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Karin Prien als Bundespräsidentin? Was die CDU-Familienministerin so besonders macht

CDU

Lotst Friedrich Merz eine Merkel-Anhängerin ins Schloss Bellevue?

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    Karin Prien rückt in Stuttgart ins Zentrum der Aufmerksamkeit.
    Karin Prien rückt in Stuttgart ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Foto: Kay Nietfeld; dpa

    Vor dem am Freitag beginnenden CDU-Parteitag reden alle von Angela Merkel und Friedrich Merz. Doch womöglich werden bald alle von Karin Prien reden. Nicht ausgeschlossen ist sogar, dass die Bundesfamilienministerin als Favoritin für das allerhöchste Amt im Staat vom christdemokratischen Klassentreffen in Stuttgart nach Berlin zurückkehrt. Im Schatten der bevorstehenden Begegnung der Ex-Kanzlerin mit ihrem ewigen Rivalen, dem amtierenden Regierungschef, mehren sich die Anzeichen, dass dieser Parteitag für Prien zur ganz großen Bühne werden könnte. Von sich reden machen wird die 60-Jährige auf jeden Fall, etwa weil über ihre Forderung nach einem Social-Media-Verbot für Jugendliche diskutiert wird, die auch der Kanzler unterstützt. Oder durch die erstmals zur Anwendung kommende 50-prozentige Frauenquote bei der Wahl zur Parteispitze, für die sie kämpfte. Doch im Hintergrund geht es womöglich um viel mehr. Denn die Familienministerin gilt als personifiziertes Bindeglied zwischen der weit in den linken Teil des Meinungsspektrums offenen Merkel-CDU und der deutlich konservativeren Merz-Partei.  

    Mit der Personalie sorgte Merz für eine Überraschung

    Für viele überraschend hatte Merz die Juristin und Mutter von drei Kindern, bis dato Bildungs- und Wissenschaftsministerin von Schleswig-Holstein, in sein Kabinett berufen. Prien galt stets als Merkel-nah, erst bei näherem Hinsehen erkannten Beobachter in der Personalie plötzlich einen tieferen Sinn: Sie ist die Frau, die dafür sorgen soll, dass die CDU bei ihrer konservativen Kurskorrektur die Mitte nicht aus den Augen verliert. Und für das Milieu der einstigen Merkel-Wähler, das Sympathien für SPD oder Grüne hegt, anschlussfähig bleibt. Gerade die Grünen will sich die CDU als Koalitionspartner warmhalten. In Priens Heimat Schleswig-Holstein wie in Nordrhein-Westfalen, wo Merz herkommt, herrschen schwarz-grüne Koalitionen recht erfolgreich. Und in Baden-Württemberg, wo der Parteitag stattfindet, könnte nach der Landtagswahl auf die grün-schwarze Regierung eine schwarz-grüne folgen.

    Wenn die AfD den Kanzler stellt, will sie nach Israel auswandern

    Prien, jüdischen Glaubens und in den Niederlanden aufgewachsen, wohin ihre Großeltern vor den Nazis geflohen waren, verkörpert zudem wie kaum eine andere Persönlichkeit das Versprechen ihrer Partei, die Brandmauer zur rechtspopulistischen AfD zu erhalten.  Wenn die AfD den Kanzler stelle, werde sie nach Israel auswandern, sagte sie in einem Interview. Ihr erklärtes politisches Vorbild Angela Merkel hatte zuletzt Spekulationen zurückgewiesen, sie wolle Bundespräsidentin werden, wenn die Amtszeit von Frank-Walter Steinmeier 2027 endet. Seither wird die christdemokratische Integrationsfigur Karin Prien noch häufiger selbst als mögliche Kandidatin genannt.

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