Das Boulevardblatt Daily Mail nannte es eine „weihnachtliche Freude für Charles“, andere Zeitungen sprachen – in den Worten des Königs selbst – von „guten Nachrichten“. Die Mitteilung, dass Charles III. fast zwei Jahre nach seiner Krebsdiagnose die Behandlung im neuen Jahr „reduzieren“ kann, bestimmte am Wochenende die Titelseiten quer durch das Vereinigte Königreich. Nach Monaten der Ungewissheit und der spärlichen Updates aus dem Palast klang in vielen Kommentaren vor allem eines an: Erleichterung.
Der Monarch überbrachte die Fernsehbotschaft am Freitagabend um 20 Uhr auf dem Sender Channel 4. Darin bezeichnete er den Meilenstein sowohl als einen „persönlichen Segen“ als auch als einen Beweis für die „bemerkenswerten Fortschritte“, die in den vergangenen Jahren in der Krebsbehandlung erzielt worden seien. Er hoffe, dass er damit „den 50 Prozent von uns Mut“ mache, bei denen eines Tages in ihrem Leben die Krankheit diagnostiziert werde. Dem Palast zufolge habe der Monarch „außerordentlich gut“ auf die Behandlung angesprochen, weshalb seine Ärzte nun dazu rieten, die Maßnahmen in eine Phase übergehen zu lassen, in der der Zustand „kontinuierlich überwacht und überprüft“ werde, um seine weitere Genesung „zu schützen und zu priorisieren“.
Charles nutzt die Chance, auch andere zur Krebsvorsorge zu ermutigen
Britische Medien und Royal-Experten reagierten erfreut auf die Nachricht. Premierminister Keir Starmer schrieb auf der Plattform X, er sei „froh“, dass die Krebsbehandlung reduziert werden könne und bezeichnete Charles’ Botschaft als „kraftvoll“. Ein Palast-Sprecher erklärte am Wochenende, man sei „erfreut über das Ausmaß und die Sensibilität der weltweiten Medienreaktion“ und „äußerst dankbar für die vielen freundlichen Kommentare, die wir für den König erhalten haben – sowohl von Menschen, die in der Krebsversorgung tätig sind, als auch von der breiten Öffentlichkeit“.
Die kurze Ansprache des Monarchen wurde in der letzten Novemberwoche im Clarence House aufgezeichnet, dem Londoner Wohnsitz von König Charles und Königin Camilla. Sie entstand im Rahmen der Kampagne „Stand Up To Cancer 2025” („Steh auf gegen Krebs 2025“), einer gemeinsamen Spenden- und Aufklärungsinitiative von Cancer Research UK – einer der größten unabhängigen Krebsforschungsorganisationen – und dem britischen Sender Channel 4.
Der Monarch, so wurde im Laufe der Botschaft klar, nutzte die gute Nachricht auch, um andere zur Vorsorge gegen Krebs zu ermutigen. Zu oft, so sei ihm gesagt worden, würden Untersuchungen vermieden, weil viele glauben, dass diese „beängstigend, peinlich oder unangenehm“ sein könnten, so der König. Doch im Nachhinein seien sie dann froh, daran teilgenommen zu haben. Ein „paar Momente leichter Unannehmlichkeiten“ seien „ein geringer Preis“ für die Gewissheit, wenn den Menschen dann entweder mitgeteilt werde, dass sie keine weiteren Untersuchungen benötigen, oder sie die Chance auf eine Früherkennung mit einer lebensrettenden Behandlung erhalten.
Am Wochenende teilte Cancer Research UK mit, dass seit dem Start eines neuen „Screening Checkers“ am 5. Dezember rund 100.000 Menschen das Angebot genutzt hätten – die meisten davon nach Charles’ Mitteilung am Freitagabend. Der Monarch hatte das Tool in seiner Rede erwähnt. Dabei handelt es sich um einen Online-Check, der Nutzern anhand einiger Fragen dabei hilft, herauszufinden, welche Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen für sie in Großbritannien infrage kommen und wie sie diese in Anspruch nehmen können.
Auch Kate machte im März 2024 ihre Krebserkrankung öffentlich
Auch nach der Fernsehbotschaft ist nicht bekannt, an welchem Krebs der Monarch leidet. Doch Charles ging bisher vergleichsweise offen mit seiner Erkrankung um. Jahrzehntelang galten detaillierte Mitteilungen zum Gesundheitszustand der Royals als Tabu. Charles hingegen verkündete seine Diagnose bereits im Februar 2024. Die Nachricht erschütterte die Briten, schließlich waren die Erinnerungen an den Tod von Charles Mutter, Königin Elizabeth II, im September 2022 noch frisch.
Im März 2024 folgte dann die nächste Schocknachricht: Auch Prinzessin Catherine ist an Krebs erkrankt. Während sich Kate für längere Zeit ganz aus der Öffentlichkeit zurückzog, blieb der König – trotz laufender Behandlung – aktiv. Im Oktober 2024 reiste er mit Camilla nach Australien und Samoa. Das Programm war an seinen Gesundheitszustand angepasst, dennoch war die Reise ein deutliches Zeichen für seinen Willen, präsent zu bleiben. Denn insbesondere der Monarch steht im Dienst der Öffentlichkeit. Oder wie die für ihr Pflichtbewusstsein bekannte Queen Elizabeth II. es einmal formulierte: „Ich muss gesehen werden, damit man an mich glaubt.”
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