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Armin Laschet, ein Steher in der Krise

Kommentar Von Gregor Peter Schmitz
16.01.2021

Ein klassischer Siegertyp ist der neue CDU-Chef nicht – aber ein Politiker, der immer wieder aufsteht. Deshalb ist Armin Laschet nun am (ersten) Ziel.

Armin Laschet hat schon einige politische Siege errungen, doch er ist nie ein Siegertyp gewesen. Meist ist der Aachener eher ins Ziel gestrauchelt – bei seinem (bislang) größten politischen Sieg, dem Erringen des CDU-Vorsitzes, war das nicht anders. Laschet hat keinen Erdrutschsieg errungen, er hat nicht triumphiert, er hat einfach gewonnen.

Laschet beim CDU-Parteitag: Jemand, der auch mal strauchelt

Dass er gewonnen hat, liegt aber vermutlich genau an dieser Art. Laschet ist, wie in der Corona-Krise sehr deutlich wurde, kein Meister der politischen Inszenierung. Das hat er in seiner Bewerbungsrede sogar selbst thematisiert (wobei diese eine seiner bislang besten Inszenierungen war). Aber Politiker sind immer ein Produkt ihrer Zeit. Und mitten in dieser Corona-Krise, die unsere menschliche Imperfektion so deutlich zeigt wie fast keine zuvor, wollen viele Bürger vielleicht gar keine Politiker, die immer alles perfekt im Griff zu haben scheinen, die „durchregieren“.

Sie wollen jemanden, der auch mal zögert, mal strauchelt, mal nachdenkt, der nach Rückschlägen wieder aufsteht – der also ein Steher ist, so wie Laschet in diesem (Krisen-)Jahr.

Und: Sie schätzen Regierungsfähigkeit neu, die Laschet den Rivalen Friedrich Merz und Norbert Röttgen voraus hatte. Denn das Regieren hat er ordentlich hinbekommen, auch wenn er wie in Nordrhein-Westfalen nur knapp ins Amt kam. 

Markus Söder: Macht Laschet ihm ein unmoralisches Angebot?

Ob Laschet also nächster Kanzler der Bundesrepublik Deutschland wird? Seriös kann das derzeit niemand sagen. Jens Spahn wird Laschet nicht mehr gefährlich werden, auch das hat dieser Bundesparteitag geklärt. Und die CSU? Die Christsozialen können erst einmal gelassen zuschauen. Laschet muss nun den Anspruch formulieren, Kanzlerkandidat zu werden, alles andere würde dem eigenen Anspruch der CDU nicht gerecht.

Doch bleibt er in den Umfragen zur Kanzlertauglichkeit so weit zurück, ist durchaus denkbar, dass Laschet Markus Söder ein unmoralisches Angebot macht. Wenn dieser siegesgewiss ist und sich traut, kann es einen Kanzlerkandidaten Söder geben. Laschet hätte, anders als Merz, die Größe, sich zurück zu nehmen. Wohl auch deswegen hat er gegen ihn gewonnen

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17.01.2021

Der bundesweite Wiederstand gegen eben Kandidaten aus Bayern dürfte Sirene wegen der bayerischen Herkunft ernorm sein. Die Vorurteile sind sehr groß.

(edit/mod/NUB 7.2/7.3/zum wiederholten Male, bitte argumentieren Sie sachlich!)

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16.01.2021

Lieber ein moralisches Angebot an Merz als ein unmoralisches Angebot an den Alleinherrscher Söder.

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16.01.2021

aber jeder Mensch sollte auch bedenken das Herr Laschet einen Sohn hat der gerne von der macht seines Vaters profitiert und unmoralische Geschäfte im Hintergrund macht ! da braucht niemand sich mehr in einer Öffentlichen Ausschreibung bewerben den bei den Laschets wird das unter der Hand geregelt

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16.01.2021

Ja - ich habe davon gehört. Aber, jetzt übertreibe ich bewußt ein wenig (oder doch nicht?) => es geht doch heutzutage verdammt viel unter der Hand, oder? Hat jetzt zwar wenig mit dem moralischen oder unmoralischen Angebot zu tun, aber: es sollte mal gesagt werden.

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