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Freiwillig und trotzdem stark: Wo die Bundeswehr der US-Armee nacheifern sollte

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Freiwillig und trotzdem stark: Wo die Bundeswehr der US-Armee nacheifern sollte

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    Ein US-amerikanischer Paladin-Panzer steht hinter zwei Fahnen der USA und Deutschlands bei einer multinationalen Artillerie-Feuerübung der US-Armee mit knapp 2400 Soldaten aus 19 Nationen auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in Bayern.
    Ein US-amerikanischer Paladin-Panzer steht hinter zwei Fahnen der USA und Deutschlands bei einer multinationalen Artillerie-Feuerübung der US-Armee mit knapp 2400 Soldaten aus 19 Nationen auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in Bayern. Foto: Daniel Löb, dpa

    Kann Verteidigungsminister Boris Pistorius mit seiner neuen Militärstrategie wirklich die Bundeswehr mal eben von 180.000 auf 260.000 Soldatinnen und Soldaten wachsen lassen? Ohne die Wehrpflicht wieder scharfzustellen? Viele Deutsche halten das für schlichtweg unmöglich. Doch ein Blick auf die mächtigsten Streitkräfte der Welt widerlegt diese Schein-Gewissheit. In den USA dienen 0,4 Prozent der Bevölkerung in der Armee – freiwillig. In Deutschland sind es lediglich rund 0,2 Prozent. Zahlen, die andeuten, dass für die Bundeswehr gewaltig Luft nach oben ist.

    USA: Höherer Stellenwert der Armee in der Gesellschaft

    Zwar verfolgen die Vereinigten Staaten, aktuell zeigt das der Iran-Konflikt, ganz andere weltweite Ambitionen als die auf Verteidigung eingestellte Bundesrepublik. Das erklärt aber nicht den etwa doppelt so hohen Anteil an Menschen, die sich für eine Laufbahn in der Armee entscheiden. Im Gegenteil: Die Gefahr, im Einsatz getötet zu werden, ist für die US-GIs besonders hoch.

    Es muss also Gründe geben, warum das Militär in Amerika attraktiver ist als hierzulande. Der wichtigste ist der hohe Stellenwert, den das Militär in der Gesellschaft genießt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Passanten bei Personen in Uniform für deren gefährlichen Dienst bedanken, einfach so, zwischen Supermarktregalen. Die Wertschätzung drückt sich aber auch in Geld aus: Die USA geben mehr Geld für ihre Armee aus als jede andere Nation.

    In Deutschland, das zwei Weltkriege und unermessliches Leid verschuldet hat, sorgt dagegen alles, was mit Waffen und Krieg zu tun hat, für Unbehagen. Dass Freiheit und Demokratie Schutz benötigen, würden viele gern ignorieren. Als ob der Blick auf den brutalen russischen Angriffskrieg auf die Ukraine nicht die maximale Warnung wäre. Eine Debatte über die Wehrpflicht ist deshalb absolut richtig.

    Doch nach Lage der Dinge wird Deutschland außerhalb akuter Bedrohungsszenarien mit gut ausgebildeten, längerfristig dienenden Freiwilligen besser fahren. Für Unterbringung und Training Wehrpflichtiger müssten zudem erst wieder Kapazitäten geschaffen werden. Die Mittel für eine Kehrtwende bei der über Jahrzehnte kaputtgesparten Truppe stehen inzwischen wieder zur Verfügung. Pistorius' umfangreiches Strategiepapier betont nun, dass das Geld nicht nur in Panzer, Kampfflugzeuge und Drohnen investiert werden soll. Sondern auch bei den Menschen ankommen, die sie bedienen. Als Arbeitgeber, der attraktive Ausbildungsmöglichkeiten und Perspektiven bietet, kann die Bundeswehr ähnlich erfolgreich an Akzeptanz und damit an Kräften gewinnen wie die Streitkräfte der USA.

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