Nach einem verlorenen Spiel reden Fußballtrainer gerne von einem „gebrauchten Tag“. Soll heißen: Der Auftritt des Teams war eine herbe Enttäuschung. Friedrich Merz hat demnach ein gebrauchtes Halbjahr als Kanzler hinter sich. Er ging mit seiner Mannschaft auf den Platz und leitete clevere Spielzüge ein. Die Zuschauerinnen und Zuschauer begeistert Schwarz-Rot jedoch nicht. Im Gegenteil. Der Blick auf die Umfragewerte weist nur Niederlagen auf.
Eine funktionierende Demokratie zeichnet sich durch politische Repräsentation und das Prinzip der Volkssouveränität aus. Merz erweckt jedoch den Eindruck, die Generaldebatte zeigte es wieder, über allem zu stehen: Er macht es richtig, die anderen haben es nur noch nicht begriffen. Entfremdung ist die Folge – der Rentenstreit zeigt, dass das inzwischen sogar für Teile seiner Partei gilt.
Eigentlich ist die Regierung Merz beim Abarbeiten des Koalitionsvertrages fleißig
Merz und seine Kabinettskollegen sind bei der Abarbeitung des Koalitionsvertrages so fleißig wie kaum eine andere Regierung zuvor. Wenn sie sich nun noch Zeit für eine kritische Überprüfung ihrer Machtausübung nehmen und die richtigen Lehren aus dem gebrauchten Halbjahr ziehen, dann geht es im neuen Jahr mit einiger Sicherheit in Richtung Tabellenspitze.
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