Bayern hat das neue Jahr 2026 mit Feiern und Raketen begrüßt. Doch mit dem Jahreswechsel stehen einige Änderungen bevor. Manche betreffen Bürgerinnen und Bürger bundesweit, andere speziell den Freistaat. Die Übersicht gibt einen Einblick in die wichtigsten Neuerungen des Jahres 2026.
Mehr Mindestlohn: Minijobber nun mit knapp 600 Euro Verdienst pro Monat
Zum Start in das neue Jahr gibt es für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die auf den gesetzlichen Mindestlohn angewiesen sind, eine gute Nachricht. Zum 1. Januar 2026 stieg dieser von zuvor 12,82 Euro auf 13,90 Euro pro Stunde. Die Erhöhung des Mindestlohns begründete die Bundesregierung damit, dass der höhere Lohn die Kaufkraft stärke, die Binnennachfrage stabilisiere und dazu beitrage, dass Beschäftigte aus dem Niedriglohnsektor herauskämen.
Damit steigt auch die Verdienstobergrenze für Minijobber. 2025 durften sie 556 Euro brutto pro Monat im Jahresdurchschnitt verdienen, nun sind es 603 Euro. Damit können Minijobber weiterhin zehn Stunden pro Woche arbeiten, trotz Mindestlohnerhöhung.
Mehr Kindergeld aber Aus für Kinderstartgeld: Bayern streicht Zusatzleistung
Ursprünglich plante die bayerische Staatsregierung, am 1. Januar 2026 ein Kinderstartgeld einzuführen. Die Idee: Zum ersten Geburtstag eines jeden Kindes, das ab dem 1. Januar 2025 geboren wurde, sollten Eltern einmalig 3000 Euro vom Freistaat Bayern erhalten.
Ende des Jahres 2025 ruderte die Staatsregierung dann zurück. Das Kinderstartgeld kommt nicht, die Zusatzleistung wurde gestrichen. Das Geld solle laut dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales stattdessen gezielt in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen wie Kindertagesstätten investiert werden. Anspruch auf das bayerische Familiengeld haben nun nur noch Eltern von Kindern, welche vor dem 1. Januar 2025 geboren wurden.
In ganz Deutschland stieg zum Jahreswechsel der Kindergeldbetrag – allerdings nur leicht. In Zukunft gibt es monatlich 259 Euro pro Kind. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Betrag damit um vier Euro im Monat gestiegen.
Neuer Wehrdienst in Deutschland: Fragebogen statt Losverfahren
Er war Gegenstand einer der kontroversesten Debatten im vergangenen Jahr: der neue Wehrdienst in Deutschland. Die Bundesregierung debattierte wochenlang darüber, wie eine Neuauflage der seit Juli 2011 ausgesetzten allgemeinen Wehrdienstpflicht aussehen soll. Im Dezember 2025 stimmte der Deutsche Bundestag schließlich für die von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) vorgelegte Wehrdienstreform. Diese trat zum Jahreswechsel in Kraft.
Konkret bedeutet dies: Jugendliche, die in diesem Jahr 18 Jahre alt werden, sind dazu verpflichtet, einen Onlinefragebogen auszufüllen. Dabei werden laut dem Verteidigungsministerium „persönliche Daten, Verfügbarkeit, Bildungsabschlüsse und sonstige Qualifikationen sowie die Bereitschaft zu einer Wehrdienstleistung abgefragt“. Eine Verpflichtung zum Wehrdienst ist dies aber noch nicht. Den QR-Code zur Onlinebefragung erhalten nach ihrem 18. Geburtstag nicht nur Männer, sondern alle jungen Menschen in Deutschland. Allerdings sind nur Männer dazu verpflichtet, ihn auch auszufüllen.
Laut Aussagen des Ministeriums waren die benötigten Kapazitäten zur Musterung des Jahrgangs 2008 noch nicht erreicht, als die Reform im Dezember 2025 beschlossen wurde. Die Musterung werde deshalb schrittweise erfolgen. Die Reform sorgte auch in Bayern für Diskussionen und Proteste. Von der Wehrdienstreform sind im Freistaat zehntausende junge Menschen betroffen.
Regionaler Nahverkehr: Deutschlandticket wird teurer
2026 steigt erneut der Preis für das Deutschlandticket. Wer mit dem D-Ticket den öffentlichen Nah- und Regionalverkehr nutzen möchte, der zahlt ab dem 1. Januar 63 Euro im Monat. Die Entscheidung trafen die Verkehrsminister von Bund und Ländern gemeinsam.
Kunden des Abotickets wurden bereits im vergangenen Jahr über die Änderung informiert. Diese mussten der Preisanpassung ihres Abos zustimmen. Damit wurden die Kosten für das D-Ticket bereits zum zweiten Jahr in Folge erhöht. Das Ticket wurde 2023 eingeführt und kostete damals 49 Euro im Monat. Laut Aussagen der Bundesregierung nutzen ungefähr 14 Millionen Menschen in der gesamten Bundesrepublik das Deutschlandticket.
Mehr Fernverbindungen, auch ins Ausland: Neuer Fahrplan der Deutschen Bahn für Bayern
Für das neue Jahr hat die Deutsche Bahn (DB) einige neue Verbindungen in Bayern angekündigt. Die Bahn baut damit ihr Fernverkehrsnetz im Freistaat aus. Beispielsweise fahren künftig täglich 16 ICE von München nach Berlin.
Außerdem hat die Bahn ihrem Fahrplan auch einige Auslandsziele hinzugefügt. Aus der bayerischen Hauptstadt geht es 2026 mit dem Zug direkt in die europäischen Hauptstädte Ljubljana in Slowenien und Zagreb in Kroatien. Eine Übersicht zu allen Änderungen im neuen Fahrplan für Bayern finden Sie hier.
Onlineverträge: Widerrufbutton wird bei Online-Anbietern Pflicht
Eine Änderung für Verbraucherinnen und Verbraucher in Bayern soll am 19. Juni kommen. Wer online einen Vertrag abgeschlossen hat, soll diesen künftig auch online widerrufen können – ganz einfach per Mausklick. Das Gesetz verpflichtet Online-Anbieter dazu, einen solchen Button auf ihren Seiten einzubauen. Damit setzt Deutschland eine Richtlinie der Europäischen Union um.
Von der neuen Pflicht sind künftig Verträge in Bezug auf Waren, Dienstleistungen und Finanzdienstleistungen eingeschlossen. Die Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Stefanie Hubig (SPD), lobte das Gesetz, als es im vergangenen September beschlossen wurde. Es erhöhe den Verbraucherschutz und sei eine unbürokratische Lösung, so die Ministerin in einer Pressemitteilung des Ministeriums.
Bayern: Kommunalwahlen im März
Am 8. März finden in Bayern Kommunalwahlen statt. Dabei werden rund 40.000 Mandate neu gewählt. In Bayern geht es dann darum, wer erster Bürgermeister oder Oberbürgermeisterin wird und wie sich der neue Gemeinde- beziehungsweise Stadtrat zusammensetzt.
Die Kommunalwahl gilt als Stimmungstest für die bayerische Staatsregierung. Seit 2023 regiert eine Koalition aus CSU und den Freien Wählern den Freistaat Bayern. Zuletzt sank die Zufriedenheit mit der Arbeit der bayerischen Koalition.
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