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Hunde-Besitzer von American Bulldog getötet: Wie gefährlich ist die Rasse?

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Hunde-Besitzer von American Bulldog getötet: Wie gefährlich ist die Rasse?

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     Auch Hunde der Rasse American Bulldog können ihre Halter angreifen.
     Auch Hunde der Rasse American Bulldog können ihre Halter angreifen. Foto: alberto, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Hunde gehören wohl zu den liebsten Haustieren der Menschen. Welche Rasse man wählt, kann jedoch Einfluss auf die Haltung und das Verhalten des Tiers haben. Manche Hunderassen gelten als aggressiver als andere. In extremen Fällen kann dies sogar zu tragischen Unfällen führen: So ereignete sich kürzlich in Niedersachsen ein Vorfall, bei dem ein Hundebesitzer durch die Attacke seines American Bulldog ums Leben kam.

    American Bulldog tötet Hundebesitzer: Was ist passiert?

    Am Donnerstagmittag, 8. Januar 2026, wurde ein 33-jähriger Mann in Lohne im Landkreis Vechta tot aufgefunden. Eine Passantin entdeckte den Mann laut einer Mitteilung der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta scheinbar hilflos in einem Straßengraben liegend und alarmierte daraufhin die Rettungskräfte. Als diese eintrafen, konnten sie nur noch den Tod des Mannes feststellen.

    Neben dem Verstorbenen befand sich sein American Bulldog, der seinen Halter offenbar tödlich verletzt hatte. Aus dem Obduktionsbericht vom Montag, 12. Januar 2026, ging hervor, dass das Verletzungsbild für eine „körperliche Auseinandersetzung“ zwischen dem Hund und seinem Halter spricht. Auf Nachfrage des NDR Niedersachsen teilte die Polizei mit, der 33-Jährige habe bei dem Angriff so schwere Gesichtsverletzungen erlitten, dass er infolgedessen starb. Wie es zu der Auseinandersetzung kam, ist bislang unklar und weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

    Für die Einsatzkräfte war die Lage vor Ort besonders herausfordernd: Wie die Polizei berichtete, wich der Hund seinem Halter nach dem tragischen Vorfall nicht von der Seite. Zudem zeigte sich die Stimmung des Tiers weiterhin „schwankend“ und erschwerte die Arbeit von Polizei und Rettungsdienst. Erst mit der Unterstützung einer Mitbewohnerin des Verstorbenen konnte die Situation gesichert werden.

    Wie ging es für den Hund nach dem Angriff weiter?

    Nach dem tödlichen Angriff auf seinen Halter wurde der Hund in amtliche Verwahrung genommen. Wie der Landkreis Vechta dem NDR mitteilte, befindet sich der American Bulldog derzeit in einem „gesicherten Zwinger eines Tierheims“. Dort könne das Tier versorgt werden, ohne dass ein direkter Kontakt mit den Mitarbeitenden notwendig sei.

    Eine Abgabe an einen neuen Halter sei prinzipiell möglich, wie der Veterinäramtsleiter Andree Schmidt dem NDR sagte. Das Tier sei bisher nicht auffällig gegenüber Menschen gewesen. Voraussetzung für eine Abgabe ist jedoch, wie der Landkreis Vechta dem NDR erklärt, dass der künftige Besitzer eine Erlaubnis zur Haltung eines gefährlichen Hundes besitzt.

    American Bulldog: Ist die Hunderasse gefährlich?

    Bestimmte Hunderassen gelten als weniger anfängertauglich und werden in einigen Bundesländern sogar als gefährlich eingestuft. Laut der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz gehören dazu etwa American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier oder allgemein Pitbull-Typen. Doch wie sieht es mit American Bulldogs aus? Gehören sie ebenfalls zu den gefährlichen Rassen?

    Der American Bulldog wurde laut dem Hundeexperten Martin Rütter ursprünglich als Hof- und Jagdhund gezüchtet. Er wurde gehalten, um Haus und Hof zu bewachen oder bei der Jagd nach Wildschweinen zu helfen.

    Wie die Geschäftsführerin der Hellhound Foundation e. V., Vanessa Bokr, dem Tiermagazin Petbook erklärt, lebt diese Rasse normalerweise in den Südstaaten der USA: „Da beißen diese Hunde alles tot, was nach Eindringling aussieht“, so die Expertin. An sich seien American Bulldogs jedoch nicht gefährlich. Auch Martin Rütter betont, dass die Rasse „wachsam, aber nicht grundsätzlich aggressiv“ ist. Vielmehr gelten sie sogar als verschmust und familien- und kinderfreundlich.  

    Aggressive Hunde: Warum es zu Angriffen kommt

    Warum Hunde immer wieder ihre Halter angreifen, scheint für die Hundeexpertin Vanessa Bokr klar zu sein. Es komme dabei nicht auf die Rasse oder den Hund selbst an. Vielmehr seien oft die Menschen das Problem, die „komplett sozial inkompetent und naiv an die Hundehaltung herangehen“, erklärt sie im Petbook-Interview. Vielen Besitzern fehle schlicht die Sachkunde, um Hunde artgerecht zu halten und richtig mit ihnen umzugehen.

    American Bulldogs beispielsweise benötigen laut Bokr „einen klaren und verantwortungsbewussten Umgang“. Fehle dieser, könnten sie ihren Besitzer im schlimmsten Fall körperlich angehen, um sich durchzusetzen. Auch die Auslastung des Hundes spiele eine wichtige Rolle: Lebe der Hund in beengten Wohnverhältnissen und dürfe nur zweimal täglich für eine kurze Gassirunde ins Freie, entspreche dies nicht den natürlichen Bedürfnissen einer Bulldogge. Die Hunde seien gezüchtet, um „sich frei und selbstständig zu bewegen, zu jagen und zu wachen“, erläutert Bokr.

    Als Lösung schlägt Bokr einen Tierhaltungs-Führerschein vor, den jeder absolvieren sollte, bevor er sich einen Hund anschafft. Derzeit ist ein solcher in Deutschland nicht verpflichtend. Es gibt laut der Bayerischen Landestierärztekammer aber Schulungen zu Grundwissen und einem sicheren Umgang mit Hunden, die von geschulten Tierärzten angeboten werden.

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