Der ukrainische Präsident Selenskyj fordert eine feste Zusage, dass sein Land nach dem Krieg Nato-Mitglied wird. Er drängt immer vehementer darauf, dass sein Land die feste Zusage erhält, nach dem Krieg Mitglied der Allianz zu werden. Am 11. Juli treffen sich die Präsidenten und Ministerpräsidenten des Bündnisses zum Nato-Gipfel in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Von dort, so hofft Selenskyj, soll das klare Signal ausgehen, dass die Ukraine eine Zukunft in der mächtigsten Verteidigungsallianz der Erde hat.
Eine Nato-Mitgliedschaft während des Krieges ist unrealistisch. Denn dann würde die Allianz doch noch direkt in den Krieg verwickelt werden. Doch schon die Option würde Kiew helfen, sich zu behaupten. Politisch und psychologisch. Denn der Westen könnte schlecht der Ukraine einen Beitritt fest zusagen, dann aber die militärische Hilfe drosseln. Vorhersehbar war, dass Moskau sich durch eine Nato-Erweiterung bedroht fühlen würde. Kremlsprecher Dmitri Peskow spricht von einer "ernsten, bedeutenden Gefahr für unser Land, für seine Sicherheit". Trotzdem wäre der Schritt notwendig, schreibt Simon Kaminski in seinem Kommentar.
Der Tag: Die russische Söldner-Truppe Wagner soll nach Aussagen ihres Chefs Jewgeni Prigoschin weiter für Moskau kämpfen.Am Freitag hatte er nach Klagen über fehlende Munition angekündigt, seine Kämpfer in der kommenden Woche aus Bachmut abzuziehen. Nun sagte Prigoschin, niemand habe mit ihm über den Mangel an Munition gesprochen. Die Stellungen in Bachmut sollen angeblich ab kommenden Mittwoch Kämpfer des tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow übernehmen.
Russland macht die Ukrainefür den Autobomben-Anschlag auf den bekannten kremlnahen Schriftsteller Sachar Prilepin verantwortlich und spricht von einem "Terroranschlag". Kiew bekannte sich nicht zu dem Attentat, bei dem Prilepin gestern schwer verletzt wurde - stritt eine Beteiligung aber auch nicht ab. Die Ermittlungen zum Attentat auf den 47 Jahre alten Prilepin seien noch nicht abgeschlossen, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Dennoch gehe es davon aus, dass der Westen hinter dem Anschlag stehe und die Ukraine ihn ausgeführt habe.
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Die Lage: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) ist angesichts der angespannten Lage um das frontnahe ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja alarmiert. Die Situation werde immer unberechenbarer und das Gefahrenrisiko in dem russisch besetzten AKW steige, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi. Er sei extrem besorgt über die sehr realen Sicherheitsrisiken und warnt vor einem drohenden schweren Atomunfall. Die moskautreue Verwaltung im Gebiet Saporischschja kündigte am Freitag Evakuierungen an, die Mitarbeiter bleiben aber vor Ort. Die Situation wird dennoch "zunehmend angespannt, nervenaufreibend und herausfordernd" für sie und ihre Familien, so Grossi. Dauerstress kann laut IAEA zu Fehlern und Unfällen im AKW führen.
Grossi forderte erneut eine Vereinbarung zwischen der Ukraine und Russland, um das AKW vor Angriffen zu schützen. Ursprünglich sei Moskau dem Plan positiv gegenübergestanden, während Kiew skeptisch gewesen sei, weil darin kein russischer Abzug aus dem Kraftwerk vorgesehen war, wie die Deutsche Presse-Agentur aus europäischen diplomatischen Kreisen erfuhr. Seit Kiew zuletzt eine positivere Haltung einnehme, aber gleichzeitig den Abzug der Russen fordere, zeige sich Russland nicht mehr so zustimmend, hieß es.
Bild des Tages:
Ein russischer Soldat bewacht das Kernkraftwerks Saporischschja. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) warnt vor einem möglichen Atomunfall aufgrund der angespannten Lage.
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(mit dpa)
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