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Versteckte Schmerzen beim Hund: Diese Anzeichen übersehen viele Hundebesitzer

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Versteckte Schmerzen beim Hund: Diese Anzeichen übersehen viele Hundebesitzer

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    Wenn Hunde humpeln oder jaulen, ist meist klar, dass sie Schmerzen haben. Hundehalter sollten jedoch auch subtilere Anzeichen für Schmerzen kennen.
    Wenn Hunde humpeln oder jaulen, ist meist klar, dass sie Schmerzen haben. Hundehalter sollten jedoch auch subtilere Anzeichen für Schmerzen kennen. Foto: zontica, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Die Bindung zwischen Mensch und Hund ist oft eng – und doch ist es nicht immer leicht zu erkennen, ob es dem Vierbeiner wirklich gut geht. Schmerzen zeigen sich bei Hunden häufig nur subtil, und Halterinnen und Halter übersehen meist frühe Warnsignale. Eine aktuelle Studie untersucht, wie gut Menschen Schmerzsignale bei Hunden deuten können. Dabei zeigt sich, dass selbst erfahrene Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer manche Signale übersehen.

    Welche Anzeichen für Schmerzen beim Hund übersehen viele Besitzer?

    Schmerzen bei Hunden zu erkennen, ist nicht immer leicht. Wie das Tierärzte-Netzwerk Medivet auf seiner Webseite erklärt, ist bei Hunden tief verankert, Schmerzen nicht zu zeigen. In freier Wildbahn wäre dieses Zeigen von Schwäche nämlich ein Nachteil. Deshalb müssen Hundehalterinnen und Hundehalter häufig auf subtile Veränderungen in Bewegung, Körperhaltung oder Verhalten achten. Wer Schmerzen frühzeitig erkennt, kann rechtzeitig reagieren, bevor die Ursachen schlimmer werden, und seinem Hund Leid ersparen.

    Doch welche unauffälligen Hinweise gibt es dafür, dass ein Hund Schmerzen haben könnte? Eine Gruppe um den britischen Tierarzt Daniel Mills veröffentlichte 2024 im Rahmen eines Beitrags im Wissenschaftsjournal Veterinary Clinics of North America: Small Animal Practice eine Liste mit subtilen Anzeichen für Schmerzen oder Unwohlsein bei Hunden.

    Diese Liste nutzte nun ein Forschungsteam um Dr. Silvia Gardeweg und Dr. Ineke van Herwijnen für eine Studie an der Universität Utrecht, die im April 2026 in der Online-Fachzeitschrift Plos One veröffentlicht wurde. Dafür wurden 530 Menschen mit Hund sowie 114 Menschen ohne Hund Fragebögen vorgelegt, auf denen sie einschätzen sollten, wie wahrscheinlich diese aufgelisteten Auffälligkeiten mit Schmerzen beim Hund verknüpft sind:

    • Veränderung der Persönlichkeit
    • zögerliches Anheben der Pfote
    • schwankende Stimmung
    • vermindertes Spielverhalten
    • vermehrtes Kratzen
    • Veränderungen des Fells
    • verändertes Erscheinungsbild
    • vermehrte Fellpflege
    • Abwenden von Kopf oder Körper
    • vermehrtes Blinzeln
    • Lecken der Luft
    • Erstarren
    • Lecken von Oberflächen
    • Lippenlecken
    • Nasenlecken
    • Gähnen
    • Schnüffeln in der Luft

    Die Ergebnisse der Studie zeigen ein Problem: Offensichtliche Symptome, die die Bewegungsfähigkeit einschränken, wurden von fast allen Teilnehmenden korrekt als Schmerz erkannt, während subtilere Anzeichen deutlich seltener richtig eingeschätzt wurden. Laut der Studie zählen zu den schwer erkennbaren Anzeichen unter anderem verändertes Verhalten, nächtliche Unruhe und das ständige Folgen von Familienmitgliedern.

    Hundebesitzer vs. Nicht-Hundehalter: Wer kann Schmerzen beim Vierbeiner besser erkennen?

    Die Studie untersuchte nicht nur, welche subtilen Auffälligkeiten von den Teilnehmenden korrekt als Anzeichen von Schmerzen beim Hund erkannt wurden, sondern auch, ob Diskrepanzen zwischen Menschen, die Hunde besitzen, und Menschen ohne Hund bestehen. Das überraschende Ergebnis: Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer waren beim Deuten dieser feinen Schmerzsignale nicht immer erfolgreicher als Menschen ohne eigenen Hund.

    So stuften Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer etwa das „Abwenden von Kopf oder Körper“ sowie zeitweiliges Erstarren – sogenanntes „Freezing“ – seltener als Anzeichen für Schmerzen ein als Menschen ohne Hund. Die Studienautorinnen vermuten, dass Hundehalterinnen und Hundehalter dieses Verhalten eher als Stress- oder Angstsymptom interpretieren. Dafür erkannten sie häufiger korrekt, dass ständiges Ablecken von Oberflächen auf Unwohlsein hindeutet.

    Zudem konnten die Forscherinnen einen messbaren Unterschied beim Erkennen von Schmerzen anhand der Erfahrung feststellen: Halterinnen und Halter, deren Hunde bereits eine schmerzhafte Erkrankung oder einen Unfall erlebt hatten, zeigten eine größere Sensibilität für subtile Anzeichen, beispielsweise verändertes Aussehen oder geringere Spielfreude beim Vierbeiner. Auch die eigene Schmerzerfahrung der Teilnehmenden wirkte sich aus: Personen, die selbst bereits anhaltende Schmerzen durch Unfälle, medizinische Behandlungen oder Krankheiten erlebt hatten, deuteten Verhaltensweisen wie häufiges Blinzeln oder Gähnen öfter korrekt als mögliche Hinweise auf Schmerz.

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    Warum ist es wichtig, Schmerzen beim Hund frühzeitig zu erkennen?

    Die Studienautorinnen weisen darauf hin, dass ein verspätetes Erkennen von Schmerzen das Wohlbefinden von Hunden erheblich beeinträchtigen und das Risiko für Verhaltensprobleme, einschließlich Aggressionen, erhöhen könne. Da Schmerzen häufig die Ursache für unerwartetes Beißverhalten sein können, sei das korrekte Deuten der Körpersprache auch für die Sicherheit von Menschen wichtig. Eine Studie von 2020, die im Journal animals veröffentlicht wurde, ergab ebenfalls, dass Schmerzen bei Hunden Aggressionen verstärken können. Außerdem können sie das Spielverhalten beeinträchtigen, die Aktivität verändern und die Reizbarkeit erhöhen.

    Die Forscherinnen der Utrecht-Studie sprechen sich daher für eine verstärkte Aufklärung von Hundehaltenden über die verschiedenen Schmerzsignale aus. „Bildungsangebote zum Hundeverhalten könnten das Tierwohl fördern, indem sie gezielt subtile Schmerzanzeichen ansprechen“, schreiben sie in ihrem Fazit.

    Medivet rät zu einer physiotherapeutischen oder tierärztlichen Untersuchung, wenn Auffälligkeiten regelmäßig auftreten. Bereits eine kurze Untersuchung könne Aufschluss darüber geben, ob muskuläre Verspannungen, Gelenkveränderungen oder neurologische Ursachen vorliegen. Je früher die Behandlung des Hundes beginnt, desto effektiver lassen sich Schmerzen verhindern oder lindern.

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