Die Hasenpest, auch Tularämie genannt, ist eine für Hunde potenziell ernsthafte Erkrankung und gehört in Deutschland zu den meldepflichtigen Tierseuchen. Die Infektionskrankheit tritt bei verschiedenen Säugetierarten auf, wobei der Feldhase hierzulande als häufigster Überträger gilt. Dennoch gibt es für Hunde als auch Menschen zahlreiche Wege, sich mit der Krankheit zu infizieren. Was Halter über die Krankheit wissen müssen, wie sie eine Infektion bei ihrem Vierbeiner erkennen und wie sie das Tier und sich selbst vor einer Ansteckung schützen können, lesen Sie hier.
Übrigens: Neben Feldhasen stellen auch Füchse eine potenzielle Gefahr beim Gassigehen dar. Denn sie können die Fuchskrankheit übertragen.
Hasenpest: Was hat es mit der Erkrankung auf sich?
Bei der Hasenpest handelt es sich nach Angaben des medizinischen Nachschlagewerks MSD Manual um eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Francisella tularensis ausgelöst wird. Normalerweise kommt das Bakterium vor allem bei Nagetieren, Kaninchen und Hasen vor. In Deutschland gilt laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) insbesondere der Feldhase als wichtige Quelle des Erregers. Doch auch andere wild lebende Tiere sowie Nutz- und Haustiere können Träger der Bakterien sein.
Auch der Mensch kann sich mit Francisella tularensis infizieren. Denn wie das Robert Koch-Institut (RKI) informiert, ist die Hasenpest eine Zoonose – also eine Krankheit, die von Tieren auf Menschen übertragen werden kann. In Deutschland hat es dem RKI zufolge in den vergangenen Jahren einen kontinuierlichen Anstieg von Fallzahlen bei Menschen gegeben. Seit 2020 wurden demnach jährlich zwischen 65 und 214 Fälle gemeldet. Doch wie gefährlich ist die Hasenpest eigentlich für Hunde – und woran können Halter erkennen, dass sich ihr Vierbeiner infiziert haben könnte?
Hasenpest beim Hund: Wie können Halter die Erkrankung erkennen?
Hunde, die sich mit der Hasenpest infizieren, bekommen laut der Kleintierpraxis im Moos und der Kleintierpraxis Am Heerbusch plötzliches Fieber, sind schlapp, zeigen wenig Appetit und haben vergrößerte Lymphknoten. In manchen Fällen können außerdem Hautveränderungen auf der Zunge und im Rachen auftreten. Auch eine Gelbsucht, die mit Gelbfärbung der Haut und Schleimhaut einhergeht, sei möglich.
Wie das Portal petsvetcheck.de informiert, können als weitere Symptome Atembeschwerden, Husten und Nasenfluss auftreten, sobald die Lunge betroffen ist. In manchen Fällen sind auch Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen und Durchfall möglich. Bei schweren Infektionen könne es zudem zu einer lebensbedrohlichen systemischen Erkrankung kommen. Dem Informationsportal zufolge können die Symptome von Hund zu Hund variieren, abhängig von der Art der Exposition und dem Gesundheitszustand des Vierbeiners.
Wie kann man Hunde vor der Hasenpest schützen?
Ein Hund kann sich auf verschiedene Weisen mit den Erregern der Hasenpest infizieren. Ein möglicher Übertragungsweg ist der direkte Kontakt mit erkrankten Tieren. Wie die Kleintierpraxis Am Heerbusch informiert, kann eine Ansteckung durch Kontakt mit Fleisch, Blut, aber auch Ausscheidungen der betroffenen Tiere erfolgen. Daneben besteht die Gefahr einer Übertragung durch Zecken, Mücken, Flöhe, Läuse oder Milben. Auch das Trinken aus Pfützen in Waldgebieten birgt neben anderen Krankheitserregern das Risiko einer Tularämie-Infektion. Das Einatmen von aufgewirbeltem Staub, Heu oder Erde gilt als weitere Ansteckungsmöglichkeit.
Eine zugelassene Impfung gegen die Hasenpest existiert in Deutschland laut petsvetchek.de bislang nicht. Um eine Ansteckung mit dem Bakterium zu vermeiden, sollten Hundehalter daher folgende Vorsichtsmaßnahmen treffen:
- Kontrolle von Zecken und blutsaugenden Insekten, die als Überträger gelten, sowie regelmäßige Anwendung von geeigneten Zeckenschutzmitteln.
- Hunde von Gebieten fernhalten, in denen infizierte Wildtierfälle bekannt sind.
- Hunde von Kontakt mit lebenden oder toten Wildtieren abhalten.
- Hunde nicht aus Pfützen trinken lassen.
- Über lokale Ausbrüche informiert bleiben. Besondere Vorsicht gilt in Endemiegebieten, wo die Krankheit dauerhaft oder gehäuft auftritt.
Laut der Tierärztlichen TagesKlinik Jekel werden infizierte Hunde mit Antibiotika behandelt, wobei die Chancen auf Heilung bei frühzeitiger Behandlung sehr gut sind.
Hasenpest: Wie gefährlich ist die Krankheit für Menschen?
Als häufigster Übertragungsweg für Menschen gilt der Kontakt mit erkrankten Wildtieren oder deren Ausscheidungen, etwa beim Häuten oder Ausnehmen von erlegtem Wild. Das LGL bezeichnet die Hasenpest daher auch als „Berufskrankheit“, die vor allem Jäger, Köche, Metzger, Landwirte oder Tierärzte betrifft. Die Ansteckung kann dabei auf zahlreichen Wegen erfolgen: Bissverletzungen, Einatmen infektiöser Stäube, Verzehr von unzureichend erhitzten Nahrungsmitteln oder kontaminiertem Wasser gelten allesamt als mögliche Infektionswege. Aber auch die Übertragung durch Zecken stellt für Menschen ein Risiko dar.
Beim Menschen äußert sich die Infektionskrankheit nach Angaben des LGL zunächst mit unspezifischen, grippeartigen Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Mattigkeit. Bei Infektionen über Hautläsionen, Stiche oder Bisse können laut dem Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz zudem schmerzhafte Geschwüre an der Eintrittstelle entstehen sowie eine regionale Lymphknotenschwellung. Wer die Erreger einatmet, kann eine Lungenentzündung bekommen. Nach dem Verzehr von kontaminiertem Essen können Geschwüre im Rachen und an den Mandeln, sowie Erbrechen und Durchfall auftreten. In seltenen Fällen kann es zu septischen Verläufen und Todesfällen kommen.
Um schwere Verläufe zu vermeiden, ist eine frühzeitige Therapie laut RKI essenziell. Die Erkrankung wird in der Regel mit Antibiotika behandelt. Auch für Menschen gilt bei Ansteckung mit der Krankheit eine Meldepflicht.
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