Mal schnell über den Brenner in Richtung Italien? Das könnte derzeit zum Problem werden. Der ADAC berichtet, dass seit dem 1. Januar 2025 auf der Brennerautobahn in beiden Richtungen nur einspuriger Verkehr herrscht. Demnach begannen im Frühjahr 2025 Bauarbeiten, die sich bis 2030 ziehen sollen und immer wieder für Verkehrschaos sorgen könnten. Zwar soll der Verkehr an vielen Tagen der Hauptreisezeit durch jeweils zwei Spuren geregelt werden, doch gerade in Ferienzeiten und rund um Feiertage müssen Reisende dennoch mit Staugefahr rechnen.
Hinzu kommt Ende Mai 2026 ein außergewöhnliches Ereignis: Am 30. Mai 2026 wird eine Demonstration die Brennerautobahn voraussichtlich von 11 bis 19 Uhr komplett lahmlegen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Hintergrund ist die enorme Verkehrsbelastung rund um die Gemeinde Gries am Brenner, auf die deren Einwohner mit der Demo aufmerksam machen wollen. Die Tiroler Landesregierung sendete laut dpa eine klare Botschaft: „Für Durchreisende ist es am 30. Mai nicht möglich, den Brennerkorridor zu nutzen.“ Ab dem 31. Mai 2026 sollte der Brenner wieder wie üblich befahrbar sein. Davon soll auch das Allgäu laut ADAC „nicht verschont“ bleiben. Wir halten Sie in unserem Staumelder auf dem Laufenden.
Aber nicht nur für diesen Tag, sondern auch für verkehrsreiche Ferienzeiträume lohnt sich ein Blick auf die Alternativrouten zum Brenner, da die bedeutendste Verkehrsverbindung zwischen Deutschland und Italien über Jahre ein erhöhtes Potenzial für Stau bietet.
Brenner-Alternativen für den Weg nach Italien
Wer den Brenner nach Italien, etwa zum Gardasee, passieren möchte, hat mehrere sinnvolle Alternativrouten zur Brennerautobahn. Die naheliegendste ist die Brennerstraße (B182), die allerdings immer wieder gesperrt wird, um die Anrainer-Gemeinden vor einer Stauflucht zu schützen. Auch für den 30. Mai 2026 ist diese Straße keine Alternative: Sie wird laut der Tiroler Landesregierung – ebenso wie die Ellbögener Straße (L38) – wegen der Demo gesperrt, um einen Verkehrskollaps auf den Ausweichrouten zu verhindern. Ein weiterer Negativ-Punkt dieser Alternative: Laut dem ADAC ist diese Bundesstraße in der Regel überlastet, sobald es sich auf der Brennerautobahn staut.
Der Weg über den Reschenpass ist ebenfalls eine Alternative zum Brenner. Dabei handelt es sich um eine mautfreie Route, die ebenfalls einen Haken hat. Der ADAC bemerkt, dass der Reschenpass immer wieder wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Seit Mitte April 2026 kommt es immer wieder zu Staus, Umleitungen und Vollsperrungen. Hintergrund ist der Bau einer neuen Steinschlaggalerie in einem durch Felsstürze gefährdeten Gelände.
Die Tauernautobahn, östlich vom Brenner, bietet sich laut ADAC ebenfalls als Alternativroute an – wobei auch hier häufig Staugefahr besteht. Das Portal t-online.de gibt das Timmelsjoch als gute Brenner-Alternative an. Der Grenzpass zwischen Österreich und Italien hat einige steile Straßen zu bieten. Bis 2474 Meter geht es in die Höhe. Der ADAC rät jedoch vom Timmelsjoch ab, was nicht nur an den Höhenmetern, sondern auch an der Sperrung des Passes liegt, die im Winter erfolgt. Das gilt auch für den Stallersattel. Im Sommer gibt es auf den steilen, teils einspurigen Straßen zudem Beschränkungen für Wohnmobile.
Der Weg über den Plöckenpass ist bezüglich Höhenmetern nicht ganz so anspruchsvoll wie das Timmelsjoch. Ab dem 22. Mai wird der Alpenpass - nachdem er lange gesperrt war - wieder für Verkehrsmittel unter 3,5 Tonnen geöffnet.
Eine klassische Route nach Italien, die nicht über die Brennerautobahn führt, schlängelt sich durch den San-Bernardino-Tunnel und die Schweiz. Für den 30. Mai 2026 bietet sich diese Ausweichroute über die Schweiz an, da laut ORF Tirol sowohl die Polizei als auch das Land Tirol allen Reisenden empfehlen, den Brenner und ganz Tirol weiträumig zu umfahren. Aus Deutschland kommend können Sie die San-Bernardino-Route über die A96 oder die A7 nehmen, entweder in Richtung Mailand oder Tessin.
Die Brenner-Alternativen für den Weg nach Italien im Überblick:
- Brennerstraße (B182)
- Reschenpass
- Tauernautobahn
- Timmelsjoch
- Plöckenpass
- San-Bernardino-Tunnel
Weitere Brennerautobahn-Alternativrouten
Entweder nach Südfrankreich oder nach Italien kann man mit einer anderen Brennerautobahn-Alternative fahren, die ebenfalls durch die Schweiz führt. Auch hier spielt ein Tunnel eine Hauptrolle: der Gotthard-Tunnel. Dieser ist im Gegensatz zum Gotthard-Pass, der im Winter gesperrt ist, ganzjährig befahrbar. Allerdings ist im Jahr 2026 laut ADAC Vorsicht geboten: Der Gotthard-Tunnel wird an mehreren Terminen nachts wegen Reinigungs- und Wartungsarbeiten gesperrt.
Wer den Weg nach Slowenien oder Kroatien einschlagen möchte, kann laut ADAC außerdem die Pyhrn Autobahn nehmen. Wer keine Lust auf die Autobahn hat, kann stattdessen auch die Großglockner-Hochalpenstraße nutzen. Auf dieser erwarten Sie atemberaubende Ausblicke, unter anderem auf den höchsten Berg Österreichs, den Großglockner. Angekommen in Osttirol kann der Weg Richtung Adria über Villach und den Kärntner See eingeschlagen werden.
- Gotthard-Route (nach Südfrankreich und Italien)
- Pyhrn Autobahn (nach Kroatien und Slowenien)
- Großglockner-Hochalpenstraße (nach Kroatien und Slowenien)
Zug als Alternative zur Brennerautobahn?
Eine ständige Alternative zu einem möglichen Verkehrschaos auf der Brenner-Strecke bietet die Brennerbahn. Am Alpenhauptkamm überquert sie von Innsbruck aus den Brennerpass und fährt nach Bozen und Verona. Bald dürfte der Zug eine noch attraktivere Auto-Alternative darstellen. Aktuell wird der Brenner-Basistunnel gebaut, der laut dem ADAC nach Plan im Jahr 2032 fertiggestellt wird. Dann sollen Züge in 25 Minuten von Innsbruck nach Südtirol rasen.
Schon ab Ende 2026 sollen laut der Deutschen Bahn (DB) zudem neue Direktverbindungen zwischen München – Mailand und München – Rom mit modernen italienischen Hochgeschwindigkeitszügen angeboten werden. Mit dem sogenannten „Frecciarossa“ können Reisende zwischen Italien und Deutschland dann den Auto-Stau am Brenner umgehen.
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