Wladimir Wladimirowitsch Putin ist ein Taktiker ohne Gewissen, aber kein Dealmaker. Das unterscheidet den KGB-geschulten Kremlchef von Donald Trump. Während der US-Präsident Venezuela militärisch bedrängt, um an die riesigen Ölvorkommen des Landes zu kommen, hat Putin die Ukraine angegriffen, um die Macht Russlands nach Vorbild sowjetischer Herrlichkeit auszubauen. Diese Strategie, die er in den 2000ern noch hinter friedensseligen Reden verborgen hat, verfolgt er längst unverhohlen: Mit zweierlei Arten der Konfrontation – mit hybrider Kriegsführung gegen Länder wie Deutschland und dem militärischen Krieg, der in der Ukraine tobt.
Die vergangenen Tage haben in expliziter Klarheit gezeigt, dass Putin sein Hauptziel nach dem fehlgeschlagenen Generalangriff vom Februar 2022 unverändert verfolgt: die Ausschaltung der Ukraine als eigenständigem Staat. Nun sieht der Diktator die Chance, dieses perfide Projekt in absehbarer Zeit ohne eine Weiterführung des blutigen und teuren Krieges zu erreichen, der auch in Russland tiefe Spuren hinterlässt. Das wäre eine Katastrophe für die Ukraine und Europa, die eintreten wird, wenn der gewissenlose Taktiker in Moskau und der Dealmaker in Washington zusammenarbeiten.
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