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Landkreis Augsburg: Tierisches Video: Spaziergängerin begegnet Stauden-Känguru im Wald

Landkreis Augsburg

Tierisches Video: Spaziergängerin begegnet Stauden-Känguru im Wald

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    Das Tier saß auf einem Weg bei Mickhausen und glotzte. Die Spaziergängerin hielt die Begegnung mit ihrer Kamera fest. Woher das Känguru kommt, ist unklar. Kann es den Winter überhaupt überstehen?

Staudenkänguru Stauden-Känguru
    Das Tier saß auf einem Weg bei Mickhausen und glotzte. Die Spaziergängerin hielt die Begegnung mit ihrer Kamera fest. Woher das Känguru kommt, ist unklar. Kann es den Winter überhaupt überstehen? Staudenkänguru Stauden-Känguru Foto: Martina Schüller

    Martina Schüller traute ihren Augen nicht, als sie vor einigen Tagen im Wald bei Rielhofen bei Mickhausen eine unglaubliche Begegnung hatte: Während ihrer morgendlichen Spazierrunde stand plötzlich ein Känguru auf dem Forstweg. "Es passiert ja, dass das eine oder andere Tier mal über den Weg springt", sagt Schüller. Aber ein Känguru? Dann entstand das bislang schärfste Video von dem Känguru, das in den vergangenen Wochen mehrfach gesehen wurde.

    Martina Schüller hatte ihre Brille nicht dabei und musste deshalb genau hinschauen. Doch was vor ihr gemütlich saß, war ohne Zweifel das Stauden-Känguru. Etwa gefühlte fünf Minuten saß es da und glotzte die Spaziergängerin an. Und Martina Schüller schaute zurück. "Ich hatte das Gefühl, dass es keine Angst vor Menschen hat", erinnert sich Martina Schüller. Um die außergewöhnliche Begegnung festzuhalten, zog sie ihr Smartphone heraus und filmte das Tier.

    Vor drei Jahren büxte Känguru Knicksy vom Kaindlhof bei Scherstetten aus

    Nach wie vor ist unklar, woher das Tier kommt. Offenbar wird es nicht vermisst. Denn bei der zuständigen Polizei in Schwabmünchen ist noch keine entsprechende Anzeige eingegangen. Anders 2019: Damals war Känguru Knicksy ausgebüxt. Es stammte vom Kaindlhof in Erkhausen bei Scherstetten. Wochenlang wurde das Wallaby mit dem charakteristischen Knick im Schwanz gesucht, aber niemals gefunden.

    Doch welche Überlebenschance hat ein Känguru in den Stauden? Kann es über den dort oft schneereichen Winter kommen? Die Chancen stehen nicht schlecht, wie Robert Fitz von der Tierklinik in Gessertshausen erklärt. "Wenn wir keinen sibirischen Winter mit Minusgraden über mehrere Wochen erleben, kann das Känguru gut überleben", sagt er. Eine leichte Schneedecke mache dem Tier nichts aus. Wichtig sei, dass es täglich ausreichend Wasser und Futter findet.

    Kängurus sind Pflanzenfresser. Auf dem Speiseplan stehen Gräser, Kräuter und Blätter. In freier Wildbahn leben sie in Australien und auf vorgelagerten Inseln wie Tasmanien und Neuguinea. Es gibt mehr als 80 verschiedene Arten. Die kleineren Tiere werden etwa acht Jahre alt, die größeren können bis zu 16 Jahre alt werden.

    Tierarzt sagt: Stauden-Känguru ließe sich trotz Betäubung nicht einfangen

    Natürliche Feinde haben die hüpfenden Tiere hierzulande kaum. Füchse wagen sich nicht an die bis zu 20 Kilogramm schweren Männchen mit ihren scharfen Klauen. In welchem Radius sich das Känguru in den Stauden bewegt, lässt sich nicht genau sagen. Immerhin können die Tiere problemlos hundert Kilometer am Stück laufen. "Es kann heute in den Stauden und morgen schon im Landkreis Aichach-Friedberg unterwegs sein", sagt Fitz.

    Auch dürfte es schwierig werden, das Känguru einzufangen. Denn dafür wäre eine Betäubung mithilfe eines Gewehres notwendig, weiß Robert Fitz von der Tierklinik in Gessertshausen. Die Narkoseflüssigkeit sollte zielgenau im Oberschenkelmuskel des Tiers landen. "Ein solcher Treffer aus größerer Entfernung ist unmöglich", sagt Fitz.

    Als Experte für Zootiere hat er schon mehrere Kängurus behandelt. In freier Wildbahn ist ihm allerdings noch keines untergekommen. Er ist überzeugt, dass sich das Tier auch mit einem Treffer nicht einfangen ließe. "Durch den Schuss würde das Känguru erschrecken und panisch davonhüpfen", sagt Fitz. Die Narkose wirke nach zehn Minuten, bis dahin sei das Tier längst im Unterholz verschwunden und nicht mehr auffindbar.

    Staudi oder Staussi - Wie soll das Känguru heißen?

    Für unwahrscheinlich hält es der Experte auch, dass sich das Känguru in den Stauden fortpflanzt und eine Familie gründet. "Theoretisch ist es möglich, aber dafür bräuchte es einen Partner", sagt Fitz. Ein passender Name für den Nachwuchs wäre hingegen schnell gefunden. Denn die Geschichte vom Stauden-Känguru beschäftigt auch viele Leserinnen und Leser.

    Sie haben in den vergangenen Tagen immer wieder Vorschläge gemacht, wie das freilaufende Känguru in den Stauden heißen könnte. Thomas Burkart aus Wehringen würde es "Staudi" nennen. "Staussi", eine Mischung aus Stauden und dem eigentlichen Herkunftsland Australien, lautet der Vorschlag von Christoph Pöpperl aus Siegertshofen.

    "Korakäng" wäre eine weitere Wortschöpfung, die Pöpperl kreativ aus Konradshofen und Känguru zusammengebaut hat. Leonard Aumüller würde es "Papsy" nennen, seine große Schwester Melina "Mipsy". Die Mutter der Geschwister, Christine Zöpf-Aumüller, findet "Mick" gut - weil das Tier zuletzt bei Mickhausen gesichtet wurde.

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