"Bobingen ohne Hallenbad ist auch keine Lösung." So überschreibt die Bobinger SPD eine Pressemitteilung. Darin positioniert sich die Stadtratsfraktion klar. Bobingen solle nicht ohne Hallenbad dastehen. Gleichzeitig sehen die Genossinnen und Genossen die Debatten um die Sanierung des alten Hallenbades kritisch. "Man muss sich die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, eine hohe Summe in den Brandschutz des alten Hallenbades zu stecken", sagt Fraktionschef Edmund Mannes.
Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass für ein weiteres Betreiben des Bades der Brandschutz nachgebessert werden müsste. Zu den Kosten liegen momentan nur Schätzungen vor. Eine Summe von einer halben Million Euro steht im Raum. Diese Zahl ist allerdings nicht belastbar. Deshalb hatte der Stadtrat beschlossen, ein Gutachten in Auftrag zu geben, das eine verlässliche Zahl liefern soll. Allein dieses Gutachten wird die Stadt rund 25.000 Euro kosten. Doch bei der SPD bleibt man skeptisch. "Hohe Summen in die Sanierung zu stecken, erscheint nicht sinnvoll. Durch die alte Technik, die kaum noch zu reparieren ist, könnten jederzeit weitere hohe Investitionen dazukommen", sagt Mannes.
SPD will eine abgespeckte Hallenbad-Version bauen
Anstatt in eine marode Technik zu investieren, solle man sich lieber Gedanken machen, wie eine zukunftsfähige Lösung aussehen könne, so Mannes. Die angespannte Haushaltslage der Stadt mache zwar Investitionen schwierig, würde aber gleichzeitig solche von unabsehbarer Höhe in veraltete Technik verbieten. Denn schließlich könne niemand wissen, wie lange das alte Hallenbad nach der Sanierung noch betriebsbereit sein wird.
Dann hätte man das Geld "in den Sand" gesetzt, sagt der Bobinger SPD-Fraktionschef. Daher wäre eine Investition in einen Neubau aus seiner Sicht die bessere Lösung. Natürlich könne man sich in Bobingen keine "Luxustherme" leisten. Aber es gebe auch Möglichkeiten, ein vernünftiges Schwimmbad mit vergleichsweise überschaubaren Kosten zu bekommen.
Ist ein "Hollandbad" die Lösung für die Bobinger Probleme?
Bei der SPD denkt man dabei an die Errichtung eines sogenannten "Hollandbades". Das Besondere an diesen Bädern ist die modulare Bauweise. So kann das Bauwerk individuellen Wünschen angepasst werden. Es sind, je nach Bedarf und Geldbeutel, verschiedene Varianten möglich.
Durch den Einbau eines Hubbodens im Schwimmerbecken könnte auf gleichem Areal sowohl Platz für Schwimmer als auch Nichtschwimmer sein. Das mache den Bau eines zweiten Beckens unnötig. Was natürlich sichtbare Auswirkungen auf die Bau- und Betriebskosten habe. Auch bei den Abmessungen des Beckens, also der Beckenlänge und der Anzahl der Bahnen, bestehen Wahlmöglichkeiten. Der Bau einer solchen Anlage könne, je nach Anforderungen an Größe und Ausstattung, wesentlich günstiger sein, als die bisher prognostizierten Kosten für einen Badneubau. Erste derartige Anlagen gebe es bereits in Deutschland.