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Gratis Kartoffeln in Berlin: Das steckt hinter der Rettungsaktion

Lebensmittelrettung

Kartoffeln für alle: In Berlin werden tonnenweise Erdäpfel verschenkt

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    Zahlreiche Menschen haben sich in den vergangenen Tagen bei verschiedenen Verteilaktionen in Berlin beteiligt, um überproduzierte Kartoffeln vor der Tonne zu retten.
    Zahlreiche Menschen haben sich in den vergangenen Tagen bei verschiedenen Verteilaktionen in Berlin beteiligt, um überproduzierte Kartoffeln vor der Tonne zu retten. Foto: Jens Kalaene, dpa

    Gebraten, gestampft, in der Suppe oder als Kloß: Die Deutschen lieben ihre Kartoffeln – und wissen sie auf unterschiedlichste Art und Weise zuzubereiten. Dass in Berlin gerade an einem neuen Kartoffel-Trendgericht getüftelt wird, dafür stehen die Chancen nicht schlecht: Im Rahmen einer Rettungsaktion wurden dort in den vergangenen zwei Wochen tonnenweise Erdäpfel verschenkt.

    Angefangen hat alles mit einer Bestellung. Rund vier Millionen Kilogramm Kartoffeln hatte ein Händler bei einem landwirtschaftlichen Betrieb südlich von Leipzig geordert. Als die Ernte sortiert und eingelagert war, war das Angebot jedoch größer als die Nachfrage – der Marktpreis fiel. Der Verkauf lohnte sich für den Handel schlichtweg nicht mehr, und der Erzeuger blieb auf rund 4000 Tonnen Kartoffeln sitzen.

    Aufgrund von Überproduktion sollten 4000 Tonnen Kartoffeln vernichtet werden

    Finanziell war der Vorgang zwar abgeschlossen, doch für die Ware fand sich kein Abnehmer. Den Knollen drohte die Vernichtung. Um das zu verhindern, taten sich die Berliner Morgenpost und die grüne Suchmaschine Ecosia, die mit ihrem Gewinn Projekte zum Pflanzen neuer Bäume unterstützt, kurz vor Weihnachten zu einer Rettungsaktion zusammen. Ihr Ziel: Möglichst viele Kartoffeln vor der Tonne zu bewahren.

    In einer Halle südlich von Leipzig lagern mehrere Tausend Tonnen Kartoffeln, die aufgrund von Überproduktion nicht abgeholt wurden.
    In einer Halle südlich von Leipzig lagern mehrere Tausend Tonnen Kartoffeln, die aufgrund von Überproduktion nicht abgeholt wurden. Foto: Jan Woitas, dpa

    Ecosia übernahm die Transportkosten von Sachsen in die Hauptstadt, das Zeitungshaus kümmerte sich um die Verteilung vor Ort. Kitas und Schulen, soziale Einrichtungen, Kirchengemeinden, Sportvereine oder auch Nachbarschaftshilfen konnten sich um je eine Tonne Kartoffeln (Sorte Agria, festkochend) bewerben. Mit zwanzig bis dreißig Interessenten habe man damals gerechnet, schrieb Chefredakteur Peter Schink in der Berliner Morgenpost. „Wir dachten: Wer will schon eine Tonne Kartoffeln vor der Tür haben?“ Doch das Echo war enorm.

    Die Berliner Tafel erhielt 20 Tonnen Kartoffeln

    In kürzester Zeit fanden sich über 1300 Menschen, die die Aktion unterstützen wollten. 20 Tonnen gingen an die Berliner Tafel und wurden von dort an mehr als 400 soziale Einrichtungen und 48 Ausgabestellen weitertransportiert. Auch die Leipziger Volkszeitung und die Sächsische Zeitung beteiligten sich, halfen bei der Verteilung an die Tafeln in Sachsen aus. Zudem sollen zwei Laster in die Ukraine fahren. Allein in Berlin wurden innerhalb von zehn Tagen 200 Tonnen Erdäpfel von über 170 Abgabestellen verteilt. Die Gratis-Knollen waren so begehrt, dass sie an vielen Orten bereits nach wenigen Stunden vergriffen waren.

    Ob aus der Spendenaktion ein neues Trendgericht hervorgeht, wird sich zeigen. Vielleicht tauchen ja auf diversen Rezeptblogs bald zahlreiche kreative Knollengerichte auf.

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