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Bürgerinitiative kämpft weiter gegen Burgwalder Windpark

Bobingen

Windräder im Wald? Bürgerinitiative legt neue Argumente gegen den Bau vor

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    Diese Plakate waren zuletzt in Bobingen zu sehen. Jetzt argumentiert die Bürgerinitiative „kein Windpark im Naturpark Westliche Wälder“ in einem neuen Flugblatt gegen die Umweltverträglichkeit von Windrädern.
    Diese Plakate waren zuletzt in Bobingen zu sehen. Jetzt argumentiert die Bürgerinitiative „kein Windpark im Naturpark Westliche Wälder“ in einem neuen Flugblatt gegen die Umweltverträglichkeit von Windrädern. Foto: Elmar Knöchel

    Bis zu zehn Windräder könnten im Wald rund um den Bobinger Ortsteil Burgwalden gebaut werden. Investor ist Waldeigentümer Erbgraf Fürst Fugger-Babenhausen. Wie viele Windräder tatsächlich kommen, ist noch nicht endgültig entschieden. Mit einem neuen Flugblatt macht derweil die Bürgerinitiative „Kein Windpark im Naturpark Westliche Wälder“ auf sich aufmerksam. Darin weisen die Initiatoren auf Faktoren hin, die gegen einen Bau von Windrädern im Wald sprechen könnten.

    Windräder sparen mehr Kohlendioxid als der Wald speichern könnte

    Laut der Initiative sei es unlogisch, den natürlichen CO₂-Speicher Wald für den Bau von Windenergieanlagen zu opfern. Gleichzeitig würden für ein Windrad große Flächen versiegelt, auch durch die Zubringer und Wartungswege, die im Wald angelegt werden müssten. Dem widerspricht die für das Projekt zuständige Energieagentur Ebersberg München. So würden für ein Windrad effektiv 0,3 Hektar Waldfläche gerodet werden. Diese müssten direkt an den Wald anschließend im Verhältnis 1:1 wieder aufgeforstet werden. Gleichzeitig würde laut Energieagentur die CO₂-Bilanz klar für das Windrad sprechen. Auf einer Waldfläche von 0,3 Hektar würden innerhalb von 20 Jahren rund 66 Tonnen CO₂ gebunden. Im gleichen Zeitraum läge bei einem Windrad mit einer Leistung von 3500 MW/h die CO₂-Einsparung bei rund 76.000 Tonnen.

    Die Gegner von Windkraft vor der eigenen Haustüre präsentieren ihre Argumente auch auf Plakaten.
    Die Gegner von Windkraft vor der eigenen Haustüre präsentieren ihre Argumente auch auf Plakaten. Foto: Elmar Knöchel

    Wer kommt für den Rückbau auf?

    Weiterhin geht die Initiative auf den angeblich unklaren Rückbau ein. So läge die Lebensdauer eines Windrades bei rund 20 bis 30 Jahren. Danach werden die Anlagen zurückgebaut und der Wiederverwertung zugeführt. Dafür werden vertraglich festgehaltene Rückstellungen von den Investoren gefordert, um die Finanzierung dieser Arbeiten durchzuführen. Die Initiative bemängelt, dass diese Rückstellungen eventuell zu gering sein und im Falle einer Insolvenz des Investors nicht ausreichen könnten.

    Ein weiteres Argument der Bürgerinitiative gegen die Windkraft sind die momentan noch unklaren Recycling-Möglichkeiten. Bei der Entsorgung von Windrädern fallen viel Beton, Stahl und weitere Metalle wie Kupfer und Aluminium an. Probleme bei der Wiederverwertung gibt es bei den Verbundkunststoffen, die für das Rotorgehäuse und die -blätter verwendet werden. Diese würden derzeit einer thermischen Verwertung zugeführt. Dazu heißt es auf der Homepage der Energieagentur, dass im Moment noch keine Verfahren für die Wiederverwertung der eingesetzten Verbundkunststoffe gibt. Das liege vor allem an dem bisher sehr geringen Materialaufkommen. Doch der Anfall solcher Materialien würde in den nächsten Jahren wachsen. Deshalb werde an dem Thema mit großem Einsatz geforscht. Man könne davon ausgehen, dass in einigen Jahren auch für dieses Problem Lösungen gefunden werden könnten.

    Was hat die Stadt Bobingen davon?

    Der Bobinger Stadtrat hatte im Jahr 2022 einstimmig für den Bau der Windräder im Wald rund um Burgwalden gestimmt. Im jüngsten Wahlkampf um das Bürgermeisteramt und den neuen Stadtrat hatte das Thema nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Während viele Burgwaldener vehement gegen den Bau der Windräder kämpfen, wird im restlichen Bobingen hauptsächlich die Frage diskutiert, wie eine mögliche Bürgerbeteiligung aussehen und in welcher Form die Stadt Bobingen an den zu erwartenden Einnahmen aus dem Windpark profitieren könnte.

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