In Israel versuchten sie es mit Hummus, im indonesischen Cianjur erhielt man zur Belohnung ein lebendiges Huhn. Im westindischen Rajkot wiederum gab es ein goldenes Nasenpiercing für Frauen, die Männer bekamen einen Standmixer! Die Liste könnte man sehr schön weiter fortführen. Donuts, Joints und Stipendien in den USA, Flugtickets in Australien, Lotterien in Hong Kong ... Und warum all diese Gratisgaben? Damit man seine Seele an den Teufel verkauft? Sich auf irgendeinen faustischen Pakt einlässt? Nein, nichts dergleichen. All dies nur, damit man sich impfen lässt und Schutz vor einer Krankheit erhält - schon das ist doch ein Geschenk!
Da stellt sich auf der einen Seite schon mal die Frage: Ist das nicht genug, braucht es da noch zusätzliche Anreize? Und auf der anderen Seite aber auch die: Kann man jene Millionen von Schäfchen, die noch nichts zur Immunität ihrer Herde beigetragen haben, wirklich mit dieser Art Werbegeschenken locken? Hier bitte, Ihr Bier, die Bratwürste und ein Biontech. Darf's noch ein Senf dazu sein?
Lockmittel werfen doch die Frage auf: Ist da etwas faul?
Wer bislang noch keine Zweifel hatte, einfach noch auf seinen Impftermin wartet, dem müsste spätestens bei solchen Angeboten ein ungutes Gefühl beschleichen. Ist da etwas faul? Eher unüblich doch, dass es etwas umsonst gibt im Leben! Und wenn nun gar eine Regierung zu solchen Methoden greift … Vielleicht mag man dann zum Gutschein auch gleich noch den Aluhut kostenlos dazulegen.
So wird Vertrauen jedenfalls untergraben, die Impfung wird zur bloßen Ramschware. Dass macht sie nicht attraktiver. Und man nimmt jene, die zögern, nicht ernst: Vermutlich tun sie es sehr oft ja eben aus Sorge um die Gesundheit. Die aber spült man doch nicht mit einem Freibier runter! Wichtiger also: Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung ... Zumal ja auch dies wirklich noch unklar ist: Ob all diese Anreize etwas für die Impfquote bringen.
Lesen Sie dazu auch den Pro-Kommentar: Braucht es Anreize fürs Impfen? Ja, immer her damit