Von solchen Gehaltserhöhungen können die meisten Beschäftigten nur träumen. Um 8,4 Prozent ist der gesetzliche Mindestlohn zum Jahreswechsel gestiegen, Anfang kommenden Jahres wird er um weitere fünf Prozent angehoben - und damit deutlich stärker als die Preise und die Produktivität in Deutschland zuletzt zugelegt haben. Für immer mehr Unternehmen wird der Mindestlohn damit zu einem echten Kostenfaktor, und zu einem unberechenbaren obendrein. Wer kann ihnen denn schon garantieren, dass die Politik nicht noch einmal ein Tabu bricht und die für die Berechnung des Mindestlohnes eingesetzte Kommission wie 2022 außen vor lässt?
Um ein Wahlversprechen der SPD einzulösen, wurde der Mindestlohn per Gesetz damals um satte 13 Prozent angehoben, von 10,45 auf zwölf Euro, ohne dass es eine entsprechende Empfehlung der dafür zuständigen, aus Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Sachverständigen besetzten Kommission gegeben hätte. Dass den Mindestlohn trotzdem noch vier von zehn Deutschen für zu niedrig halten, ist vor diesem Hintergrund eine bemerkenswerte Fehleinschätzung der ökonomischen Verhältnisse. Natürlich soll jeder von seiner Arbeit leben können und auch ein Beschäftigter, der nicht durch einen Tarifvertrag abgesichert ist, nicht ins Bodenlose fallen. Auch für den Mindestlohn jedoch gilt: Vor dem Verteilen kommt das Erwirtschaften.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren