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Corona-Krise

07.08.2020

Schuldnerberatungen warnen: Im Herbst droht eine Welle von Privatinsolvenzen

Es drohte eine Welle von Insolvenzen.
Bild: Michael Hochgemuth (Symbol)

Exklusiv Eine Umfrage unserer Redaktion bei den Schuldnerberatungen von AWO, Caritas und DRK hat ergeben: Der Beratungsbedarf ist massiv gestiegen. Es drohte eine Privatinsolvenz-Welle.

In Deutschland droht ab dem Herbst in Folge der Coronapandemie eine Welle von Privatinsolvenzen. Wie eine Umfrage unserer Redaktion bei den drei großen Schuldnerberatungen von AWO, Caritas und DRK ergab, ist der Beratungsbedarf schon jetzt spürbar gestiegen. Der Caritasverband und das Deutsche Rote Kreuz berichten von Zuwächsen in Höhe von 13 beziehungsweise 15 Prozent, obwohl die Corona-Hilfen noch fließen und viele Notlagen damit abgefedert werden. AWO-Expertin Sabine Weisgram sagte unsereer Redaktion, das "wahre Ausmaß wird erst mit Zeitverzögerung sichtbar werden". Schulden entstünden ja "in der Regel nicht von einem Tag auf den anderen, sondern häufen sich langsam an".

Zahl der Insolvenzen steigt Experten zufolge im Herbst

Den großen Ansturm erwarten die Schuldnerberatungen ab dem Herbst, wenn viele staatliche Hilfen absehbar auslaufen und die Ebbe in den privaten Haushaltskassen erst so richtig sichtbar wird. Beim DRK gehen die Experten davon aus, "dass die Anzahl der Verbraucherinsolvenzen sich aufgrund des oftmals zeitverzögerten coronabedingten Arbeitsplatzverlustes - und damit auch Einkommensverlustes - erst ab Herbst/Winter 2020 beziehungsweise zu Beginn 2021 deutlich erhöhen wird". Ratenzahlungen werden dann nicht mehr bedient werden können, Pfändungen drohen.

 

Schuldnerberater: Auch Menschen aus Mittelschicht werden betroffen sein

Nach Einschätzung der AWO-Schuldnerberater wird die Schuldenfalle auch bei Menschen zuschlagen, die bisher nicht betroffen waren. "Wir gehen auch davon aus, dass wir dann auch auf eine in unseren Beratungsstellen sonst eher unübliche Klientel treffen werden: Menschen aus der Mittelschicht, die bis zur Pandemie gut über die Runden gekommen sind, vielleicht ein Auto oder ein Haus abbezahlen müssen und durch Corona völlig unerwartet in eine finanzielle Schieflage geraten", sagte AWO-Expertin Weisgram unserer Redaktion. Die Schuldnerberater des DRK erwarten einen "deutlichen Zuwachs" beim Bedarf an "sozial-emotionaler Unterstützung" für ihre Klienten.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: Schuldenfalle: Durch Corona steigt die Zahl der Privatinsolvenzen

Und den Kommentar: Schuldendesaster wegen Corona? Gute Beratung ist wichtig

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