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Kommentar: Im Gesundheitssystem wird kurzsichtig gespart – auf dem Rücken der Kinder

Kommentar

Im Gesundheitssystem wird kurzsichtig gespart – auf dem Rücken der Kinder

Christian Grimm
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    Ein Team aus Ärzten und OP-Helfern operiert in einem HNO-Saal. Kinder müssen lange auf einen Termin warten, was die Sprachentwicklung verzögern kann.
    Ein Team aus Ärzten und OP-Helfern operiert in einem HNO-Saal. Kinder müssen lange auf einen Termin warten, was die Sprachentwicklung verzögern kann. Foto: Jonas Güttler, dpa

    Wer mit Praktikern aus dem Gesundheitswesen spricht, den lässt der Zynismus zusammenfahren. „Wenn Du zu viele Eingriffe mit Kindern machst, machst Du kein Geld.“ Es ist ein schauderhafter Satz. Er entstammt nicht dem schlechten Charakter von Krankenschwestern, Ärzten und Klinikmanagern, sondern den ökonomischen Zwängen im Gesundheitswesen. Dort muss in den nächsten Jahren hart gespart werden, weshalb der wirtschaftliche Druck weiter zunehmen wird.

    Die Deutschen werden besonders häufig im Krankenhaus behandelt

    Damit nicht die Kinder darunter leiden, deren unzureichende Behandlung später höhere Folgekosten nach sich zieht, muss klug gespart werden. Die Zahlen zeigen, dass die Deutschen häufiger im Krankenhaus behandelt werden, was die teuerste Form ist. Mehr Eingriffe könnten halb-ambulant über Belegärzte erfolgen, um die Kosten zu senken. Wenn die Kliniken ein wesentlicher Kostentreiber sind, dann wird es nicht ohne Einschnitte in den Spitälern gehen. Denn eine Klinik braucht einen gewissen Mindestumsatz, um überhaupt wirtschaftlich bestehen zu können.

    Mit seinem Ansatz war Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach auf dem richtigen Wege – weniger Krankenhäuser, aber dafür bessere. Auch diese Entscheidung hat eine Kehrseite. Der weitere Weg dahin ist eine zusätzliche Belastung vor allem für ältere Menschen und Eltern von Kindern, die dort behandelt werden. Man darf sich aber keine Illusionen machen: Für den Erhalt des jetzigen Systems ist weder Geld noch Personal da.

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