Etwas ist faul im Staate Dänemark … Und man muss es leider so offen sagen, es sind die Dänen selbst. Die nämlich sind mit den Jahren schreibfaul geworden. Etwas Weihnachtspost hier und da. Ab und zu mal eine Postkarte aus dem Legoland, eine Abendeinladung zum belegten Smørrebrød, ein Lob für Königin Margrethe. Schön und gut. Aber das reicht nicht, liebe Dänen und Däninnen …
Brieffreundschaften sind aus der Mode gekommen
Heißt es nicht, wer schreibt, der bleibt? Die Briefkästen bleiben jedenfalls nicht mehr, werden einfach abgeschraubt, weil die Dänen zu wenig Briefe verschicken, der Liebsten lieber eine Textnachricht senden, der Oma nun via WhatsApp-Status Urlaubseindrücke übermitteln und Brieffreundschaften irgendwie aus der Mode gekommen sind.
Jedenfalls ist das Briefvolumen in Dänemark seit dem Jahr 2000 um mehr als 90 Prozent gesunken. Dafür werden jetzt deutlich mehr Pakete bestellt und auf deren zuverlässige Zustellung will sich nun die dänische PostNord konzentrieren. Liebe Däninnen und Dänen, da braucht man sich nicht zu wundern, dass man selbst schauen muss, wo der Brief bleibt. Bis Ende Dezember können die roten Briefkästen mit der Königskrone und dem goldenen Posthorn genutzt, letzte Briefe in alle Welt verschickt werden.
Die dänischen Briefkästen sollen ins Museum
Dann sollen sie ins Museum. Zurück bleiben Fragen. Was ist, wenn die Schreibfaulheit der Dänen ein Ende und das Briefschreiben eine Renaissance erfährt, ähnlich wie die Schallplatte? Verschicken die Dänen ihre Briefe dann päckchenweise? Werden sich die Brieftaubenzüchtervereine vor neuen Mitgliedern nicht mehr retten können? Und wenn wir den Däninnen und Dänen noch schreiben wollen, liefert dann die Schneckenpost?
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