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Skandal-Prinz Andrew: Neue Enthüllungen über seine Epstein-Verstrickungen

Royals

Der Skandal-Prinz: Neues Enthüllungs-Buch über den Abstieg Andrews

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    Prinz Andrew kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Der britische Autor Andrew Lownie hat nun weiteres, hochbrisantes Material zusammengetragen.
    Prinz Andrew kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Der britische Autor Andrew Lownie hat nun weiteres, hochbrisantes Material zusammengetragen. Foto: Tayfun Salci, ZUMA Press Wire/dpa

    Prinz Andrew lebt nach wie vor mit seiner Ex-Frau Sarah Ferguson zusammen, fast so, als sei nichts gewesen. Das Anwesen befindet sich in Windsor, circa eine Autostunde von London entfernt. In dem Buch „Entitled: The Rise and Fall of the House of York“ („Privilegiert: Aufstieg und Fall des Hauses York“) beschreibt der Historiker Andrew Lownie nun den Zustand der Residenz, deren bröckelnde Wände und tropfende Wasserleitungen. Sie steht damit sinnbildlich für den tiefen Fall eines Prinzen, der seinen Platz im Königshaus längst verloren hat – und der weiter für Skandale sorgt. Denn wenn man eines nicht sagen kann, dann ist es, dass nichts gewesen sei. Ganz im Gegenteil.

    Der britische Autor zeichnet in seinem Buch, das schon vor seiner für den 14. August geplanten Veröffentlichung für Aufsehen sorgt, auf 456 Seiten ein schonungsloses Porträt von Andrew und „Fergie“. Dabei zeigt er den Prinzen nicht nur als Royal, der durch seine Verbindung zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in Ungnade gefallen ist – er kritisiert auch dessen abgehobenen Lebensstil, geprägt von Arroganz, Maßlosigkeit und Desinteresse.

    Neue Palast-Mitarbeiter wurden angeblich gewarnt, sich von Andrew fernzuhalten

    So habe der jüngere Bruder von König Charles III. seinem Ruf als „Randy Andy“ – dem notorischen Schürzenjäger – über Jahre hinweg mehr als entsprochen. Während eines offiziellen Besuchs in Thailand im Jahr 2006 sollen ihn über 40 Frauen innerhalb eines Wochenendes in seiner Hotelsuite besucht haben. Eine Masseurin bezeichnet ihn als einen „ständigen Belästiger“. Neue Palast-Mitarbeiter wurden laut Lownie gewarnt, sich von ihm fernzuhalten.

    Auch in seiner öffentlichen Rolle versagte der Prinz, so Lownie: Seine Funktion als Handelsgesandter in den 2000er-Jahren habe er für eigene finanzielle Interessen genutzt. Immobilien-Deals, diplomatische Kontakte – all das floss demnach in ein Netzwerk royaler Monetarisierung. Diplomaten hätten Andrew spöttisch den Spitznamen „His Buffoon Highness“ gegeben, seine lächerliche Hoheit.

    Ferner zeichnet Lownie ein bemerkenswert klares – und angesichts der aktuellen Debatten über die Verstrickungen des US-Präsidenten Donald Trump in das Epstein-Netzwerk brisantes – Bild von Andrews Beziehung zu dem US-Sexualstraftäter, der sich mutmaßlich in Haft das Leben genommen hat. Laut seinen Recherchen kannten sich Andrew und Epstein deutlich länger und trafen sich häufiger, als es der Herzog von York je zugegeben hat. Bereits in den frühen 1990er-Jahren sollen er und seine Ex-Frau Sarah Ferguson engen Kontakt zu dem US-Millionär gepflegt haben.

    Ein Foto, das dieser Tage durch die britischen Medien geht, wirft ein Schlaglicht auf die Nähe zwischen Epstein und Andrew. Aufgenommen am 22. Juni 2000 beim Pferderennen Royal Ascot, ist Epstein darauf mit Krawatte und Zylinder in der königlichen Ehrentribüne zu sehen, jenem exklusiven Bereich, in dem an diesem Tag auch Königin Elizabeth II. war. Epstein war sichtbar Teil des royalen Umfelds.

    Ein inzwischen berühmtes Bild: Es zeigt Prinz Andrew, Virginia Giuffre und Epstein-Freundin und -Haushaltsmanagerin Ghislaine Maxwell (von links).
    Ein inzwischen berühmtes Bild: Es zeigt Prinz Andrew, Virginia Giuffre und Epstein-Freundin und -Haushaltsmanagerin Ghislaine Maxwell (von links). Foto: US Department Of Justice, PA Media/dpa

    Ende 2019, nach einem desaströsen BBC-Interview zu seinen Verbindungen zu Epstein, hatte sich Andrew aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Virginia Giuffre, ein mutmaßliches Opfer von Menschenhandel durch Epstein – sie beging im April dieses Jahres Suizid –, hatte dem Royal sexuelle Übergriffe in London, New York und auf Epsteins Privatinsel in der Karibik vorgeworfen. Ihre Klage wurde 2022 außergerichtlich beigelegt, ohne dass Andrew ein Fehlverhalten einräumte. Königin Elizabeth II. soll laut Medienberichten einen Teil der Vergleichssumme im zweistelligen Millionenbereich aus privaten Mitteln beigesteuert haben.

    Sammelte Epstein belastendes Material gegen Andrew?

    Zu den schwerwiegendsten Behauptungen, die Lownie in seinem Buch aufgreift, zählt die Annahme, Epstein könnte belastendes Material – darunter möglicherweise sogar intime Videoaufnahmen – über Andrew gesammelt und überdies an ausländische Nachrichtendienste weitergegeben haben. Die Vorstellung, dass ein Mitglied der königlichen Familie erpressbar gewesen sein könnte, verleiht dem Fall eine sicherheitspolitische Brisanz, die weit über persönliche Verfehlungen hinausreicht.

    „Bei dieser Geschichte steht viel auf dem Spiel“, schreibt Lownie am Ende seines Buches. Denn: „Was wäre die Konsequenz für die Monarchie, wenn das ganze Ausmaß der Verstrickung des Hauses York mit Jeffrey Epstein ans Licht käme?” Ein ehemaliger Mitarbeiter des Buckingham-Palasts bringt es drastisch auf den Punkt: „Davon könnten sie sich nie erholen. Sie haben im Laufe der Jahre viele Skandale überstanden, aber dieser würde sie endgültig zu Fall bringen.“

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