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Der Corona-Herbst ist da – doch das Virus hat seinen Schrecken verloren

Kommentar Von Christian Grimm
30.06.2022

Die Corona-Fallzahlen steigen wieder, trotzdem werden wohl keine fundamentalen Freiheitseinschränkungen mehr kommen. Und dafür gibt es gute Gründe.

Wenn am Freitag Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach das Experten-Papier über die Wirksamkeit der Corona-Politik überreicht bekommt, wird unmittelbar danach der Kampf um die Deutungshoheit einsetzen. Haben tiefe Einschnitte in die Freiheit wie Kontaktverbote und Ausgangssperren tatsächlich das Virus zurückgedrängt? Für Lauterbach hängt viel an den Schlussfolgerungen der Wissenschaftler, denn er war stets ein Befürworter einer strengen Seuchenbekämpfung. Die Analyse der Experten wird Lauterbach auch die Legitimation dafür liefern, mit welchen Mitteln die laufende Sommerwelle und die wahrscheinliche Herbst-Welle gebrochen werden soll.

Nicht Gesundheitsminister Lauterbach prägt die Corona-Politik, sondern die FDP

Der bislang glücklos agierende Gesundheitsminister hat einen schweren Stand. Er mahnt, er appelliert, er warnt, um doch gegen Justizminister Marco Buschmann von der FDP jedes Mal den Kürzeren zu ziehen. Es sind die Liberalen, die die Corona-Politik der Bundesregierung prägen.

Wie aus Umfragen hervorgeht, ist immer noch ein beträchtlicher Teil der Menschen in Deutschland zu weitreichenden Einschränkungen bereit, um den Erreger einzuhegen. Eine Rückkehr der fundamentaler Freiheitseingriffen wird es trotzdem nicht geben – und zwar aus guten Gründen. Drei Viertel der Bevölkerung sind zumindest doppelt geimpft, Millionen haben zusätzlich eine Infektion durchgemacht.

Inzwischen gibt es wirksame Medikamente gegen Covid

Es gibt heute anders als in der Frühphase der Pandemie wirksame Medikamente bei schweren Verläufen. Deshalb beschränkt sich der Arztkoffer der Politik darauf, die Maskenpflicht wieder auszuweiten, den Älteren und allen Jüngeren, die es wollen, eine vierte Impfung anzubieten und zum Beispiel in Schulen wieder zu testen. Deutschland hat spätestens in diesem Frühjahr gelernt, mit dem Virus zu leben.

Die wieder emporgehenden Ansteckungszahlen rufen nur noch ein gleichgültiges Schulterzucken hervor und alle haben die Erwartung, dass es einen schon morgen trifft. Das ist gewiss nicht schön, aber von Angst und Panik ist nichts mehr zu spüren. Das Virus hat seinen Schrecken verloren.

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01.07.2022

Hoffentlich kann das Virus lesen und entwickelt sich in die Richtung, die dem Kommentator vorschwebt. Wenn es allerdings liest, dass sich nun jeder durch Eigenverantwortung schützen kann, dann wird es Freudentänze aufführen, denn dann hat es schon gewonnen.

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01.07.2022

Wie stark die Zahlen wieder steigen werden, auch wenn sich die Krankenhausbetten wieder mit Covid-Patienten füllen, im Gegensatz
zur Mehrheit der vorsichtig denkenden Bevölkerung ist die Lindner/Kubicki-FDP nicht bereit zu irgendwelchen Einschränungen wie
der Maske in Innenräumen. Coroan-Leugner und Impfgegner sind der letzte Strohhalm, an den sich die FDP klammert, nachdem ihr
die Wähler in Scharen zur Union weglaufen.
Wir haben 3 große Parteien mit der Union, der SPD und den Grünen. Radikale Parteien wie die AfD und die Linke ( beides Russland-
versteher ) und die populistischen Lindner und Kubicki, die die Menschen nur veräppeln, brauchen wirklich nicht.

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01.07.2022

Es gibt in Europa nur noch wenige Länder oder Regionen, die vergleichbar (strenge) Regeln wie Deutschland haben, z.B. Italien oder Wien. Ohne die FDP wären wir wahrscheinlich noch mehr Geisterfahrer in Sachen Coronapolitik. Und wir wären wahrscheinlich schon weiter in Sachen "leben mit dem Virus", wäre KL nicht unser "Gesundheits"-Minister, denn außer Corona und Impfen kennt er offensichtlich kein anderes Thema...

Long Covid, Herr W.S., ist kein Argument, sich nicht mit einem von vielen Atemwegserkrankungen zu arrangieren. Die Krankheitslast durch Omikron liegt zum Glück deutlich unter den Vorgängervarianten https://www.n-tv.de/wissen/Ist-Omikron-wirklich-die-mildere-Variante-article23433354.html und Long Covid Symptome, die eine hohe Korrelation zur psychischen Gesundheit aufweisen, treten nicht häufiger auf, als nach Influenza oder Lungenentzündung und deshalb verwundern solche Studienergebnisse nicht:

"Kinder zeigten nach einer überstandenen Covid-Erkrankung ähnliche Langzeitsymptome wie Kinder ohne nachgewiesene Infektion." https://www.morgenpost.de/vermischtes/article235698721/corona-long-covid-langzeitfolgen-kinder.html

"Etwa sechs bis 12 Monate nach einer COVID-19-Infektion ist das Risiko größer, eine Alzheimer-Demenz oder ein Parkinson-Syndrom zu entwickeln. Allerdings ist das Risiko dafür nach einer anderen Atemwegserkrankung wie Influenza oder der bakteriellen Lungenentzündung ebenso groß." https://www.dw.com/de/keine-angst-vor-alzheimer-nach-covid-19/a-62303350

Jeder kann sich nun individuell schützen (Eigenverantwortung), das muss für die meisten Bereiche nicht mehr staatlich geregelt werden, vor allem wenn nicht klar ist, welche Maßnahmen überhaupt sinnvoll waren (heute Vorstellung des Evaluationberichtes...)

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01.07.2022

Fürchterlicher Artikel!
Das Image des Journalismus hat wohl während der Pandemie zu recht Schaden genommen. Sie nutzen Ihre (zum Glück geringe Reichweite) um ein gefährliches Bild zu vermitteln. Anscheinend scheint entweder die Recherche oder die Reflexion der gefundenen Inhalte nicht Ihre Stärke zu sein. Ihre Aufgabe sollte nicht sein Ihre absolut unqualifizierte und realitätsferne Meinung zu propagieren, sondern die Leute zu informieren. Wie wäre es damit: Höchster Krankenstand seit 40 Jahren, eingeschränkter Betrieb von Krankenhäusern v.a. im Norden, verspätete Rettungsdienste, massiver Personalmangel in der Industrie usw.
Des Weiteren sollte im dritten Jahr Corona doch auch in Augsburg angekommen sein, dass Corona unberechenbar ist und eine neue Variante reicht und wir stehen da wie im Frühjahr 2020. Das will keiner mehr hören, ist aber leider Fakt.

Ihr Kommentar verachtet das Leben und ist daher eine Schande ohne auch nur den geringsten Mehrwert für den Leser. Bitte überdenken sie Ihre moralischen Ansichten.

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30.06.2022

Herr Grimm,
haben Sie schon etwas von Long Covid gehört ?

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