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Stärkt Hundesabber die Psyche? Warum Bakterien gut für Hundehalter sein könnten

Haustiere

Stärkt Hundesabber die Psyche? Warum Bakterien gut für Hundehalter sein könnten

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    Manche Hundehalter mögen es, wenn der Hund sie ableckt, andere nicht. Laut einer Studie könnte es aber Vorteile für die mentale Gesundheit haben.
    Manche Hundehalter mögen es, wenn der Hund sie ableckt, andere nicht. Laut einer Studie könnte es aber Vorteile für die mentale Gesundheit haben. Foto: Pavlo, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Dass ein Hund in der Familie in den meisten Fällen glücklich macht, dürfte den meisten Hundehaltern schon längst klar sein. Aber auch wissenschaftlich wurde in verschiedenen Studien belegt, dass Hunde eine positive Auswirkung auf die Gesundheit und das emotionale Wohlbefinden ihrer Besitzer haben, etwa durch Ausschüttung des „Kuschelhormons“ Oxytocin und Stressabbau. Sogar auf die Gedächtnisleistung haben manche Haustiere einen positiven Effekt: So konnte eine Basler Studie zeigen, dass Menschen, die im Alter Hunde oder Katzen halten, einen messbar langsameren Rückgang ihrer geistigen Leistungsfähigkeit erleben.

    Jetzt zeigt eine japanische Studie, dass sogar Hundespeichel und die darin enthaltenen Bakterien einen Einfluss auf die psychische Gesundheit der Menschen haben könnten. Eine gute Nachricht für alle, die regelmäßig von ihrem Vierbeiner abgeschleckt werden.

    Studie: Welchen Einfluss kann Hundespeichel auf die menschliche Psyche haben?

    Für Hundebesitzer ist der Kontakt mit Hundesabber ein alltägliches Phänomen. Doch auch wenn das Lecken der Hände und des Gesichts nicht immer angenehm ist, könnte der Hundespeichel tatsächlich gesundheitliche Vorteile haben. Eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der Azabu University und der University of Tokyo, die in der Fachzeitschrift iScience veröffentlicht wurde, hat ergeben, dass einige Bakterien aus dem Speichel von Hunden möglicherweise das Verhalten und die Psyche ihrer Besitzer positiv beeinflussen – vor allem von Jugendlichen.

    In der Studie wurde die psychische Gesundheit von Teenagern in Tokio untersucht. Dabei zeigte sich, dass Jugendliche, die mit einem Familienhund lebten, psychisch gesünder waren als solche ohne Hund. Die Jugendlichen ohne Hunde zeigten häufiger soziale Probleme, waren aggressiv oder psychisch belastet. Das Forschungsteam entdeckte, dass die Hundebesitzer Bakterien in ihrem Speichel hatten, die ursprünglich aus dem Maul ihrer Hunde stammten.

    Warum fördern Hunde die mentale Gesundheit ihrer Besitzer?

    Die Wissenschaftler gingen einen Schritt weiter und übertrugen die Bakterien der Hundebesitzer wiederum auf Mäuse, um zu zeigen, dass die Bakterien für ein verändertes Verhalten der Jugendlichen verantwortlich sein könnten. Interessanterweise wurden diese Mäuse deutlich sozialer und neugieriger auf ihre Artgenossen.

    Auch wenn Mäusestudien nicht direkt auf den Menschen übertragbar sind, deutet die Studie darauf hin, dass das Mikrobiom eines Hundes das Verhalten von Menschen möglicherweise beeinflusst: Es wird vermutet, dass die regelmäßigen Küsse und das Lecken zwischen Mensch und Hund die Mund- und Darmflora der Besitzer verändern und so positive Effekte auf die mentale Gesundheit haben könnten. Der Einfluss des Hunde-Mikrobioms auf die Psyche von Hundehaltern sei laut den Studienautoren in dieser Form erstmals untersucht worden.

    Was ist das Mikrobiom?

    Einfach gesagt, bezeichnet das Mikrobiom die Gesamtheit aller Mikroorganismen – zum Beispiel Bakterien oder Viren –, die den Menschen oder andere Lebewesen besiedeln, erläutert das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung.

    Als Grund, warum die Hunde-Bakterien das Wohlbefinden der Jugendlichen mit Hund verbessern könnten, vermutet Wissenschaftler Stefan Reber von der Universität Ulm gegenüber dem Spiegel: „Womöglich dämpfen die von den Hunden stammenden Bakterien bestimmte Entzündungsreaktionen, die von Stress ausgelöst werden können.“ Reber und Kollegen hatten vor Kurzem einen ähnlichen Befund in der Fachzeitschrift Brain, Behavior and Immunity vorgestellt.

    Demnach haben gesunde männliche Stadtbewohner, die einen Hund haben, ein besonders robustes Immunsystem. Laut Reber verringert das starke Immunsystem womöglich das Risiko für stressbedingte Störungen. Laut Spiegel zeigten bereits andere Studien in der Vergangenheit, dass Hundehalter von Bazillen ihrer Hunde profitieren können, weil sie das Immunsystem trainieren und so das Risiko für Allergien und Autoimmunerkrankungen verringern.

    Neben den Bakterien des Hundes spielt auch das Hormon Oxytocin eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung des psychischen Wohlbefindens von Hundebesitzern, informiert die Apotheken Umschau. Oxytocin wird häufig als „Kuschelhormon“ bezeichnet, da es soziale Bindungen stärkt. Der Kontakt mit Hunden regt die Ausschüttung von Oxytocin bei den Besitzern an, was zu einem Gefühl der Zufriedenheit und der emotionalen Nähe führt. Diese hormonellen Reaktionen könnten dazu beitragen, dass Hundebesitzer weniger Stress und Angst erleben.

    Verbessert Hundehaltung die psychische Gesundheit? Fazit und Grenzen der Studie

    Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Kontakt mit Hunden und insbesondere der Speichel potenziell positive Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden von Hundebesitzern haben können. Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Hunde nicht nur Freude und Geselligkeit in das Leben ihrer Besitzer bringen, sondern auch das Wohlbefinden auf eine tiefere, biologische Weise beeinflussen könnten.

    Vorsicht beim Hundespeichel: Hygiene bleibt wichtig

    Trotz der potenziell positiven Auswirkungen des Hundespeichels auf das Wohlbefinden der Besitzer sollte man nicht vergessen: Hundespeichel kann auch krankmachende Bakterien enthalten, wie die Apotheken Umschau informiert. Daher ist es weiterhin ratsam, sich regelmäßig die Hände zu waschen, besonders nach dem Kontakt mit dem Hund. Hygiene spielt eine entscheidende Rolle, um gesundheitliche Risiken zu minimieren.

    Es sei angemerkt, dass die japanische Studie einige Schwachstellen hat, wie die Studienautoren auch selbst einräumen: So war die Stichprobengröße relativ klein und homogen. Untersucht wurden rund 340 Jugendliche im selben Alter, die alle im Großraum Tokio leben. Inwiefern die Ergebnisse auf andere Bevölkerungsgruppen und Kulturen übertragbar sind, bleibt unklar, resümiert auch das Wissenschaftsmagazin geo.de. Es bleibt offen, ob zwischen Verhalten und Mikrobiom nur eine Korrelation oder eine Kausalität besteht.

    Auch inwiefern die Ergebnisse der Mäusestudien auf den Menschen übertragbar sind, ist fraglich. Zudem konnten die Ursachen für die Veränderungen bei den Hundehaltern nicht ermittelt werden. Weitere Forschung sei laut den Studienautoren erforderlich, um die Auswirkungen der mikrobiellen Effekte durch Haustiere zu untersuchen.

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