Kreta liegt südlich vom griechischen Festland im Mittelmeer, rund 300 Kilometer von Afrika entfernt. Auch seine geografische Lage macht die Insel so interessant für Urlauber. Doch es kommt in der Region immer wieder zu Erdbeben. Etwa am 7. August 2024: Damals ereigneten sich auf Kreta gleich drei stärkere Erdbeben innerhalb kurzer Zeit. Die Beben hatten ihr Epizentrum jeweils südöstlich von Kaloi Limenes in der Gemeinde Phaistos mehrere Kilometer tief im Meer. Wie unter anderem die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtete, war Kreta am Morgen des 24. April 2026 erneut von einem Erdbeben betroffen. Und auch am 5. Mai 2026 bebte wieder einmal die Erde in der Region, wie verschiedene Erdbebenarchive zeigen. Diese wiederholten Erdbeben-Ereignisse verdeutlichen dabei, wie gefährdet die Region rund um die südliche Ägäis ist. Wie häufig es zu Erschütterungen auf der beliebten Ferieninsel kommt, lesen Sie hier.
Übrigens: Kreta hat Traumstrände, mit Spots zum Schnorcheln, eine wilde Natur mit spektakulären Schluchten und bietet Touristen eine Reise in die Antike. Wer sich für die Urlaubsinsel entscheidet, kann sieben Urlaubserinnerungen mitnehmen.
Erdbeben auf Kreta: So stark hat die Erde in den vergangenen Jahren gebebt
Wie unter anderem das Deutsche Rote Kreuz (DRK) informiert, werden Erdbeben auf der sogenannten Richterskala in insgesamt zehn Kategorien eingeteilt. Die Skala gibt dabei an, wie stark eine Erschütterung ist. Erdbeben, die unter einer Magnitude von 2,0 liegen, gelten etwa als nicht spürbar. Zwischen einer Magnitude von 4,0 und 5,0 sind leichte Erschütterungen zu vernehmen, während bei einer Magnitude zwischen 5,0 und 6,0 bereits leichte bis ernste Schäden an Gebäuden entstehen können. Zwischen 6,0 und 7,0 besteht die Gefahr von großen Schäden in einem Radius von bis zu 70 Kilometern um das Epizentrum. In den vergangenen Jahren haben sich auf Kreta gleich mehrere Beben im Bereich dieser Kategorien ereignet.
Das erste Beben der Erdbebenserie im August 2024 hatte eine Stärke von 4,1 auf der Richterskala. Zwei Minuten später folgte eine stärkere Erschütterung von 4,8. Etwa 20 Minuten danach kam es zu einem weiteren Beben mit einer Stärke von 4,5. Laut einem Bericht der griechischen Nachrichtenagentur APE MPE waren die Erschütterungen über einen großen Teil der Südküste Kretas zu spüren. Meldungen über Schäden gab es jedoch nicht. Der stellvertretende Direktor des Geodynamischen Instituts, Vassilis Karastathis, erklärte nach den ersten beiden Erdbeben gegenüber dem Radiosender Proto Programma des staatlichen Fernsehsenders ERT, dass die Region südlich von Kreta ein besonders erdbebengefährdetes Gebiet sei.
Die nördlich von Kreta gelegene Insel Santorini sorgte Ende Januar und Anfang Februar 2025 ebenfalls für Schlagzeilen mit mehreren hundert Erdbeben, die binnen weniger Tage das Eiland heimsuchten. Doch auch Kreta blieb 2025 nicht von Erdbeben verschont. Wie Euronews berichtete, kam es östlich von Kreta am frühen Morgen des 13. Mai 2025 zu einem Beben der Stärke 6,1 – auch eine Tsunami-Warnung wurde ausgesprochen. Und auch am Morgen des 22. Mai 2025 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 6,2 die Region um Kreta, wie die Erdbebenwarte US Geological Survey berichtete.
Das Erdbeben vom 24. April 2026 erreichte laut der Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 5,8. Die dpa berichtete unter Berufung auf das Geodynamische Institut in Athen von einer Stärke von 5,7. Der Erdbebenherd befand sich in etwa zehn Kilometern Tiefe unter dem Meeresboden, rund 20 Kilometer südlich der Hafenstadt Ierapetra. Auch wenn das Beben in der gesamten südlichen Ägäis deutlich zu spüren gewesen sei, sprach die dpa von einem „glimpflichen Ausgang“. Demnach lagen zunächst keine Berichte über größere Schäden oder Verletzte vor.
Wiederholte Erdbeben-Berichte: Wie häufig sind Erschütterungen auf Kreta?
Wie häufig aber sind derartige Erschütterungen auf Kreta? Daten von volcanodiscovery.com, einem spezialisierten Portal für Vulkanologie und Erdbeben, geben Aufschluss über die seismischen Aktivitäten. Es wird ersichtlich, dass Erdbeben in der Region von Kreta keineswegs eine Seltenheit sind.
Demnach wurden im Jahr 2025 insgesamt 2121 Erdbeben rund um Kreta verzeichnet. Davon waren:
- zwei Beben größer als Stärke 6,0
- vier Beben zwischen 5,0 und 6,0
- 36 Beben zwischen 4,0 und 5,0
- 333 Beben zwischen 3,0 und 4,0
- 1123 Beben zwischen 2,0 und 3,0
- 623 Beben unterhalb der Stärke 2,0
Im Jahr 2026 gab es nach Angaben von volcanodiscovery.com auf oder bei Kreta bislang 885 verzeichnete Erdbeben (Stand: 6. Mai 2026). Darunter waren:
- zwei Beben größer als Stärke 5,0
- 32 Beben zwischen 4,0 und 5,0
- 196 Beben zwischen 3,0 und 4,0
- 559 Beben zwischen 2,0 und 3,0
- 96 Beben unterhalb der Stärke 2,0
Mit zu den schwerwiegendsten Erdbeben in Kretas jüngerer Vergangenheit zählte laut volcanodiscovery.com unter anderem ein Beben am Morgen des 27. September 2021. Dieses ereignete sich in 24 Kilometern Entfernung von Heraklion und erreichte eine Stärke von 5,8 auf der Richterskala. Aufgrund seiner geringen Tiefe von nur 10,4 Kilometern sei das Beben über eine große Region hinweg zu spüren gewesen und damit deutlicher zu spüren als tiefere Erdbeben mit vergleichbarer Stärke. Das Erdbeben verursachte im betroffenen Gebiet starke Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Zudem wurden 20 Menschen verletzt und eine Person kam ums Leben.
Kreta-Urlaub: Wie verhalte ich mich richtig bei einem Erdbeben?
Wer einen Urlaub auf Kreta plant, sollte sich also bewusst sein, dass es zu einem Erdbeben kommen kann. In den meisten Fällen liegt das Epizentrum laut radio-kreta.de aber in großer Distanz zur Küste. Wer jedoch in ein Erdbeben geraten sollte, dem empfiehlt die Aktion Deutschland hilft, auf freien Plätzen zu verharren – weit weg von Gebäuden, Straßenlaternen, Bäumen oder Stromleitungen, bis die Erschütterungen abgeklungen sind. Ist man während eines Erdbebens unmittelbar von Gebäuden umgeben, sollte man vor allem Kopf und Gesicht vor Glasscherben schützen.
Da nach einem Erdbeben mit Epizentrum im Meer Gefahr für Tsunamis besteht, sollte man sich an Küsten so schnell wie möglich landeinwärts oder auf höher gelegene Ebenen begeben. Wer sich während eines Bebens in einem Gebäude befindet, sollte auf keinen Fall Treppenhäuser oder Fahrstühle benutzen und stattdessen unter schweren, stabilen Möbelstücken wie Tischen Schutz suchen. Nach einem Beben sollte man zudem auf Schäden an Gebäuden achten und diese im Zweifelsfall nicht betreten.
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