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Mallorca: Soll diese beliebte Bucht für Touristen wirklich abgeriegelt werden?

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Mallorca: Soll diese beliebte Bucht für Touristen wirklich abgeriegelt werden?

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    Die Bucht Caló des Moro zieht enorm viele Touristen an. Eine Tatsache, die nun zum Streitpunkt wurde.
    Die Bucht Caló des Moro zieht enorm viele Touristen an. Eine Tatsache, die nun zum Streitpunkt wurde. Foto: Jens Kalaene, dpa-Bildfunk (Archivbild)

    Jedes Jahr strömen mehr Touristen nach Mallorca. 2015 waren es noch rund zehn Millionen, im Jahr 2024 dann bereits 13,4 Millionen Besucherinnen und Besucher, wie die Tagesschau berichtete. Deutsche Urlauberinnen und Urlauber sind oft in der Überzahl, Mallorca ist aber das Ziel von Besuchern aus aller Welt. Die wachsende Zahl an Touristen sorgt auch abseits der Hauptstadt Palma de Mallorca für Hotspots, darunter befindet sich auch der Strand Caló des Moro.

    Noch vor einigen Jahren galt die tropisch anmutende Bucht im Südosten Mallorcas unweit der Stadt Santanyi als echter Geheimtipp. Mittlerweile sollen laut dem Portal reisereporter.de bis zu 5000 Besucher in der Hauptsaison den gerade einmal 20 Meter breiten Strand bevölkern. Die kleine Bucht gleicht dann eher einem überfüllten Freibad – was nach Medienberichten zu Überlegungen über mögliche Maßnahmen geführt hat.

    Strand auf Mallorca: Caló des Moro bald nicht mehr zugänglich?

    Bereits 2024 hatte Maria Pons, die Bürgermeisterin von Santanyi dem Mallorca Magazin ihr Leid geklagt: „Was der Caló des Moro und die benachbarte Cala s‘Almunia täglich erleben, ist eine brutale Abnutzung.“ Sie unterstützte offen einen Protest von Anwohnerinnen und Anwohnern, die am 16. Juni 2024 die Bucht besetzten. Zudem beklagte die Bürgermeisterin die fehlende Unterstützung übergeordneter Behörden wie der Küstenwache. Die hohen Besucherzahlen führten zu Verkehrschaos auf den Straßen nahe der Bucht und verursachten mehr Müll. Das verschlinge die Steuergelder der Kommune.

    Wie die Mallorca Zeitung und das spanische Portal Diario de Mallorca schrieben, habe eine deutsche Familie nun geplant, den Besucherströmen ein Ende zu bereiten. Laut reisereporter.de haben Maren und Hans-Peter Oehm vor 20 Jahren das 40.000 Quadratmeter große Grundstück rund um die Bucht gekauft und so damals einen Hotelbau verhindert. Aktuellen Medienberichten im Februar 2026 zufolge soll das Ehepaar ein Gutachten bei einem Anwalt eingereicht haben, um den starken Andrang zu verhindern. Darauf bezogen die Oehms nun Stellung in einem Interview im Mallorca Magazin und dementierten eine geplante Absperrung der Bucht. Das sei Aufgabe der Kommune, mit der das Ehepaar in engem Austausch stehe, sagte Hans-Peter Oehm. Eine Absperrung des Weges zur Bucht sei rechtlich gar nicht möglich.

    Das Ehepaar Oehm wohnt bereits seit vielen Jahren oberhalb der Bucht Caló des Moro auf Mallorca und kennt die Instagram-Bucht noch als idyllisches Paradies: „Vor 20 Jahren kamen 50 Badegäste am Tag in die Bucht“, erinnerte sich Maren Oehm 2020 im Gespräch mit dem reisereporter.de zurück. Bereits 2014 hatte das Ehepaar eine Stiftung zum Schutz der Bucht ins Leben gerufen, die „Freunde der Calo des Moro“. Das Grundstück der Oehms liegt auf dem Weg zur Bucht, weshalb es von vielen Touristen passiert wird. Die Eigentümer müssen daher regelmäßig Müll beseitigen – von Binden bis Tampons. Weshalb auch die Bürgermeisterin in der Mallorca Zeitung forderte: „Lasst die Bucht doch einfach mal eine Saison in Ruhe. Sie braucht die Pause.“

    Auch interessant: Ein Forscherteam glaubt, auf Mallorca eine alte Römerstadt gefunden zu haben. Außerdem breiten sich auf Mallorca Schlangen aus.

    Mallorca: Ärger um Caló des Moro ist kein Einzelfall

    Vor allem Instagram-Bilder in der Bucht hatten den wachsenden Zustrom befeuert. Oft sind die Bilder aus einer irreführenden Perspektive aufgenommen, sodass es wirkt, als wäre der Strand noch so idyllisch wie einst. Dabei gehört der Strand zu den meistfotografierten Motiven Mallorcas. Über 25.000 Beiträge finden sich laut reisereporter.de unter dem Instagram-Hashtag #calodesmoro. So mancher Besucher reagiert darauf geschockt, während andere das Bade-Outfit mehrfach für den perfekten Schnappschuss wechseln.

    Der Ärger um die malerische Bucht fällt in eine Zeit, in der die Stimmung auf Mallorca wegen des Tourismus immer wieder kippt. Der ehemalige mallorquinische Tourismus-Dezernent José Marcial Rodriguez stand während seiner zweieinhalbjährigen Amtszeit immens unter Druck. Denn immer wieder kam es auf der Baleareninsel zu Demonstrationen von Einheimischen gegen die Touristenmassen. Rodriguez war laut dem Mallorca Magazin vor allem gegen die illegale Vermietung von Ferienwohnungen vorgegangen.

    Das reichte nicht allen Mallorquinern: In Palma de Mallorca hatte die Organisation „Weniger Tourismus, mehr Leben“ 2025 einen Sightseeing-Bus gekapert. Rodriguez konnte sich nicht halten, sein Nachfolger ist laut Diario de Mallorca der bisherige Kulturchef Guillem Ginard, der Kultur und Tourismus miteinander vereinen möchte.

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