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Bischof Georg Bätzing: „Die AfD vertritt unsere Position nicht“

Augsburger Allgemeine Live

Bischof Georg Bätzing: „Die AfD vertritt unsere Position nicht“

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    War zu Gast bei "Augsburger Allgemeine Live": Bischof Georg Bätzing.
    War zu Gast bei "Augsburger Allgemeine Live": Bischof Georg Bätzing. Foto: Marcus Merk

    Deutschlands ranghöchster Kirchenvertreter, Georg Bätzing, bezog mit außergewöhnlicher Klarheit Stellung zur Rolle der katholischen Kirche in der aktuellen politischen Debatte: Besonders gegenüber der AfD zog der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz eine deutliche Grenze. Am Mittwoch, 16. Juli, war er zu Gast bei unserer Reihe „Augsburger Allgemeine Live“. Er stellte sich den Fragen von Daniel Wirsching und Birgit Müller-Bardorff, Redakteuren der Augsburger Allgemeinen.

    „Die AfD vertritt unsere Position nicht“, stellte Bätzing im Interview klar. Die Partei versuche immer wieder, sich mit ihrer strikten Abtreibungshaltung als Anwältin „christlicher Werte“ zu inszenieren – doch davon will er nichts wissen. Der Schutz des ungeborenen Lebens, wie ihn die AfD propagiere, gelte dort in Wahrheit nur für einen „völkischen Teil“ der Bevölkerung, nicht aber wirklich universell. Eine Nähe zwischen der AfD und kirchlichen Werten lehnt er strikt ab: „Es gibt keine Verbindung zu dieser Partei und ihrem Programm.“

    Eine frühe Distanzierung zur Partei und ihrem Kurs sieht Bätzing als notwendig, um gesellschaftliche Spaltungen nicht noch zu vertiefen. Wer Debatten wie die um die Bundesverfassungsgerichts-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf instrumentalisieren wolle, betreibe „Kulturkampf“ und schade dem gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit persönlichen Urteilen zur Kandidatur von Brosius-Gersdorf hielt er sich aber zurück und verwies auf die Verantwortung der Politik. Die zentrale Aufgabe von Parteien sei, Persönlichkeiten zu präsentieren, „die auch gewählt werden können.“ Dennoch betonte er: „Diese Frau hat es nicht verdient, so beschädigt zu werden“.

    Georg Bätzing: Frauen sollen Diakonin in der katholischen Kirche werden

    Im Fall Brosius-Gersdorf waren zuvor zwei bayerische Bischöfe mit ihrer Kritik in die Offensive gegangen, nachdem die Juristin in einem Gutachten argumentiert hatte, die volle Garantie der Menschenwürde könne auch erst ab Geburt greifen. Während Bätzing Verständnis für die Sorgen zeigt, setzt er vor allem auf Sachlichkeit: Die bisherige Abtreibungspraxis sei ein „kluger Kompromiss“, der das Selbstbestimmungsrecht der Frauen mit dem Schutz ungeborenen Lebens in Balance hält. Eine gesellschaftliche Spaltung dürfe nicht das Ergebnis einer Debatte werden – dafür trage auch die Kirche Verantwortung.

    Viele weitere Fragen drehten sich um die Rolle der Frau. Im eigenen Bistum setze Bätzing gezielt auf mehr weibliche Mitbestimmung in leitenden Positionen: „In allen Gremien, die wir haben, sind mittlerweile Frauen integriert. Sie entscheiden mit.“ Auch das synodale Hauptgremium seines Bistums wird inzwischen mehrheitlich von Frauen geprägt. Für Bätzing bleibt aber das Diakoninnen-Amt essenziell: „Ich wünsche mir, dass wir beide erleben, dass Frauen Diakonin in der katholischen Kirche werden. Das wäre ein unglaublicher erster Schritt.“

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