Die Luegbrücke verbindet Österreich mit Italien und bringt dadurch eine generelle Staugefahr mit. Seit Anfang 2025 werden an der Brücke in Tirol Sanierungsarbeiten durchgeführt, die die Verkehrssituation noch deutlich dramatischer machen. Aktuell ist die Brennerautobahn A13 in dem Bereich in beide Richtungen nur einspurig befahrbar.
Die Bauarbeiten laufen in drei Bauphasen ab, wie die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG) erklärt. Die dritte Phase soll 2030 abgeschlossen werden, Autofahrerinnen und Autofahrer müssen sich daher in den nächsten Jahren in Geduld üben. Und wenn der Verkehr läuft, sollten sie nun in besonderem Maße auf die Geschwindigkeitsbegrenzungen achten. Auf der Luegbrücke wurde nämlich ein modernes System installiert, das zur Bußgeld-Falle mutieren kann.
Tirol: Section Control auf Brennerautobahn – was hat es mit dem System auf sich?
Auf der Luegbrücke gilt ein Tempolimit von 60 km/h, egal ob die Strecke einspurig oder zweispurig befahrbar ist. Ob sich die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer daran halten, wird nun von einem modernen System kontrolliert: der Section Control.
Was ist die Section Control?
Laut ADAC handelt es sich dabei um ein intelligentes System, welches nicht an einer Stelle die Geschwindigkeit vorbeifahrender Autos misst, wie ein klassischer Blitzer, sondern die Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen zwei Messpunkten errechnet. Durch die Funktionsweise sei die Abschnittskontrolle (so die deutsche Übersetzung) vor allem für Strecken geeignet, die durch Baustellen beeinträchtigt sind und an denen sich Unfälle häufen. Zwei Faktoren, die auf der Luegbrücke gegeben sind. Hier funktioniert das System laut der ASFINAG wie folgt: „Beim Ein- und Ausfahren in den kontrollierten Abschnitt wird das Kennzeichen erfasst und das Auto jeweils mit einem Zeitstempel versehen. Danach werden die beiden Stempel verglichen. Wenn es eine Unterschreitung der festgelegten Zeit gibt, war man zu schnell unterwegs, dann muss mit einer Strafe gerechnet werden.“
Auf der Luegbrücke wird die Section Control seit Januar 2026 eingesetzt, um die Sicherheit zu erhöhen und den Verkehrsfluss zu harmonisieren, wie die ASFINAG erklärt. Demnach wird die elektronische Geschwindigkeitskontrolle in einem Bereich durchgeführt, der an der Auffahrt auf die Luegbrücke beginnt und bis knapp vor die Anschlussstelle Brenner-Nord führt. Das System misst die Geschwindigkeiten aller Fahrzeuge in beide Fahrtrichtungen. Das gilt auch bei einer zweispurigen Verkehrsführung.
Komplett neu ist der etwas andere Blitzer in Tirol übrigens nicht. Auch in Deutschland wurde die Section Control bereits getestet, wie der ADAC berichtet. In Hannover lief ein Test demnach im Jahr 2024 aus.
Neuer „Blitzer“ auf Luegbrücke: Welche Bußgelder drohen?
Die Section Controll soll auf der Luegbrücke das ganze Jahr über aktiv sein. Alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sollten gewarnt sein, denn eine Geschwindigkeitsüberschreitung kann in Österreich teuer werden. Außerorts gelten laut ADAC derzeit die folgenden Bußgelder:
- Bis 10 km/h zu schnell: mindestens 30 Euro Bußgeld
- Mehr als 10 km/h zu schnell: mindestens 45 Euro
- Mehr als 20 km/h zu schnell: mindestens 60 Euro
- Mehr als 30 km/h zu schnell: zwischen 150 und 5000 Euro
- Mehr als 50 km/h zu schnell: zwischen 300 und 5000 Euro
- Mehr als 70 km/h zu schnell: zwischen 500 und 7500 Euro
Auch interessant: Sie können einige Brenner-Alternativen nutzen, wenn Sie die Strecke meiden möchten. In Österreich gibt es aber ein Abfahrtverbot, welches auf manchen Strecken gilt.
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