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Die Sommerzeit naht: Zeit für ein Gespräch mit dem Wecker

Glosse

Die Sommerzeit und der Sound des Schreckens: Was der Raub einer Schlafstunde mit uns macht

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    In aller Offenheit: Du gehst mir auf den Wecker.
    In aller Offenheit: Du gehst mir auf den Wecker. Foto: Elisa Schu, dpa

    Wenn es sich schon nicht verhindern lässt, dass diese Woche auf das Unvermeidliche zusteuert, gipfelnd in einer Raubserie, die Schlafzimmer um Schlafzimmer erfasst, dann muss man das ganze kriminelle Ausmaß auch zu Ende denken. Was ein schlauer Mensch aus Österreich getan und jetzt auf diese Formel gebracht hat: „Der Wecker ist – zugespitzt formuliert – ein Gesundheitsrisiko.“

    Klingt grundsympathisch, der Mann, der Helmut Stadlbauer heißt, Arbeitsmediziner ist und Experte für „Gesunde Arbeitszeiten“. Ausgangspunkt, logisch, ist die mal wieder staatlich verordnete Plünderung einer Schlafstunde in der Nacht auf Sonntag, konkret jene zwischen zwei und drei Uhr. Was dann so harmlos als „Sommerzeit“ daherschleicht, sich aber zunächst gerne in Form eines Dampfhammers über den Köpfen vieler Raubopfer niederlässt.

    Lieber Wecker, du raubst mir zur Sommerzeit eine Stunde Schlaf, aber meine Würde nimmst du mir nicht. Du nicht!

    Stadlbauer hält das Uhrendrehgedöns für Quatsch, weil wider den biologischen Rhythmus des Menschen. Er geht sogar noch einen Schritt weiter: Gesundheitlich betrachtet müsse sich gleich die ganze Arbeitswelt umstellen, das Volk also später ins Büro, dann halt auch später wieder raus. Weil genetisch bedingt nur ein kleiner Teil der Erwerbstätigen um fünf oder sechs in der Früh von allein wach würde. Der Rest benötige lärmende Hilfe vom Nachttisch. Und nun wird auch noch ne Stunde gemopst. Deshalb der Spruch mit dem Wecker und dem Gesundheitsrisiko. Der sommerzeitliche Sound des Schreckens sozusagen.

    Und wie kommen wir aus der Nummer raus? Job wechseln? Auswandern in ein Land, in dem nicht die Uhren umgestellt werden, Island etwa oder Grönland? Oder für den Anfang den Feind zum Freund machen? So vielleicht: Guten Morgen, lieber Beep-beep-beep, du gehst mir zwar auf den Wecker, du raubst mir eine Stunde Schlaf, aber meine Würde nimmst du mir nicht. Du nicht!

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