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Kreuzfahrt: Was nach einem Todesfall an Bord mit dem Leichnam passiert

Kreuzfahrt

Todesfall auf dem Kreuzfahrtschiff: Was passiert eigentlich mit dem Leichnam?

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    Immer mehr Menschen machen eine Kreuzfahrt. Aber was, wenn jemand während der Reise stirbt?
    Immer mehr Menschen machen eine Kreuzfahrt. Aber was, wenn jemand während der Reise stirbt? Foto: Jens Büttner, picture alliance/dpa

    Mit weltweit 34,64 Millionen Passagieren erreichte die Kreuzfahrt 2024 einen Rekordwert. Für das laufende Jahr wird erneut eine Steigerung von fast zehn Prozent auf 37,7 Millionen Gäste erwartet.

    Die steigenden Zahlen haben jedoch die statistische Folge, dass mehr Menschen an Bord sterben werden. Zudem erhöht die Altersstruktur der Klientel das Sterberisiko. Schätzungen zufolge gibt es jährlich rund 200 Todesfälle auf Kreuzfahrtschiffen, Verbrechen nicht eingerechnet. Zwar hat die Kreuzfahrtbranche es erfolgreich geschafft, jüngere Gäste auf die Schiffe zu bringen. Tatsache aber bleibt, dass die Hälfte der Passagiere über 50 Jahre alt ist, darunter 33 Prozent über 70 Jahre. Und ausgerechnet Babyboomer und noch ältere Semester gehören zu den loyalsten Kunden. Herzversagen gehört daher zu den häufigsten Gründen für ein natürliches Ableben.

    Alle Todesfälle müssen im Hafen gemeldet werden

    Wie sind die Reedereien darauf vorbereitet? Jedes Schiff hat eine Krankenstation mit Arzt und ausgebildeten Mitarbeitern. Stirbt jemand, muss zunächst der Schiffsarzt den Toten untersuchen und den Totenschein ausstellen. Grundsätzlich gilt immer das Recht des Landes, in dessen Gewässer sich das Schiff befindet. So verlangt zum Beispiel die US-Gesundheitsbehörde, dass alle Kreuzer ansteckende Krankheiten und Todesfälle im Hafen melden. Verdächtige Todesfälle und die Freigabe der Leiche übernimmt das FBI. Viele Länder verfahren ebenso. Auf internationaler See zählt dagegen das Recht des Staates, unter dessen Flagge der Dampfer registriert ist. Die nautischen Positionsdaten des Schiffes zum Zeitpunkt des Todes stehen dann auf der Sterbeurkunde.

    Möglichst fern der Publikumsflure befindet sich der Kühlraum auf einem der unteren Decks. Zugleich hält jedes Schiff Leichensäcke vor, um Tote hygienisch einwandfrei zu lagern. Denn in der Regel dauert die Organisation der Beisetzung etwas. Hinterbliebene werden von einem Assistenzteam betreut. Das ist auch im Sinne der Reederei, denn die will den Trauerfall möglichst diskret abwickeln, andere Gäste sind schließlich zum Vergnügen auf hoher See. Größere Schiffe haben nicht selten einen Seelsorger an Bord, der den Trauernden zur Seite steht. Wichtig in solchen Momenten ist nicht nur die Seelsorge und Einhaltung der Hochseeregeln, sondern auch die sofortige Benachrichtigung der Angehörigen an Land. Zugleich stehen wichtige Entscheidungen an.

    Überführung nach Hause oder Beerdigung im nächsten Hafenort – das ist die große Frage, die gelöst werden muss. Während die Reederei am liebsten die Leiche im nächsten Hafen ausladen würde, kommt es ein wenig darauf an, wo sich das Schiff gerade befindet. Grundsätzlich kann der Verstorbene nur dann an Land gebracht werden, wenn an der nächsten Anlegestelle die Infrastruktur für Rückführung oder Beisetzung vorhanden ist. Kosten spielen dabei eine nicht unerhebliche Rolle, weil sie reine Privatsache sind. Heißt der nächste Hafen Genua oder Piräus, dann ist eine Überführung des Toten nach Deutschland teuer, aber machbar. Die Transportvorschriften sind weltweit immer gleich: Egal ob Luft- oder Landweg – eine Leiche wird immer in einem verlöteten Zinksarg transportiert. Die Kosten für innereuropäische Überführungen auf dem Landweg schwanken zwischen 2000 und 7000 Euro. Da sind der Sarg und die Papierarbeit natürlich noch nicht mitgerechnet. Befindet sich das Kreuzfahrtschiff dagegen in der Südsee, dann ist eine Überführung machbar, aber extrem teuer. Ein Rücktransport zu einem späteren Zeitpunkt mag preiswerter ausfallen.

    Die Angehörigen erwartet ein enormer bürokratischer Aufwand

    Doch egal, wo sich das Kreuzfahrtschiff gerade aufhält, eins kann man den Angehörigen nicht ersparen: den enormen bürokratischen Aufwand. In solchen Fällen hilft es, die deutschen Auslandsvertretungen einzuschalten. Botschaften und Konsulate können mit Rat und Tat vor Ort helfen, vor allem wenn es um Beglaubigungen, Übersetzungen und Adressen von Bestattern sowie zuverlässigen Rückholdiensten geht. Zudem schließen vorsorgende Reisende nicht nur eine Auslandskrankenversicherung ab, sondern eine, die bei Tod den Rücktransport übernimmt. Solche Policen kosten etwas mehr. Wer bereits eine Sterbegeldversicherung besitzt, überprüft kurz, was er da unterschrieben hat. Denn wenn es nicht gerade der Basis-Tarif, sondern ein Plus-Tarif ist, dann schließt der vielleicht schon den Totentransport aus dem Ausland ein. Und wenn nicht, dann ist der Wechsel in die nächsthöhere Prämiengruppe jederzeit möglich.

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