz gekleideter Mann sticht mit einem Messer auf die Fensterscheiben des Gotteshauses im Norden Manchesters ein, offensichtlich in dem Versuch, in das Gebäude einzudringen. Ein Mann, der die Szene beobachtet, warnt: „Er hat eine Bombe!“ Wenige Sekunden später treffen bewaffnete Polizisten ein und geben einige Warnungen ab. „Er hörte nicht auf, also eröffneten sie das Feuer“, berichtet Gareth, ein Augenzeuge, der zur Tatzeit mit seinem Lieferwagen unterwegs war.

    Der Anschlag am Donnerstagmorgen, am Feiertag Jom Kippur, dem heiligsten Tag im jüdischen Kalender, von der Bedeutung vergleichbar mit Weihnachten für Christen, ereignete sich innerhalb weniger Minuten. Ein Mann steuerte vor der Synagoge „Heaton Park Hebrew Congregation“ ein Auto in eine Gruppe ankommender Gläubiger und gegen ein Tor, um auf das Gelände zu gelangen. Anschließend stieg er aus dem Wagen aus, stach auf Anwesende ein und versuchte, in das Gebäude einzudringen. Bewaffnete Beamte erschossen den Angreifer. Neben dem mutmaßlichen Täter wurden bei dem Anschlag zwei Menschen getötet und mehrere verletzt.

    Polizei stuft Angriff auf Synagoge in Manchester als Terrorakt ein

    Bei einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag bestätigte Laurence Taylor, Leiter der Terrorismusbekämpfung bei der Metropolitan Police, dass der Vorfall „als Terrorakt eingestuft“ würde; Spezialteams führten nun die Ermittlungen durch, hieß es. Laut Taylor gab es zwei Festnahmen. Die Identität des mutmaßlichen Angreifers sei bekannt, könne jedoch „aus Sicherheitsgründen” nicht bestätigt werden. Er rief die Bevölkerung auf, wachsam zu bleiben und Verdächtiges zu melden. Zuvor hatte es Stunden gedauert, bis der Tod des Angreifers bestätigt wurde. Hintergrund war die Furcht, er könne einen Sprengstoffgürtel getragen haben. Ein Bombenentschärfungsteam war im Einsatz.

    Viele Mitglieder der Gemeinde waren auf dem Weg zum Gottesdienst, als der Anschlag geschah. Die Gläubigen reagierten bestürzt und verängstigt auf die Tat. Sicherheitskräfte führten eine Gruppe überwiegend älterer jüdischer Männer – teils mit Tränen in den Augen – vom Gelände. Zugleich betonten Anwohner, dass es sich eigentlich um ein sonst tolerantes Viertel handle, in dem Juden und Muslime seit Jahren friedlich zusammenleben – umso größer die Fassungslosigkeit über die Tat.

    Premierminister Keir Starmer verurteilt Attacke in Manchester

    Die Ermittlungen zu Motiv und Hintergründen liefen am Donnerstag weiter. Premierminister Keir Starmer brach seinen Besuch in Kopenhagen anlässlich des Treffens der Europäischen Politischen Gemeinschaft ab, um am Nachmittag einen britischen Krisenstab zu leiten, in dem die Regierung, Polizei und Sicherheitsdienste Sofortmaßnahmen koordinieren. Der Premier verurteilte den Angriff als „absolut schockierend“ und kündigte an, zusätzliche Polizeikräfte an Synagogen im ganzen Land einzusetzen. „Wir werden alles tun, um unsere jüdische Gemeinschaft zu schützen“, sagte er. Auch Andy Burnham, Bürgermeister der Metropolregion Manchester, verurteilte den Angriff „am heiligsten Tag“ der jüdischen Gemeinschaft am Donnerstag als „abscheulich“.

    Zwar ließen sich Jüdinnen und Juden in Großbritannien von Rassisten und Antisemiten nicht einschüchtern, sagte Raphi Bloom, ein Vertreter der jüdischen Sozialorganisation „The Fed“ aus Greater Manchester, der der Gemeinde angehört, nach der Tat. Gleichzeitig forderte er die politische Führung jedoch zu raschem Handeln auf. Seit dem 7. Oktober 2023 erlebe man einen „Tsunami des Antisemitismus”, sagte er. Viele fühlten sich durch anhaltende Angriffe und gezielte Einschüchterungen – sei es bei der Arbeit oder in den sozialen Medien – verunsichert.

    Hans-Jakob Schindler, Experte beim Counter Extremism Project (CEP), einer internationalen Organisation gegen Extremismus, warnte in diesem Zusammenhang vor einer sich verstärkenden Dynamik: Die Zahl antisemitischer Vorfälle nehme deutlich zu; die Entwicklung gehe „von hasserfüllter Rede“ hin zu „tatsächlicher Gewalt“.

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