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Polizeiruf 110 zeigt Potsdam als Schauplatz für Juwelenraub und Krimi

„Polizeiruf“-Kolumne

Potsdam ist halt nicht Paris: So wird der neue „Polizeiruf 110“

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    Größer könnte der Kontrast zwischen den beiden Ermittlern nicht sein: Vincent Ross (André Kaczmarczyk, links) und Karl Rogov (Frank Leo Schröder) schlendern durch das mondäne Holländische Viertel in Potsdam.
    Größer könnte der Kontrast zwischen den beiden Ermittlern nicht sein: Vincent Ross (André Kaczmarczyk, links) und Karl Rogov (Frank Leo Schröder) schlendern durch das mondäne Holländische Viertel in Potsdam. Foto: Christoph Assmann, rbb

    Am 19. Oktober vergangenen Jahres drangen Einbrecher am helllichten Tag über einen Lastenaufzug in den Louvre ein und erbeuteten französische Kronjuwelen von unschätzbarem Wert – eine echte Weltsensation. Ein hübscher Zufall wollte es, dass nur wenige Wochen zuvor eine „Polizeiruf 110“-Folge abgedreht worden war, in der eine Diebesbande ebenfalls am helllichten Tag einen Juwelier in Potsdam überfällt und eine historisch wertvolle Schmucksammlung raubt. Verglichen mit dem Pariser Fall ist das allerdings doch eher Regionalliga-Format, und auch der Film als solcher mit dem hübsch banalen Titel „Goldraub“ lässt sich nicht guten Gewissens als sonderlich sensationell bezeichnen (ARD, Sonntag, 20.15 Uhr).

    Die Polizeiruf-Ermittler: Der Paradiesvogel und der Bulle

    Das brandenburgische „Polizeiruf“-Team aus dem deutsch-polnischen Kommissariat in Frankfurt/Oder wechselt mittlerweile von Folge zu Folge die Besetzung. Diesmal darf wieder der dunkel schillernde André Kaczmarczyk alias Hauptkommissar Vincent Ross ran, zusammen mit seinem Partner Karl Rogov (Frank Leo Schröder). Mehr Kontrast als zwischen den beiden geht kaum. Während Rogov einen nachlässigen Schimanski-Look pflegt, trägt Ross als Paradiesvogel unter den Fernsehermittlern Netzunterhemd und eine schwarze Spitzenbluse unter der schusssicheren Polizeiweste.

    Schluss mit Glanz und Gloria der alten Preußen

    Auch sonst bietet die Folge einige schöne optische Elemente mit mondänen Stadtpanoramen aus Potsdam, der einstigen Residenzstadt der preußischen Könige, und Außen- wie Innenansichten einer Juweliers-Villa mit ordentlich Öl an der Wand. Schon allein der Blick aus dem gewaltigen Fenster des Potsdam-Museums, dem eine kleine Nebenrolle zukommt, auf die dahinter liegenden historischen Bauten wirkt wie die Postkartenansicht einer vergangenen Zeit. Je länger die Folge dauert, desto mehr schieben sich Plattenbauten, eine Gartenlaube und eine Spielothek vor die Kamera. Schluss mit Glanz und Gloria der alten Preußen.

    Ach ja, die Handlung. Ein Juwelier wird bei dem Überfall einer angeblichen Juwelenräuber-Bande erschossen. Dass da kein professioneller Gauner den Finger am Abzug hatte, wird schnell klar, auch, dass da möglicherweise ein innerfamiliäres Problem eskaliert ist. Die Zuschauerinnen und Zuschauer müssen sich schon etwas konzentrieren, um die unübersichtlichen Verwandtschaftsverhältnisse im Blick zu behalten. Und so geht es denn nach optisch vielversprechendem Beginn dahin – recht unspektakulär bis zur Auflösung. Und die ist auch nicht so aufregend wie die Lösung des echten Louvre-Falles. Potsdam ist halt doch nicht Paris.

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