Startseite
Icon Pfeil nach unten
Politik
Icon Pfeil nach unten

Aktien fürs Alter? So machen es die Schweden

Rente

Aktienfonds für die Rente? Schweden macht es vor

  • |
  • |
  • |
  • |
    Aktienfonds für die Rente? Schweden macht es vor.
    Aktienfonds für die Rente? Schweden macht es vor. Foto: Andrea Warnecke, dpa

    Hohe Gebühren, niedrige Renditen, schwindende Akzeptanz: Die staatlich geförderte private Altersvorsorge in Deutschland hat die Erwartungen nicht erfüllt. Nun will die Koalition mit den Dividenden aus einem zehn Milliarden Euro schweren Paket aus bundeseigenen Post-, Telekom- und Commerzbank-Aktien ein neues Modell fördern, das an die Stelle der Riester-Rente tritt. Gesucht wird ein für alle verständliches Standardprodukt mit geringen Verwaltungskosten und niedrigen Provisionen. Ein Modell, wie Schweden es bereits seit einem Vierteljahrhundert hat.

    Die Betriebsrente finanziert der Arbeitgeber

    Auch in den skandinavischen Ländern stößt das Umlageverfahren, in dem die arbeitende Generation die Renten ihrer Eltern und Großeltern erwirtschaftet, an seine Grenzen. Schweden hat sich deshalb für eine Kombination aus der klassischen Umlage und einer Art Aktiensparen entschieden, zu der als dritte Säule auch noch eine vom Arbeitgeber finanzierte Betriebsrente kommt. 16 Prozent des Gehalts fließen in Schweden nach wie vor in die alte gesetzliche Rente, weitere 2,5 Prozent stecken die Beschäftigten in einen Fonds, der ihr Geld an den Kapitalmärkten arbeiten lässt.  Dabei haben die Schwedinnen und Schweden eine große Auswahl an privaten Anbietern. Wer sich nicht selbst darum kümmern will, und das ist eine Mehrheit von 5,9 Millionen Schweden, landet automatisch bei einem speziellen, vom Staat eingerichteten Fonds, dem AP7.

    Nach eigenen Angaben hat der umgerechnet gut 130 Milliarden Euro schwere Fonds über alle Hochs und Tiefs an den Börsen seit seiner Gründung eine durchschnittliche Rendite von 11,5 Prozent im Jahr erwirtschaftet. Zum Vergleich: Viele Riester-Verträge liegen wegen der hohen Gebühren und der restriktiven Anlagevorschriften mit ihren Renditen teilweise sogar unter der Inflationsrate. Mit Verwaltungskosten von lediglich 0,1 Prozent pro Jahr ist der AP7 unschlagbar günstig. Riester-Produkte kosten zwischen 1,5 und vier Prozent jährlich. Bei einer Anlage von 100.000 Euro kann das über 30 Jahre einen Unterschied von mehr als 50.000 Euro an angespartem Kapital ausmachen – alleine durch die Gebühren.  Bis zum Alter von 55 Jahren legt der AP7 alle Beiträge in Aktien an. Je näher die Rente dann rückt, desto mehr Geld wird in sichere, festverzinsliche Wertpapiere umgeschichtet.

    Die Bundesbank verwaltet bereits zwei Vorsorgefonds

    Im Kleinen erprobt Deutschland ein ähnliches Modell bereits. Die Bundesbank verwaltet zwei Pensionsfonds für Bundesbeamte, bei denen der größte Teil des Geldes in sicheren Anleihen angelegt ist. Bis zu 30 Prozent darf die Bundesbank aber auch in Aktien wie Amazon, Microsoft, und SAP investieren

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren