Sollte die Forschungsgruppe Arqueología Social Mediterránea mit ihrer Vermutung Recht behalten, wäre das eine Sensation. Die Forscherinnen und Forscher der Autonomen Universität Barcelona glauben, dass sie auf Mallorca auf die Überreste einer römischen Stadt gestoßen sind. Sie wollen sogar wissen, um welche Stadt es sich handelt. Bedeutet das, dass es für Urlauberinnen und Urlauber bald eine neue Sehenswürdigkeit zu besichtigen gibt?
Mallorca: Forscher glauben, Überreste von römischer Stadt gefunden zu haben
Seit 1975 wird in der Ausgrabungsstätte San Fornés geforscht, wie auf der Website des zugehörigen Museu Arqueològic de Son Fornés nachzulesen ist. Seitdem wurden 17 Ausgrabungsprojekte gestartet, bei denen zahlreiche Objekte gefunden wurden, die im Museum ausgestellt werden. Die Bedeutung der Ausgrabungsstätte ist groß. Die Forscherinnen und Forscher vermuten an dem Ort, der zentral auf Mallorca liegt, eine Kulturgeschichte von rund 2000 Jahren. Sie soll sich von der prätalayotischen Kultur, die im Jahr 1500 vor Christus begann, bis in die römische Zeit erstrecken.
Im Sommer 2025 legten Aussagen einer der führenden Archäologinnen in Son Fornés nahe, dass in der Ausgrabungsstätte schon bald eine sensationelle Erkenntnis erlangt werden könnte. „Es würde uns nicht wundern, wenn wir bei der Ausgrabung des Zentrums des untersuchten Gebiets auf eine der von Plinius dem Älteren erwähnten Gemeinden stoßen würden, die nie gefunden wurden“, erklärte damals Beatriu Palomar der Zeitung Ultima Hora. Laut der Archäologin sei es wahrscheinlich, dass es sich bei der Siedlung um Tucis oder Guium handle, sie selbst tippe auf Tucis.
Der Hintergrund: Plinius der Ältere erwähnte die beiden Städte in seinen Schriften, wie das Mallorca Magazin erklärt. Demnach soll der römische Gelehrte Tucis und Guium auf Mallorca verortet haben, allerdings keine Details zur genauen Lage und den Gründungsdaten genannt haben. Klar ist lediglich, dass die Siedlungen im Zuge der Romanisierung der Balearen entstanden sein müssen, die im Jahr 123 vor Christus von Quintus Caecilius Metellus angestoßen wurde. Seit Jahrzehnten suchen Forscherinnen und Forscher nach den antiken Städten. Da bislang keine physischen Beweise gefunden werden konnten, wurde immer wieder die Frage nach deren Existenz aufgeworfen. Diese könnte nun für ein und allemal geklärt werden.
Auch interessant: Surfen ist auf Mallorca möglich. Bei schlechtem Wetter gibt es viele andere Optionen. Allerdings dürften die Kosten für den Mallorca-Urlaub 2026 weiter steigen.
Werden die Überreste einer römischen Stadt eine neue Sehenswürdigkeit für Mallorca-Touristen?
Das Forschungsteam der Universität Barcelona scheint sich sicher zu sein, dass es in der kommenden Ausgrabungssaison für Aufsehen sorgen kann. „Nach dem, was wir gesehen haben, und angesichts der Menge an Material an der Oberfläche, bin ich sehr überzeugt, dass wir einen äußerst bedeutenden Ort aus römischer Zeit vor uns haben“, zitiert das Mallorca Magazin Cristina Rihuete, die als Forscherin und Direktorin des Archäologischen Museums von Son Fornés an den Ausgrabungen beteiligt ist.
Zu dieser Einschätzung kommt Rihuete unter anderem wegen der Funde von römischen Dachziegeln, Tafelgeschirr und Amphoren. Außerdem sei bei den Arbeiten festgestellt worden, dass die entdeckten römischen Strukturen eine zuvor nicht bekannte Dimension haben. Sie umfassen etwa 5000 Quadratmeter.
Eine Bestätigung, dass es sich bei den antiken Überresten tatsächlich um Tucis oder Guium handelt, steht allerdings noch aus. Sollten Rihuete, Palomar und das Team der Universität Barcelona ihre Vermutung im Sommer 2026 belegen können, wäre die Sensation auch für Mallorca-Urlauberinnen und ‑Urlauber interessant. Denn es ist davon auszugehen, dass die Überreste der Stadt auch Touristinnen und Touristen zugänglich gemacht werden. Bis es so weit ist, könnte es aber eine Weile dauern.
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