Weiter mit Tracking durch Dritte

Besuchen Sie unsere Website mit personalisierter Werbung und Werbetracking durch Dritte. Details und Informationen zu Cookies, Verarbeitungszwecken sowie Ihrer jederzeitigen Widerrufsmöglichkeit finden Sie in der Datenschutzerklärung und in den Privatsphäre-Einstellungen.

Weiter mit dem PUR-Abo

Nutzen Sie unser Angebot ohne Werbetracking durch Dritte für 4,99 Euro/Monat. Kunden mit einem PLUS-Paket zahlen nur 0,99 Euro/Monat. Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des PUR-Abos finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Zum Angebot Bereits PUR-Abonnent? Hier anmelden

Tracking durch Dritte: Zur Finanzierung unseres journalistischen Angebots spielen wir Ihnen Werbung aus, die von Drittanbietern kommt. Zu diesem Zweck setzen diese Dienste Tracking-Technologien ein. Hierbei werden auf Ihrem Gerät Cookies gespeichert und ausgelesen oder Informationen wie die Gerätekennung abgerufen, um Anzeigen und Inhalte über verschiedene Websites hinweg basierend auf einem Profil und der Nutzungshistorie personalisiert auszuspielen.

Verarbeitungszwecke:
Informationen auf einem Gerät speichern und/oder abrufen

Für die Ihnen angezeigten Verarbeitungszwecke können Cookies, Gerätekennungen oder andere Informationen auf Ihrem Gerät gespeichert oder abgerufen werden.

Personalisierte Anzeigen und Inhalte, Anzeigen und Inhaltsmessungen, Erkenntnisse über Zielgruppen und Produktentwicklungen

Anzeigen und Inhalte können basierend auf einem Profil personalisiert werden. Es können mehr Daten hinzugefügt werden, um Anzeigen und Inhalte besser zu personalisieren. Die Performance von Anzeigen und Inhalten kann gemessen werden. Erkenntnisse über Zielgruppen, die die Anzeigen und Inhalte betrachtet haben, können abgeleitet werden. Daten können verwendet werden, um Benutzerfreundlichkeit, Systeme und Software aufzubauen oder zu verbessern.

▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌ ▉▌▌▉▍▉▌▌▉▍▉▍▉▍ ;▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌
Newsticker
Selenskyj nimmt Putins Atomwaffen-Drohungen ernst
  1. Startseite
  2. Politik
  3. Kommentar: Die Empörung der Katholiken droht die Kirche auszubluten

Die Empörung der Katholiken droht die Kirche auszubluten

Kommentar Von Alois Knoller
26.02.2021

Der Skandal um sexuellen Missbrauch und die Austritte auf Rekordhöhe wirken existenzbedrohend für die katholische Kirche. Höchste Zeit, dass sich etwas ändert.

Alles Missbrauch oder was? Mit keinem anderen Thema werden die deutschen katholischen Bischöfe derzeit so massiv konfrontiert. Eine lang beschwiegene Vergangenheit fällt ihnen jetzt auf die Füße und verdrängt aus der öffentlichen Wahrnehmung alles andere, was die Kirche der Gesellschaft momentan zu sagen hätte. Sogar die Wahl einer Generalsekretärin für die Bischofskonferenz fällt – obwohl es ein weiteres beachtliches Zeichen von Frauenförderung in kirchlichen Führungsämtern ist – fast komplett durch.

Der Missbrauchsskandal droht der katholischen Kirche die letzte Glaubwürdigkeit zu rauben, obwohl sich gerade die deutschen Bischöfe in den letzten zehn Jahren wirklich ernsthaft um Aufklärung und Aufarbeitung bemüht haben. Jedoch befeuert die bockige Widerspenstigkeit des Kölner Kardinals Woelki – die auch der Vorsitzende der Bischofskonferenz zerknirscht hinnehmen muss, denn jeder Oberhirte handelt souverän – die öffentliche Empörung ständig weiter.

Die katholische Kirche muss lernen auf die Menschen zu hören

Die enorme Steigerung der Kirchenaustritte, die daraus resultiert, könnte die Institution schon bald existenzbedrohend ausbluten. Es fallen dadurch ja nicht nur Kirchensteuereinnahmen aus, schmerzlich fehlen werden in den Pfarrgemeinden auch die Tatkräftigen und Engagierten. Tief in ihrem Vertrauen erschüttert und erbittert darüber, dass Anspruch und Wirklichkeit in skandalöser Weise auseinanderklaffen, hält selbst sie nichts mehr. Zugleich dezimiert die unausgewogene Altersstruktur die Kirchenmitglieder: Sie sterben weg.

Bleiben die Gläubigen aus der Kirche fern? Zumindest die Zahl der Austritte steigt.
Foto: Alexander Kaya

Wird der Katholizismus mangels Masse also eines Tages in Deutschland untergehen? Ein Augsburger Historiker gibt der Kirche gerade noch 20 Jahre. In ihrer heutigen Gestalt. Denn zweifellos steht die Kirche vor einem epochalen Umbruch, wie es ihn zuletzt vor 200 Jahren gab, als Bischöfe aufhörten, auch Fürsten zu sein. Heute müssen sie lernen, auf die Gläubigen, ja allgemeiner auf die Menschen zu hören, anstatt von oben herab unumstößliche Lehren zu predigen und moralische Verurteilungen auszusprechen. „Wir merken, dass die alten Bilder von Seelsorge und auch von Leitung in der Kirche nicht mehr tragen, aber wir haben noch keine neuen Bilder“, sagt der Vorsitzende Bischof Georg Bätzing völlig zutreffend.

Das Zeitfenster für notwendige Veränderungen in der Katholischen Kirche schließt sich

Die große Verunsicherung in der Kirche führt zu heftigen Spannungen. Alte Differenzen, wie eng sich Katholiken an Rom anzuschließen haben, wie glaubensfest und wie unnachgiebig gegenüber Fehltritten sie sein sollen, spiegeln sich auch in der Deutschen Bischofskonferenz. Einige Mitbrüder, vor allem die konservativen, gefallen sich darin, gehässig über andere herzuziehen. Der Synodale Weg ist ein Kampfplatz geworden, um alle, die Veränderungen anstreben, als Verräter zu brandmarken. Damit mag man sich den Beifall der radikalen Minderheit sichern. Die meisten Kirchenmitglieder stößt dieser Krieg im Inneren ab. Sogar der päpstliche Nuntius sah sich genötigt, die Bischöfe eindringlich zu ermahnen, nicht in ein zerstörerisches Freund-Feind-Schema zu verfallen.

Längst ist klar, dass es in der Kirche Veränderungen geben muss – im geschwisterlichen Miteinander, in der geistlichen Führung, in der Orientierung an den Fragen und Bedürfnissen heutiger Menschen. Das Zeitfenster dafür schließt sich schneller als vermutet. Die erwartbare Halbierung der Einnahmen erzwingt herbe Einschnitte. Auch der Personalstand wird sich spürbar verringern. Überflüssig wird die Kirche nicht, wenn sie mit der Religion echt dem Leben dient und tragfähige Orientierung vermittelt, ohne Menschen zu beherrschen. Denn unstillbar ist das menschliche Verlangen, dass das Leben trotz aller Blessuren gut ausgehe.

Lesen Sie dazu auch:

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um die Umfrage von Civey anzuzeigen

Hier kann mit Ihrer Einwilligung ein externer Inhalt angezeigt werden, der den redaktionellen Text ergänzt. Indem Sie den Inhalt über „Akzeptieren und anzeigen“ aktivieren, kann die Civey GmbH Informationen auf Ihrem Gerät speichern oder abrufen und Ihre personenbezogenen Daten erheben und verarbeiten. Die Einwilligung kann jederzeit von Ihnen über den Schieberegler wieder entzogen werden.  –  Datenschutzerklärung

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

26.02.2021

"Heute müssen sie lernen, auf die Gläubigen, ja allgemeiner auf die Menschen zu hören, anstatt von oben herab unumstößliche Lehren zu predigen und moralische Verurteilungen auszusprechen."
Das mag wohl in der Theorie stimmen, jedoch ist das der katholischen Kirche schlicht nicht möglich. Das hat weniger was mit wollen, sondern mit können bzw. dürfen zu tun, denn die Kirche begründet sich auf Dogmen und das sind unumstößliche Lehrsätze, die nicht reformierbar sind. Würde man sie reformieren oder in Teilen gar abschaffen, wäre es nicht mehr die katholische Kirche. Irgnorieren und ausblenden ist ebenfalls nicht machbar, denn wer würde schon gegen die eigenen Wahrheiten verstoßen. Daher ist dieser Widerspruch, was die Gläubigen erwarten und was die Kirche ihnen anbieten kann bzw. was sie ihnen nicht anbieten darf, faktisch nicht zu lösen.
Aber selbst wenn man hypothetisch mal davon ausginge, dieses Paradoxon wäre zu lösen, würde sich die katholische Kirche tatsächlich für den richtigen Weg entscheiden? Ich glaube nicht und möchte hier auf die evangelische Kirche verweisen, die wesentlich weniger dogmatisch aufgestellt ist. Trotz den fehlenden Dogmen steht diese Kirche nur wenig besser da, denn sie hat sich dazu entschieden, stark einem vermeindlichen Zeitgeist hinterzulaufen. Teilweise könnte man bei vielen derer Vertreter meinen, man würde einem Politiker der Gründen, im besten Fall der SPD zuhören. Nur dafür braucht man nicht die evangelische Kirche, sondern kann gleich bei den genannten Parteien eintreten und anstatt der Kirchensteuer Mitgliedsbeiträge bezahlen.
Was machen also diejenigen, die weder der dogmatischen katholischen, noch der zeitgeistgetriebenen evangelischen Kirche was abgewinnen können? Sie suchen sich einfach eine "Ersatzreligion", ein Lebenskonzept, dass zu ihren Vorstellungen passt. Und wer einmal gemerkt hat, es geht auch ohne Kirche, der kommt nicht mehr zurück und auch seine Kinder sind nicht mehr zu gewinnen.
Ich denke, die Zeit der Kirchen, so wie wir sie kennen, ist in Deutschland vorbei. Ob man das jetzt gut oder schlecht findet, sei jedem selbst überlassen.
Einen gewichtigen Punkt wurde im Kommentar jedoch nicht bedacht, nähmlich das die katholische Kirche eine Weltkirche ist. Der Kommentar ist aber aus rein deutscher Sicht geschrieben. Die Veränderungen, die deutsche Laien, aber auch etliche Priester wollen, werden in anderen Ländern komplett abgelehnt. Man kann daher nicht zweigleisig fahren. Ich denke, die katholische Kiche wird sich zukünfig auf andere Länder bzw. Kontinente konzentrieren.

Permalink
26.02.2021

"Teilweise könnte man bei vielen derer Vertreter meinen, man würde einem Politiker der Gründen, im besten Fall der SPD zuhören."

Sie meinen sicher die Grünen.
Die Anpassung an den Zeitgeist, an die herrschende Meinung, in der Regel meist die Meinung der Herrschenden, die Kungelei mit den Mächtigen ist einer der Hauptgründe, dass die christlichen Kirchen so lange überlebt haben. In meiner Jugend glich die Predigt bei vielen katholischen Sonntagsgottesdiensten einer Wahlveranstaltung der CSU.
Viele Würdenträger des kath. Klerus bezeichneten z. B. in den 70er Jahren Grün zu wählen als unvereinbar mit dem christlichen Glauben.
In unserer Zeit, nachdem sich beide christlichen Kirchen - die eine mehr, die andere weniger - auf die Kerne der Botschaft Jesu, die Liebe zum Nächsten, Brüderlichkeit, Achtung des Lebens und der Schöpfung etc. besinnen, kriegen sie die Wut und den Hass ihrer enttäuschten ewig gestrigen Freunde von einst zu spüren.
Was die Kirchen gerade erleben ist, um es in der Sprache der Bibel zu sagen, die Trennung der Spreu vom Weizen . . .

Permalink
26.02.2021

Also die katholische Kirche hat so ungefähr 1,2 - 1,4 Milliarden (!) Mitglieder. So schnell blutet da nichts aus.

Permalink
26.02.2021

Es ist traurig, dass ein paar alte Männer dafür sorgen, dass etwas, was so lange Bestandteil im Leben vieler Menschen war, kaputt gemacht wird. Sehenden Auges sorgen sie dafür, dass die Menschen sich abwenden. Diesen alten Männern wird's egal sein, denn solange sie leben, wird's schon noch funktionieren.

Permalink
26.02.2021

Da fällt mir eine Textzeile von Willy Michl ein: Looking for glory? Glory never has been here.

Permalink