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Digitales

23.03.2020

"Hackathon": Über 40.000 Menschen kämpfen online gegen Corona

Gut 40.000 Menschen nahmen am Hackathon "Wir vs. Virus" teil.
Bild: Screenshot Youtube

Zehntausende Freiwillige haben online Lösungsansätze gegen die Corona-Pandemie erarbeitet. So wird entschieden, welche Projekte umgesetzt werden sollen.

März 2020. Wegen des Coronavirus sind Massenveranstaltungen in ganz Deutschland verboten. In ganz Deutschland? Jein: Über 40.000 Menschen haben sich am Wochenende zusammengetan, um dem Virus Widerstand zu leisten. Nicht aber physisch trafen sie sich, sondern virtuell – zum größten Hackathon der Welt. Bei solchen Design- und Programmierwettbewerben versuchen die Teilnehmer, in kurzer Zeit Aufgaben zu lösen. Der Hackathon „Wir vs. Virus“ setzte sich nun also zum Ziel, möglichst viele, effektive und umsetzbare Lösungsansätze für Corona-bedingte Probleme zu finden.

1500 Projekte entstehen online durch Hackathon "Wir vs. Virus"

Die Idee für das Projekt stammt aus Estland, wo schon am vorherigen Wochenende ein Hackathon gegen das Corona-Virus stattgefunden hatte. Dies griffen mehrere Digitalinitiativen hierzulande auf und organisierten zusammen mit dem Bundeskanzleramt innerhalb weniger Tage hunderte Gruppen, in denen deutsche und internationale Teilnehmer über das Wochenende an Herausforderungen arbeiteten – freiwillig, ohne Bezahlung, fast ohne Pause. Das Ergebnis: Rund 1500 Projekte, die so vielfältig sind wie die Probleme, vor die das Coronavirus die Gesellschaft stellt. Welche Projekte gewinnen und Unterstützung erhalten, entscheidet eine Jury im Lauf der Woche. Zudem findet eine öffentliche Abstimmung auf der Video-Plattform Youtube statt.

  • Versorgung

Überall haben sich private Nachbarschaftshilfen gebildet, die besonders gefährdete Menschen – etwa Ältere oder Vorerkrankte – mit dem Notwendigsten versorgen. Einige Projekte des Hackathons haben sich der Aufgabe gewidmet, diese Nachbarschaftshilfen besser zu organisieren – digital oder analog, mit möglichst wenig direktem Kontakt, ohne dass die Freiwilligen einer größeren Infektionsgefahr ausgesetzt sind.

Auch die Situation der Supermärkte als Hauptversorgungs-Quellen spielt in vielen Projekten eine wichtige Rolle. Eine Gruppe widmet sich etwa einer Smartphone-App, die sich an Navigationssystemen orientiert und den Nutzer vor größeren Menschenansammlungen in den Geschäften warnen soll. Auch Lösungen über Lieferdienste oder Drive-ins wie in Schnellrestaurants werden geprüft, genau wie Tauschplattformen für Lebensmittel oder Haushaltsgegenstände.

Hackathon "Wir vs. Virus": Projekt soll Corona-Tests erleichtern

  • Infektionsfälle

Einige Projekte beschäftigen sich nicht mit den Auswirkungen, sondern dem Kern der Corona-Krise. Im Wesentlichen geht es darum, über anonymisierte Ortung der Nutzer Infektionsketten zu erkennen und anschließend möglichst zu unterbrechen. Ähnliche Modelle in Südkorea und China verliefen erfolgreich. Weitere Bereiche, mit denen sich Projekte beschäftigen, sind die schnellere und flächendeckende Bereitstellung von Corona-Tests, die bedarfsgerechte Verteilung von medizinischen Gerätschaften unter Krankenhäusern und Arztpraxen sowie die Entlastung von Arbeitnehmern im Gesundheitsbereich.

  • Psychisches Wohlbefinden

Wie kann der Corona-bedingten Vereinsamung entgegengewirkt werden? Projekte, die sich damit auseinandersetzen, schlagen etwa große Telefonkonferenzen oder interaktive Selbsthilfegruppen vor, die von Experten begleitet werden und regelmäßig stattfinden. Auch Apps, die sich spielerisch mit Corona auseinandersetzen, sind geplant.

Corona-Virus: Hackathon widmet sich Chancen der Digitalisierung

  • Digitalisierung

Viele Unternehmen und Organisationen stellen derzeit auf digitale und dezentrale Arbeitsmodelle um – der Frage, wie diese langfristig sinnvoll genutzt werden können, widmen sich diverse Hackathon-Gruppen. So sollen etwa Behördengänge und interne Absprachen erleichtert werden. Auch Betriebe auf Suche nach Arbeitskräften könnten von technischen Hilfsmitteln profitieren.

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