Münchner Sicherheitskonferenz: Das sagt Friedrich Merz in seiner Rede
Münchner Sicherheitskonferenz
Kanzler Merz hält Grundsatzrede auf Sicherheitskonferenz: „Zerreißt Europa, zerreißen wir“
Friedrich Merz hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz die Neubegründung des transatlantischen Verhältnisses vorgeschlagen. Von Trump grenzt er sich scharf ab.
Friedrich Merz hat auf der Münchener Sicherheitskonferenz den europäischen Geist beschworen .Foto: Kay Nietfeld/dpa
Bundeskanzler Friedrich Merz hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) den USA die Neubegründung des transatlantischen Verhältnisses vorgeschlagen sowie die Einheit von Nato und Europa beschworen. Merz sagte: „Wir Europäer wissen, wie kostbar das Vertrauen ist, auf dem die Nato gründet. Im Zeitalter der Großmächte werden auch die USA auf dieses Vertrauen angewiesen sein. Selbst sie stoßen an die Grenzen der eigenen Macht, wenn sie im Alleingang unterwegs sind.“ Die Nato sei nicht nur „unser, sondern auch euer Wettbewerbsvorteil“, betonte der CDU-Chef mit Blick auf die größte US-Delegation, die jemals in den Bayerischen Hof gereist ist.
In seiner außenpolitischen Grundsatzrede ging Merz explizit auch auf die Anwürfe von US-Vizepräsident JD Vance ein, der im vergangenen Jahr die MSC eröffnet hatte. Vance hatte mit den europäischen Verbündeten abgerechnet und eine tiefe Kluft zwischen den USA und Europa beschrieben. Merz erwiderte deutlich: „Der Kulturkampf der MAGA-Bewegung ist nicht unserer. Die Freiheit des Wortes endet hier bei uns, wenn sich dieses Wort gegen Menschenwürde und Grundgesetz wendet. Wir glauben nicht an Zölle und Protektionismus, sondern an freien Handel. An Klimaabkommen und Weltgesundheitsorganisation halten wir fest, weil wir überzeugt sind: Globale Aufgaben werden wir nur gemeinsam lösen.“
Grundsatzrede auf Münchner Sicherheitskonferenz: Merz war sehr kritisch, aber konstruktiv
Das sei umso wichtiger, als dass es die alte Weltordnung nach Merz Befund nicht mehr gibt. Zumal der Führungsanspruch der Vereinigten Staaten angefochten, vielleicht verspielt, sei. Merz forderte deshalb, die Nato nicht abzuschreiben, sondern im Bündnis „im eigenen Interesse einen starken selbsttragenden europäischen Pfeiler errichten.“
Merz beschwört auf der Münchner Sicherheitskonferenz die europäische Einheit
Wie das gelingen soll? Zum einen erinnerte Merz an Artikel 42 des Vertrags über die Europäische Union, in dem die Mitgliedstaaten sich verpflichten, einander im Fall eines bewaffneten Angriffs beizustehen. Merz schlug nun vor: „Wir müssen ausbuchstabieren, wie wir dies europäisch organisieren wollen. Nicht als Ersatz für die Nato, sondern als einen selbsttragenden, starken Pfeiler des Bündnisses.“
Und ohne die USA zerreißt die Nato. Das beschädigte transatlantische Verhältnis ist nicht nur das dominante Thema bei weltgrößten Treffen von Sicherheitsexperten. Es schlägt sich inzwischen auch deutlich in Umfragen nieder: Einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge nehmen 49 Prozent der Befragten die USA eher als Gegner und nur 16 Prozent überwiegend als Partner wahr.
Söder schlägt den USA vor: Wir werden besser, ihr freundlicher
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder sagt es so: „Wir wollen Partner sein, nicht Untergebene.“ Und er schlug vor: „Wir werden besser, ihr werdet freundlicher.“ Am Samstag wird US-Außenminister Marco Rubio darauf antworten.
Diskutieren Sie mit
XXX 0 Kommentare
hier kommen komentare rein
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren