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Donald Trump und Wladimir Putin: Wer entscheidet über das Schicksal der Ukraine?

Kommentar

Im Ukraine-Krieg hat Europas Stunde geschlagen

Christian Grimm
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    US-Präsident Donald Trump (r.) und Russlands Staatschef Wladimir Putin werden das Schicksal der Ukraine besiegeln. Die Europäer sitzen am Katzentisch.
    US-Präsident Donald Trump (r.) und Russlands Staatschef Wladimir Putin werden das Schicksal der Ukraine besiegeln. Die Europäer sitzen am Katzentisch. Foto: Evan Vucci, AP, dpa (Archivbild)

    Europa hat den Schlag aus Amerika kommen sehen, er trifft dennoch mit voller Wucht. Wer in das Gesicht des deutschen Verteidigungsministers Boris Pistorius blickte, konnte die Wirkung erahnen. US-Präsident Donald Trump hat den Verbündeten auf dem alten Kontinent drei eiskalte Ansagen gemacht, die es in sich haben. Erstens: Wladimir Putin und ich beenden den Krieg in der Ukraine allein. Zweitens: Ihr habt nichts zu bestellen, müsste aber später die Drecksarbeit verrichten und mit eigenen Soldaten den Frieden sichern. Drittens: Das Völkerrecht interessiert uns nicht. Putin bekommt seine Beute.

    Spätestens seit dem Wahlsieg Trumps im November hätten sich die Europäer darauf vorbereiten können, was sie aber nicht taten. Sie klammerten sich an die schale Hoffnung, dass Trump nicht als Schwächling in die Geschichte eingehen wolle, indem er Putin zum Sieg verhilft. Dahinter schaut verschwommen die alte Zeit hervor, in der sich der große Bruder doch irgendwie um die Sicherheit Europas kümmert. Diese Zeit ist abgelaufen, ihre Stunde hat geschlagen. Der Abgang des greisen Joe Biden aus der politischen Arena steht sinnbildlich dafür.

    Was interessiert Trump der Krieg zweier Völker in Europa?

    Trumps Vertrauter Steve Bannon hat die neue Weltsicht zusammengefasst, die jetzt in den Vereinigten Staaten dominiert: Warum sollten sich die USA dafür interessieren, wenn zwei ferne slawische Völker aufeinander schlagen? Für die Ukraine ist Trump das Desaster, das sie immer befürchtet hatte. Welcher ukrainische Soldat will sich jetzt noch erschießen lassen, wenn er weiß, dass bald Schluss ist? Das Credo, keinen Frieden über die Köpfe der Ukrainer hinweg zu beschließen, ist zur hohlen Phrase geworden.

    Die Lage des Landes ist deshalb so prekär, weil die Europäer militärisch nicht in der Lage sind, einen Frieden in der Ukraine zu sichern. Deutschland als größte Macht ächzt bereits unter der vergleichsweise harmlosen Aufgabe, 5.000 Mann in Litauern abzustellen. Die Aufrüstung eines Landes ist nicht im Handumdrehen zu leisten. Sie dauert acht bis zehn Jahre. Drei Jahre sind seit dem russischen Überfall der Ukraine vergangen. Es ist zu wenig geschehen, um die Streitkräfte robust zu machen.

    Die Kosten dafür werden erheblich sein. Hunderte Milliarden Euro werden dafür gebraucht werden. Die Wiedereinführung der Wehrpflicht ist jetzt wahrscheinlich, um der Truppe genügend Rekruten zu verschaffen. Die Haltung, zur Not gehe ich wieder, wenn es mir auf dem Kasernenhof zu rau zugeht, wird nicht reichen. Mental dämmert Deutschland noch in der zu Ende gegangenen Epoche. Sicherheit hat wieder einen hohen Preis. Soldaten werden wieder mit ihrem Leben dafür einstehen müssen.

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