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Mehr Studierende ohne Abitur: Diese Hochschulen und Fächer sind beliebt

Soziale Mobilität

Immer mehr Menschen ohne Abitur schließen erfolgreich ein Studium ab

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    Qualifikation durch Berufspraxis: Immer mehr junge Menschen studieren ohne Abitur.
    Qualifikation durch Berufspraxis: Immer mehr junge Menschen studieren ohne Abitur. Foto: Raphael Knipping, dpa (Symbolbild)

    „Studentinnen und Studenten wissen doch gar nicht, wie die reale Arbeitswelt aussieht. Die jungen Leute haben überhaupt keine Lebenserfahrung und überhaupt hält sich der Akademiker-Nachwuchs für etwas Besseres.“ So lauten die Vorwürfe, die Studierende zu hören und unter kritischen Social-Media-Beiträgen über Studienbedingungen zu lesen bekommen. Dass diese Klischees nicht zutreffend sind, beweist neben der hohen Zahl an Studierenden mit Nebenjob auch der wachsende Anteil an Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern an den deutschen Universitäten.

    Mehr als 100.000 Studierende ohne Abitur haben einen Abschluss

    Immer mehr Menschen ohne Abitur schließen erfolgreich ein Studium ab. Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh verzeichnet in einer Auswertung für das Jahr 2024 mit 10.000 Absolventinnen und Absolventen einen neuen Höchststand. Bundesweit haben sich damit insgesamt mehr als 100.000 beruflich Qualifizierte einen Hochschulabschluss erarbeitet, seit es die Möglichkeit zum Studium ohne Abitur gibt. Eingeführt wurde letzteres 2009 und es wird gut angenommen.

    Das Studium ohne Abitur hat sich laut CHE als Konstante im deutschen Hochschulsystem etabliert. 2024 studierten rund 70.000 Studierende ohne allgemeine Hochschulreife oder Fachabitur an einer deutschen Hochschule. Dies entspricht einem Anteil von 2,4 Prozent aller Studierenden in Deutschland und damit der Quote aus dem Vorjahr.

    Bayern: FOM ist bei Quereinsteigern am beliebtesten

    Die staatlichen Hochschulen empfingen 2024 rund 60 Prozent aller akademischen Quereinsteigenden. Zwar fanden die Studienautoren die Studiengruppe der beruflich Qualifizierten an 90 Prozent der Hochschulen, aber es gab Favoriten: Am beliebtesten bei den Studienanfängerinnen und -anfängern war die staatliche Fernuniversität Hagen, gefolgt von der privaten FOM Hochschule für Ökonomie & Management. Deren Standorte sind in Bayern besonders beliebt. Auch an allen acht bayerischen Kunst- und Musikhochschulen begannen Menschen ohne Abitur ein Studium.

    Bundesweit schrieb sich die Hälfte aller Studienbeginner für die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ein. Doch die Nachfrage stieg auch im Gesundheitsbereich. Beobachtungen der CHE zufolge nahm das Interesse bei Studierenden ohne Hochschulreife für die Fächer Pflegewissenschaft und Pflegemanagement sowie die Gesundheitspädagogik zu. Jeder Vierte war 2024 in diesem Bereich über die Berufserfahrung für ein Studium qualifiziert. Im Schnitt waren die Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger mit einem Durchschnittsalter von 30 Jahren auch älter als ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen. Die Mehrheit der Studierenden war den jüngsten Daten der CHE zufolge rund 26 Jahre alt.

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