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Angela Merkel und die Flüchtlingskrise: AZ-Gespräch jetzt als Podcast

Augsburger Allgemeine Live

Angela Merkel: „Wir haben so vieles geschafft, das schaffen wir jetzt auch noch“

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    War live in Augsburg zu Gast: Angela Merkel.
    War live in Augsburg zu Gast: Angela Merkel. Foto: Marcus Merk

    Volles Haus, große Erwartungen: Als Angela Merkel im Kongress am Park in Augsburg die Bühne betrat, brandete sofort Applaus auf. Die Veranstaltungsreihe „Augsburger Allgemeine Live“ hatte schon viele prominente Gäste, doch das Interesse an der ehemaligen Kanzlerin war außergewöhnlich. Auf der Bühne zeigt sich Merkel in gewohnter Manier: zurückhaltend, präzise, gelegentlich humorvoll. Im Gespräch mit den Chefredakteuren Andrea Kümpfbeck und Peter Müller sprach sie offen über Krieg und Frieden, über ihre Flüchtlingspolitik – und auch darüber, wie sich ihr Leben nach 16 Jahren an der Spitze der deutschen Politik verändert hat.

    Im Zentrum des Interviews standen Merkels Bilanz und die großen Themen ihrer Amtszeit — Migration, Sicherheit und die russische Aggression gegen die Ukraine. Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine formulierte Merkel das Ziel klar: „Die Ukraine muss als souveräner Staat eigene Entscheidungen treffen können.“ Sie betonte die Notwendigkeit einer stärkeren europäischen Abschreckungsfähigkeit, um langfristig Friedensfähigkeit zu sichern.

    Beim Thema Migration verteidigte Merkel ihre Entscheidung von 2015, die Grenze offen zu lassen, räumte aber zugleich Probleme ein. „Ich habe nichts, was nicht von Recht und Gesetz war, getan“, sagte sie und erhielt dafür Applaus. Humanitäre Verantwortung und rechtliche Grenzen müssten miteinander abgewogen werden.

    Merkel: „Ich hatte mir dann vorgenommen, erstmal sechs Wochen an die Ostsee zu verschwinden“

    Gleichzeitig zog sie eine positive Zwischenbilanz: „Wir haben so vieles geschafft, das schaffen wir jetzt auch noch“, sagte sie mit Blick auf Integrationserfolge und die vielen Menschen, die inzwischen in Arbeit und Ausbildung gekommen seien. Zugleich mahnte sie, ungelöste Fragen wie Rückführungen nicht aus den Augen zu verlieren.

    Der Abend bot auch Einblicke ins Privatleben der Altkanzlerin. Merkel schilderte, wie sie den Übergang in den Ruhestand plante — zunächst mit einer Rückzugsphase an der Ostsee — bevor internationale Krisen den Terminkalender wieder bestimmten. „Ich hatte mir dann vorgenommen, erstmal sechs Wochen an die Ostsee zu verschwinden“, berichtete sie und schilderte, wie der Überfall auf die Ukraine diese Ruhe unterbrach.

    Angela Merkel sprach in Augsburg auch über ihr Leben nach der Kanzlerschaft

    Zwischen Politik und persönlichem Befinden schimmerte immer wieder Merkels pragmatische Art durch: Sie sprach von Lieblingsorten in Bayern, von Gartenarbeit und von den kleinen Dingen, mit denen sie ihren Alltag heute füllt.

    Dieser Artikel zählt zu unseren Favoriten aus dem Jahr 2025. Er stammt aus dem Archiv, aber wir wollten Ihnen das Thema noch einmal ans Herz legen. Das ganze Live-Interview vom August 2025 gibt es auch in folgendem Artikel im Video:

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