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Erdbeben in der Türkei erschüttern beliebte Urlaubsregion: Wie häufig kommt es in dem Land zu Beben?

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Erdbeben in der Türkei erschüttern beliebte Urlaubsregion: Wie häufig kommt es in dem Land zu Beben?

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    In der beliebten Urlaubsregion Antalya kam es zu spürbaren Erschütterungen. Die Türkei wird immer wieder von schweren Erdbeben heimgesucht, wie etwa im Februar 2023 – hier im Bild zu sehen.
    In der beliebten Urlaubsregion Antalya kam es zu spürbaren Erschütterungen. Die Türkei wird immer wieder von schweren Erdbeben heimgesucht, wie etwa im Februar 2023 – hier im Bild zu sehen. Foto: Tolga Ildun, ZUMA Press Wire/dpa (Archivbild)

    In der beliebten Urlaubsregion Antalya im Südwesten der Türkei ereigneten sich am 8. Dezember 2025 zwei Erdbeben mittlerer Stärke. Obwohl die Erschütterungen laut Augenzeugenberichten deutlich spürbar waren, kam niemand dadurch zu Schaden, wie die Provinzverwaltung von Antalya in einer Pressemitteilung vermeldete. Bewohner und Touristen sind diesmal also nur mit einem Schrecken davongekommen, doch in der Vergangenheit wurde die Türkei immer wieder von verheerenden Erdbeben erschüttert. Zuletzt kamen bei einem Beben in der türkisch-syrischen Grenzregion im Jahr 2023 über 57.000 Menschen ums Leben. Doch wie häufig sind solche seismischen Aktivitäten und was sind die Gründe für ihre Entstehung?

    Erdbeben in türkischer Urlaubsregion Antalya: Was ist passiert?

    Innerhalb weniger Stunden folgten am 8. Dezember 2025 in der türkischen Region Antalya zwei Erdbeben aufeinander. In der Nacht von Sonntag auf Montag bebte die Erde um 3.31 Uhr Ortszeit zum ersten Mal. Nach Angaben der türkischen Katastrophenschutzbehörde AFAD erreichten die Erschütterungen eine Magnitude von 4,3 auf der Richterskala. Das Epizentrum des Bebens befand sich im Stadtteil Yarbağandır der Gemeinde Konyaaltı, einige Kilometer südwestlich der Millionenstadt Antalya. Um die Mittagszeit gegen 13.21 Uhr wurde die Erde erneut erschüttert. Diesmal sogar noch stärker, mit registrierten Messwerten zwischen 4,9 und 5,3. Von diesem zweiten Beben war insbesondere die Stadt Serik im Osten Antalyas betroffen.

    Wie die türkische Tageszeitung Hürriyet berichtete, waren beide Erdbeben in weiten Teilen der Provinz Antalya deutlich spürbar. Zahlreiche Anwohner berichteten, dass sie von den ersten nächtlichen Erschütterungen aus dem Schlaf gerissen wurden. In sozialen Netzwerken teilten viele Nutzer selbstaufgenommene Handy- oder Überwachungskameravideos von wackelnden Wänden und Einrichtungsgegenständen.

    Doch trotz der Intensität der beiden Beben wurde laut der Provinzverwaltung von Antalya niemand dabei verletzt. Auch an Gebäuden und Infrastruktur konnten bislang keine bedeutenden Schäden festgestellt werden. Nachdem in der Bevölkerung vor Ort kurzzeitig Besorgnis geherrscht hatte, hat sich die Lage nach Berichten von Hürriyet inzwischen wieder vollständig beruhigt.

    Wie oft kommt es in der Türkei zu Erdbeben?

    Dass die Erde erschüttert wird, ist in der Türkei keine Seltenheit. Wie das Wissensmagazin Geo schreibt, liegt das Land in einer „tektonischen Risikozone“, in der es immer wieder auch zu starken Erdbeben kommt. Seit 1999 wurden fünf Beben mit einer Magnitude von 6,7 oder höher registriert, die verheerende Schäden in den jeweiligen Regionen angerichtet und zehntausende Menschenleben gefordert haben. Das Erdbeben, das sich am 6. Februar 2023 im Südosten der Türkei und Nordwesten Syriens ereignete, gilt mit einer Stärke von 7,4 als schlimmstes in der jüngeren Geschichte des Landes.

    Doch neben diesen großen, zerstörerischen Katastrophenereignissen bebt die Erde in der Türkei noch weitaus häufiger – meist allerdings ohne, dass die Menschen vor Ort etwas davon mitbekommen. Nach Angaben der Frankfurter Rundschau registrieren die zuständigen Behörden durchschnittlich rund 25.000 Erschütterungen pro Jahr. Die seismischen Aktivitäten scheinen zuletzt jedoch zuzunehmen: So wurden allein im ersten Halbjahr 2025 in der Türkei 18.191 Beben an Land und in den umliegenden Gewässern aufgezeichnet. Auswertungen der türkischen Zeitung Miliyet zufolge waren die Regionen Muğla, Malatya, Kütahya, Kahramanmaraş und Istanbul davon am stärksten betroffen.

    Erdbeben in der Türkei: Wie entstehen die Erschütterungen?

    Erdbeben entstehen in der Regel durch den Vorgang der Plattentektonik, also der Bewegungen der Erdplatten, wie das Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GFZ) erläutert. Denn die Erde unter uns steht nicht still. Es gibt viele verschiedene Platten, welche die Erdkruste wie eine Art Puzzle aussehen lassen. So besteht die Erde aus mehreren kleinen kontinentalen Platten und ein paar riesigen ozeanischen Platten. Diese Erdplatten wandern jedes Jahr ein paar Zentimeter. Mal bewegen sie sich voneinander weg, schieben sich untereinander oder reiben aneinander. Wenn der Druck durch die Reibung zu groß wird oder sich die Platten ineinander verkeilen, kann es sein, dass sich die Spannung mit einem Ruck entlädt - und dann bebt die Erde.

    Die Türkei liegt laut Geo in einer besonderen Region der Erde, da unter dem Land mehrere Erdplatten aufeinandertreffen: die eurasische, die anatolische, die ägäische, die afrikanische sowie die arabische. Die arabische Platte schiebt die anatolische Platte, die zwischen den beiden großen afrikanischen und eurasischen Platten eingezwängt ist, pro Jahr um circa zwei bis drei Zentimeter nach Westen. Dadurch entstehen zwei große Bruchzonen an den Plattengrenzen: die nordanatolische und die ostanatolische Verwerfung, an denen mit der Zeit eine enorme Spannung entsteht, die sich ruckartig lösen und so ein Erdbeben verursachen kann.

    Wie der GFZ-Seismologe Marco Bohnhoff im Interview mit der Wissensplattform Erde und Umwelt erklärt, ist die Erdbebengefahr insbesondere in der Metropolregion Istanbul erhöht, da es unter dem Marmarameer zu andauernden Kontinentalverschiebungen kommt. „Es besteht Einigkeit zwischen Experten, dass wir in naher Zukunft mit einem heftigen Erdbeben in unmittelbarer Nähe zur Stadt Istanbul rechnen müssen“, so die Einschätzung Bohnhoffs. Der genaue Zeitpunkt der drohenden Erschütterungen lasse sich allerdings nicht vorhersagen.

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