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Floppt der Film über Melania Trump?

USA

Eine Illusion von Nähe: Floppt der Film über Melania Trump?

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    Wer ist die Frau von Donald Trump wirklich? Eine Amazon-Doku gibt nun vor, darauf tatsächlich eine Antwort zu geben.
    Wer ist die Frau von Donald Trump wirklich? Eine Amazon-Doku gibt nun vor, darauf tatsächlich eine Antwort zu geben. Foto: Morry Gash/AP Pool/AP, dpa

    Zur privaten Premiere kamen Amazon-Gründer Jeff Bezos und CEO Andy Jassy ins Weiße Haus. Rund 70 Firmenschefs und Prominente waren geladen. Einige von ihnen applaudierten auch, als die First Lady und der Präsident am Donnerstagabend über den roten Teppich des nach Trump umbenannten Kulturpalasts am Potomac schritten; zwei After-Parties inklusive.

    Während das weltberühmte Kennedy Center nach der Umbenennung in „Trump-Kennedy Center” reihenweise Künstler von Weltrang verlor – darunter Renée Fleming, Philip Glass, die Nationale Oper und zuletzt Programmplaner Kevin Couch – feiert sich der Trump-Clan hier jetzt selbst.

    Wie viel spielt „Melania“ zum Startwochenende ein?

    An diesem Wochenende folgt nun der weltweite Kinostart, dem Donald Trump bereits einen „Wahnsinnserfolg“ voraussagt. Die Prognosen der Branche fallen deutlich zurückhaltender aus. Branchenexperten rechnen mit Einnahmen zwischen einer und fünf Millionen am Eröffnungswochenende. Das obere Ende würde den Streifen vor der Schmach bewahren, auf der Liste der schlechtesten Kinostarts aller Zeiten zu landen.

    Dass „Melania” kein totaler Flop wird, garantieren die Ticketkäufe der MAGA-Anhänger, für die der Film Pflichtprogramm ist. Helfen dürfte der enorme Werbeaufwand Amazons. Das Unternehmen kaufte die Rechte für die Produktion von Trump für geschätzte 40 Millionen Dollar und pumpte sagenhafte 35 Millionen in die Werbung. Das entspricht etwa dem Zehnfachen üblicher Budgets für Dokumentarfilme.

    Amazon zahlte der Produktionsfirma von Trump das Achtfache

    Amazon schaltete damit unter anderem Werbespots während der NFL-Playoff-Spiele und sorgt dafür, dass die Gefälligkeitsdokumentation zeitgleich in 3.300 Kinos weltweit läuft, darunter 1.700 in den USA und Kanada. Der offiziellen Premiere im umbenannten Kennedy Center folgen simultane Erstvorführungen in 20 US-Städten.

    Der Vergleich mit dem Oscar-gekrönten Dokumentarfilm „RBG” über Richterin Ruth Bader Ginsburg verdeutlicht Amazons beispielloses Engagement. „RBG” startete 2018 in nur 34 US-Kinos. Auch gemessen den tatsächlichen Produktionskosten wirken die investierten Summen grotesk. Dokumentarfilme dieser Art kosten laut Branchenexperten üblicherweise unter fünf Millionen Dollar. Amazon zahlte der Produktionsfirma Trumps das Achtfache und stach damit den zweithöchsten Bieter „Disney” mit 26 Millionen Dollar aus.

    Keine normale Ausgabe für eine Doku?

    „Das muss der teuerste Dokumentarfilm sein, der je ohne Musiklizenzen produziert wurde”, sagt Ted Hope gegenüber der New York Times. Hope baute von 2015 bis 2020 Amazons Filmabteilung mit auf. „Wie kann das nicht mit dem Werben um Gunst oder einer regelrechten Bestechung gleichgesetzt werden?”
    „RBG”-Regisseurin Julie Cohen weiß aus Erfahrung, „dass dies keine normale Ausgabe für einen Dokumentarfilm” sei. Amazon kaufe mit seinem Geld etwas anderes von Trump. „Das ist ein großes Problem”.

    Kontrovers ist auch die Wahl des Regisseurs. Brett Ratner („Rush Hour”, „X-Men”) hatte seit 2017 kein großes Projekt mehr realisiert, nachdem ihm mehrere Frauen im Zuge der #MeToo-Bewegung sexuelles Fehlverhalten vorhielten; Vorwürfe, die er bestritt. Laut Rolling Stone drehte Ratner den Film unter Zeitdruck mit drei verschiedenen Kamerateams, die Melania Trump in den 20 Tagen vor der Amtseinführung begleiteten. Crew-Mitglieder beschwerten sich über Chaos bei den Dreharbeiten und das Verhalten Ratners.

    Melania Trump führte selbst Co-Regie

    Während Kritiken zum Inhalt noch ausstehen, fallen die Erwartungen gering aus. Schließlich führte Melania Trump selbst Co-Regie. Die Frage ist eher, wie peinlich die Selbstbeweihräucherung der First Lady ausfällt, die mit einem Präsidenten verheiratet ist, der von Kriegsschiffen bis zum Kulturpalast alles schon zur Amtszeit nach sich benennt.

    Melania gilt als unnahbar: Soll der Film ihr Image aufpolieren?

    Die Meinung der Amerikaner über Melania bleibt gespalten. Laut einer CNN-Umfrage von Januar 2025 sehen etwa 30 Prozent der Erwachsenen sie positiv, während ungefähr der gleiche Anteil eine ungünstige Meinung hat. Der Film könnte ein Versuch sein, das Image der oft unnahbar wirkenden First Lady aufzumöbeln.

    Im Trailer inszeniert sich Melania Trump als Frau, die endlich ihr Geheimnis preisgibt. „Jeder will es wissen”, sagt sie direkt in die Kamera gerichtet. „Also hier ist es.” In Südafrika fällt der Kinostart aus Protest aus. Der Distributor Filmfinity begründete die Entscheidung mit dem „aktuellen Klima” in den USA. Die Südafrikaner werden auf die spätere Ausstrahlung bei Amazon Prime warten müssen.

    Ob Top oder Flop – für das Präsidentenpaar hat sich der Film bereits gelohnt. Die Trumps strichen abzüglich der Produktionskosten geschätzte 30 Millionen Dollar ein. Gesponsert von einem der reichsten Menschen der Welt.

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