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Landtagswahl: Rülke ist die letzte Patrone der FDP

Porträt

Hans-Ulrich Rülke: Kann dieser Mann die FDP retten?

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    Hans-Ulrich Rülke will die FDP in Baden-Württemberg in die Regierung führen.
    Hans-Ulrich Rülke will die FDP in Baden-Württemberg in die Regierung führen. Foto: Christoph Schmidt, dpa

    Viel Herumgerede ist Hans-Ulrich Rülkes Natur nicht, seine Rückfragen kommen präzise. Der FDP-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg hat einen Termin im Bereich „Gesundheitsindustrie“ am Fraunhofer-Institut in Stuttgart. Professoren und Mitarbeiter sind in großer Zahl im Besprechungsraum, stellen ihre Arbeit vor. Sollte Rülke das Kunststück schaffen, die FDP am 8. März tatsächlich wieder in den Landtag und sogar in die Landesregierung zu bringen, ist es ein offenes Geheimnis, dass er gerne das Wirtschaftsministerium führen würde. Der 64-jährige Fraktions- und Landesvorsitzende, der bereits zum dritten Mal in den Wahlkampf zieht, ist so etwas wie die letzte Patrone für die Liberalen. Nie waren die Erwartungen an den Mann aus Pforzheim größer.

    „Wenn wir es in Baden-Württemberg nicht schaffen...“

    „Wenn wir es hier in Baden-Württemberg nicht ins Parlament schaffen, glaubt keiner, dass wir es überhaupt noch schaffen können“ – ein Satz, den Rülke in diesen Wochen oft wiederholt. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass er den langjährigen FDP-Star Christian Lindner politisch überlebte, den er stets verdächtigt hatte, die Erfolge der Südwestliberalen nicht genug wertzuschätzen.

    Rülkes Politikkarriere begann vor fast drei Jahrzehnten in Pforzheim. Bis heute ist er der Stadt eng verbunden, führt in der zersplitterten Kommunalpolitik die Gemeinderatsfraktion von FDP und Freien Wählern an. Der damalige Gymnasiallehrer, seit 1985 Parteimitglied, wurde 2000 zum FDP-Kreisvorsitzenden gewählt und zog 2006 erstmals in den Landtag ein. 2009 wurde er Fraktionschef und profilierte sich schnell als scharfzüngiger Debattenredner, der heftig austeilen konnte, „Politik als Kampfsport“ wie er einst launig sagte. 

    Wenig schmeichelhafte Spitznamen für Hans-Ulrich Rülke

    Dafür kassierte er wenig schmeichelhafte Beinamen wie „Brüllke“ oder „Rüpel-Rülke“. Viele seiner Sprüche schafften es in die bundesweiten Medien. Mit dem Aufstieg von Social Media kassierte er nach so manch kalkulierter Provokation einen Shitstorm.

    Seit 2011 sind die Südwestliberalen in der Opposition, 2021 war Rülke aber schon einmal nah dran an der Landesregierung, denn die Grünen favorisierten zunächst eine Koalition mit SPD und FDP. Nur Ministerpräsident Winfried Kretschmann verhinderte dies mit seinem Festhalten an der CDU. Rülke nimmt ihm das bis heute übel.

    Die FDP liegt in Umfragen meist über fünf Prozent

    Die Umfragen verheißen den Liberalen, dass der Einzug in den Landtag machbar ist – sie liegen momentan zwischen fünf und sieben Prozent. Die Partei hat deshalb ihren Hoffnungsträger mit Machtfülle ausgestattet, seit 2025 ist er auch Parteichef im Ländle. Zwar gab es vereinzelt internen Unmut, mancher nahm Rülke seine klare Frontstellung gegen die Grünen übel, sogar eine Gegenkandidatur schien möglich. Doch er hat sämtliche Widersacher überlebt. Diese störten sich vor allem an Rülkes gelegentlichem Unvermögen, von der scharfen Attacke auf konziliante Töne umzustellen. Er hat nicht die Gabe, jovial viele Freunde um sich zu scharen, aber mit wem er befreundet ist, der kann mit Treue auch in schlechten Zeiten rechnen.

    In den vergangenen Jahren blieb der Chefliberale der scharfzüngige Redner, dessen Auftritte im Landtag den Blutdruck der Konkurrenz hochtreiben. Aber mit dem Alter schien er doch gereift zu sein. Attacken wurden nur noch dosiert verteilt. Rülke profilierte sich zugleich zunehmend als einer, der auch Fäden knüpfen kann, etwa zum CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel, aber auch in die SPD. Denn: Nur im Bündnis mit beiden kann die FDP überhaupt auf den Regierungswechsel hoffen – und Rülke letztmals auf das Wirtschaftsministerium. 

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