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Hobby Dogging – Gassigehen ohne Hund? Das steckt hinter dem neuen Trend

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Hobby Dogging – Gassigehen ohne Hund? Das steckt hinter dem neuen Trend

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    Statt mit echten Vierbeinern üben die Teilnehmer im Hobby Dogging-Kurs mit Fantasie-Hunden an der leeren Leine.
    Statt mit echten Vierbeinern üben die Teilnehmer im Hobby Dogging-Kurs mit Fantasie-Hunden an der leeren Leine. Foto: Jason Tschepljakow, dpa

    Hunde gehören zu den beliebtesten Haustieren in Deutschland und gelten für viele Besitzer als Teil der Familie. Wer jedoch kein Haustier halten kann oder vielleicht noch unsicher ist, ob er sich wirklich einen Hund anschaffen möchte, kann sich jetzt beim sogenannten Hobby Dogging austoben. Gassigehen, Kommandos üben, Parcourstraining in der Hundeschule: Bei diesem neuen Trend versuchen sich die Teilnehmer an typischen Aufgaben der Hundeerziehung – allerdings ganz ohne Hund. Denn der Vierbeiner existiert beim Hobby Dogging nur in der Fantasie. Was genau steckt hinter dem Konzept?

    Hobby Dogging: Was ist das und woher kommt der Trend?

    Die Bezeichnung Hobby Dogging ist an die Trendsportart Hobby Horsing angelehnt, der in den vergangenen Jahren viel mediale Aufmerksamkeit zuteilwurde. Dabei stellen Menschen aller Altersgruppen mit einem Steckenpferd Elemente aus dem Reitsport nach, absolvieren etwa einen Hindernisparcours oder imitieren Dressurdisziplinen. Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert auch das Hobby Dogging, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) erklärt: Es geht darum, verschiedene Abläufe und Lektionen im Hundetraining durchzuspielen, ohne dass ein echter Vierbeiner anwesend ist. Die Teilnehmer führen lediglich ein leeres Hundegeschirr an der mit Draht verstärkten Leine über den Übungsplatz, lassen das ausgedachte Tier über Hindernisse springen, verteilen Lob, Streicheleinheiten und Leckerlis aus Luft.

    Hundetrainerin Barbara Gerlinger aus Bad Friedrichshall hat die unkonventionelle Disziplin ins Leben gerufen und ist überzeugt, dass sie künftigen Hundebesitzern damit einen echten Mehrwert bieten kann. Auf Social Media hat Gerlinger Videos mit Eindrücken aus ihren Kursen veröffentlicht, die teilweise millionenfach aufgerufen wurden und sogar international Aufmerksamkeit erregten. Selbst Menschen in Japan und den USA seien dadurch auf das Hobby Dogging aufmerksam geworden, sagte die Hundetrainerin der dpa.

    Doch nicht bei allen kommt das Konzept gut an. So finden sich unter den Instagram-Videos zahlreiche ungläubige und hämische Kommentare. „Wie verstrahlt muss man eigentlich sein?“, fragt etwa ein Nutzer. Ein anderer kritisiert, die Hobby Dogger sollten doch lieber mit echten Hunden aus dem Tierheim spazieren gehen. Viele User spekulieren, ob es sich möglicherweise schlicht um einen Scherz handelt.

    Hundetraining ohne Hund: Was soll Hobby Dogging bringen?

    Barbara Gerlinger lassen die skeptischen Reaktionen und der Spott allerdings kalt. Sie weiß, dass es durchaus skurril wirkt, mit einem imaginären Hund zu trainieren. „Es ist ein bisschen verrückt“, räumt sie selbst im Gespräch mit der dpa ein. „Aber was ist nicht verrückt? Wir leben in einer verrückten Welt.“ Zunächst sei die Idee des Hobby Dogging tatsächlich aus einem Witz heraus geboren, erklärt die Hundetrainerin. „Wir haben uns totgelacht über uns selber, und dann hab ich plötzlich gesagt: Ne, stopp. Die Idee ist eigentlich richtig gigantisch“, erzählt die 65-Jährige.

    Der Gedanke habe sich in ihrem Kopf festgesetzt und allmählich zu einem ernst gemeinten Ansatz entwickelt. Denn schließlich komme es beim Hundetraining nicht nur auf das Tier selbst an, sondern auch zu einem wesentlichen Teil auf das Verhalten des Besitzers, meint Gerlinger. Und genau dort will sie mit ihrem Hobby Dogging ansetzen.

    Für die Kursteilnehmer sei der Umgang mit den Fantasie-Hunden eine Art mentales Training. Es gehe darum, sich in Konzentration zu üben und ein sicheres Auftreten zu erlernen, erklärt Gerlinger der dpa. Beim regulären Hundetraining hörten ihr die Besitzer oft gar nicht richtig zu, weil sie durch ihren Vierbeiner abgelenkt seien. Mit einem imaginären Hund kann das nicht passieren. Stattdessen seien die Hobby Dogger gezwungen, ganz auf sich selbst zu achten, und könnten so intensiv an Dingen wie der eigenen Körperspannung, Haltung, Stimme und Kommunikation arbeiten.

    Damit soll Hobby Dogging sowohl Menschen ansprechen, die bereits einen Hund besitzen, als auch solche, die mit dem Gedanken spielen, sich ein Tier zuzulegen. Denn das Training mit der leeren Leine dient laut Gerlinger als Vorbereitung für den Umgang mit dem echten Hund. So könnten die Kursteilnehmer verschiedene Szenarien ohne Stress und Sorge vor Fehlern üben, bevor dann der Vierbeiner aus Fleisch und Blut dran ist. Ob Hobby Dogging ein Nischenangebot bleibt oder sich als Trockenübung bei Hundeliebhabern und -trainern durchsetzen kann, wird die Zukunft zeigen.

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