Der Besuch eines Tulpenfestivals endete für einen Hund in Großbritannien tödlich. Die BBC berichtet, dass die Hundebesitzerin Jemma Ladwitch mit ihrem Spaniel „Bobby“ das Tulpenfest von Farmer Copleys im englischen Pontefract, West Yorkshire, besuchte. Drei Stunden später soll ihr dreijähriger Hund Krampfanfälle bekommen haben und verstorben sein. Eine Tierärztin hatte Ladwitch laut BBC wenig später erklärt, dass Tulpen hochgiftig für Hunde seien. Sie würden Mund, Magen und Haut reizen und könnten zu Magenverstimmungen, Atembeschwerden und Krampfanfällen führen – und im schlimmsten Fall können die Vergiftungen und Reizungen tödlich sein, wie der Fall in West Yorkshire zeigt.
Doch Tulpen sind nicht die einzigen Frühlingsblumen, die für Hunde giftig sind. Welche Frühlingsblüher Hunden gefährlich werden können und bei welchen Blumen sich Hundebesitzer keine Sorgen machen müssen, erfahren Sie hier.
Welche Frühlingsblumen sind giftig für Hunde?
Wenn ein neues Jahr beginnt, muss man nicht lange auf die ersten Frühjahrsblüher warten. Schon gegen Ende Januar blühen Schneeglöckchen als Vorboten des Frühlings, wie der NDR informiert. Hunden bleibt das nicht verborgen, sie erschnüffeln Frühjahrsblüten schnell, buddeln Blumenzwiebeln aus und knabbern an Stängeln. Ein Verhalten, das für Vierbeiner gefährlich werden kann, da einige Frühjahrsblumen giftig für sie sind.
„Schnee- und Maiglöckchen, Narzissen, Tulpen und Veilchen beispielsweise enthalten Stoffe, die bei Hunden Vergiftungserscheinungen auslösen können“, erklärt Tierärztin Dr. Tina Hölscher dem Industrieverband Heimtierbedarf (IVH). In einem Blogbeitrag der Tierarztpraxis Dr. Maul + Dr. Herget werden die folgenden Pflanzen, die im Frühling blühen, als giftig für Hunde bezeichnet: Tulpen, Narzissen, Maiglöckchen, Krokusse, Hyazinthen und Rhododendren.
Die Giftstoffe befinden sich laut Dr. Hölscher in unterschiedlichen Teilen der Pflanzen. Am höchsten sei die Konzentration in Blumenzwiebeln. „Besonders häufig treten derlei Vergiftungen im Frühjahr und im Herbst auf – wenn die Blumen blühen und wenn sie gepflanzt werden“, sagt die Tierärztin.
Vergiftung durch Frühlingsblüher: Welche Symptome können bei Hunden auftreten?
Eine Vergiftung durch Frühlingsblumen kann zu leichteren Symptomen wie Durchfall und Speichel führen, aber auch schwerwiegende Folgen wie Herzprobleme und Krampfanfälle auslösen. „In schweren Fällen kann die Vergiftung sogar zum Tod führen, wenn die Tiere nicht rechtzeitig behandelt werden“, klärt Dr. Hölscher auf.
Die Tierarztpraxis Dr. Maul + Dr. Herget rät allen Hundebesitzern, auf die folgenden Symptome zu achten, die auf eine Vergiftung hinweisen können:
- Durchfall oder Erbrechen
- Krämpfe, Unruhe und starkes Zittern
- Starker Speichelfluss und Schaum vor dem Mund
- Herzrasen und Koordinationsprobleme
Wenn sich der Verdacht auf eine Vergiftung des eigenen Hundes aufdrängt, sollte so schnell wie möglich ein Tierarzt aufgesucht werden.
Giftige Frühlingsblumen: Wie können Hundebesitzer ihre Vierbeiner schützen?
Hundebesitzer sollten beim Gassigehen darauf achten, dass ihre Vierbeiner nicht mit giftigen Frühlingsblumen in Kontakt kommen. Im eigenen Garten oder auf dem eigenen Balkon empfiehlt es sich, komplett auf das Pflanzen der für Hunde giftigen Blumen zu verzichten. Öko-Test nennt in einem Beitrag die folgenden, für Hunde nicht giftigen, Blumen als Alternativen: Rosen, Sonnenblumen, Gänseblümchen, Lavendel, Ringelblumen, Veilchen und Katzenminze.
Wer nicht auf Frühlingsblüher, die für Hunde gefährlich werden können, verzichten möchte, sollte laut Öko-Test einige Sicherheitsvorkehrungen treffen. Beim Pflanzen sollten die Blumenzwiebeln tief eingegraben werden, damit Hunde diese nicht aufspüren können und ausbuddeln möchten. Die Beete sollten zudem gut abgedeckt werden. Verblühte und heruntergefallene Pflanzenteile sollten schnell entsorgt werden, was auch für Blumenwasser in einer Vase gilt.
Das Ernstfall-Szenario: Was kann man bei einer Vergiftung eines Hundes tun?
Wenn Hundebesitzer sehen, dass ihr Vierbeiner Teile einer giftigen Pflanze verschluckt hat oder Symptome auf eine Vergiftung hinweisen, ist der Gang zum Tierarzt die einzig sinnvolle Option. „Dieser kann ein Präparat spritzen, das Erbrechen auslöst. So verlässt das Gift den Körper, ohne Schaden anzurichten“, erklärt Dr. Hölscher.
Im Ernstfall ist allerdings Tempo geboten. Das Spritzen des Präparates zeigt laut der Tierärztin nur Wirkung, wenn das Verschlucken des Pfanzenteils erst ein bis zwei Stunden her ist. „Vergeht mehr Zeit, zeigt der Hund meist schon Symptome, die dann behandelt werden müssen“, informiert Dr. Hölscher. Öko-Test rät allen Hundebesitzern Teile der Pflanze mit zum Tierarzt zu bringen, die der Hund gefressen hat. Das erleichtert dem Arzt seine Arbeit und ermöglicht eine gezielte Behandlung.
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