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Bürgermeister Lorenz Müller wird Altbürgermeister und erhält besondere Ehrung

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Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller sagt zum Abschied leise Servus: 18 Jahre und noch mehr Meilensteine

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    Mehr Motorrad fahren will Schwabmünchens Altbürgermeister Lorenz Müller in Zukunft. Dieses spaßige Foto zeigte Josef Alletsee in der Stadthalle.
    Mehr Motorrad fahren will Schwabmünchens Altbürgermeister Lorenz Müller in Zukunft. Dieses spaßige Foto zeigte Josef Alletsee in der Stadthalle. Foto: Carmen Janzen

    Lorenz Müller wollte zum Abschied seiner Amtszeit als Schwabmünchens Bürgermeister eigentlich keine große Feier und auch keine Geschenke. Daraus wurde freilich nichts. An seinem letzten Tag als Bürgermeister gab es einen großen Abschiedsempfang in der Schwabmünchner Stadthalle. „Das braucht es doch nicht, aber schön ist es trotzdem“, sagte er gerührt. Die Gästeliste las sich famos. Mehr als 200 Persönlichkeiten waren geladen, darunter Vertreter aus Kirche, Wirtschaft, Vereinen und Politik, die Leitungen aller vier Schulen, der Landrat, ungezählte Bürgermeister aus den Nachbarkommunen, aktuelle und ehemalige Stadträte, die Chefs der Wertachkliniken und der Polizei sowie Schwabmünchens einziger Ehrenbürger, Altlandrat Dr. Karl Vogele, und viele mehr.

    Diese Projekte hat Bürgermeister Müller in Schwabmünchen verwirklicht

    Der Zweite Bürgermeister und gute Freund von Lorenz Müller, Josef Alletsee, sprach die ersten Abschieds- und Dankesworte. Er erwähnte die zahlreichen Projekte, die in Müllers Amtszeit Realität wurden. „Meilensteine seiner Regentschaft“, nannte er sie. Überhaupt fiel das Wort Meilensteine so oft, dass Alletsee damit den Vorplatz der Stadthalle hätte pflastern können, der gerade umgebaut wird. Unter anderem waren gemeint: der Bau des Hallenbades, die begonnene Sanierung des Alten Rathauses, der Bau und die Erweiterung mehrerer Kindertagesstätten sowie dem Waldkindergarten, der Kauf des Schorer-Grundstücks und die damit verbundene Neue Mitte, das Dorfgemeinschaftshaus Schwabegg und die Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten – um nur einige dieser Meilensteine zu nennen.

    Schließlich ernannte Alletsee Lorenz Müller sechs Stunden vor dem offiziellen Ende seiner Amtszeit zum Altbürgermeister. Der Stadtrat hatte vorab einstimmig diesen Beschluss gefasst. Das gibt es nicht oft, diese Ehre wird so manchen ehemaligen Bürgermeistern nie zuteil und anderen erst wesentlich später. Damit verbunden war Müllers Eintrag ins Goldene Buch der Stadt.

    Lorenz Müller wurde noch vor dem offiziellen Ende seiner Amtszeit zum Altbürgermeister ernannt und trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Flankiert von seinem Stellvertreter Josef Alletsee und Dritter Bürgermeisterin Margit Stapf.
    Lorenz Müller wurde noch vor dem offiziellen Ende seiner Amtszeit zum Altbürgermeister ernannt und trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein. Flankiert von seinem Stellvertreter Josef Alletsee und Dritter Bürgermeisterin Margit Stapf. Foto: Carmen Janzen

    Landrat Martin Sailer nannte ihn „Altbürgermeister i. L. in Lauerstellung“ und würdigte sein Engagement im ganzen Landkreis unter anderem erwähnte er die Unterstützung bei der Rekommunalisierung der Abfallverwertungsanlage und die Einigkeit darüber, dass die beiden Wertachkliniken zu einem Haus zusammengeführt werden sollen, um zukunftsfähig zu bleiben. „Wir haben zusammen viel auf den Weg gebracht“, so Sailer.

    Für den Personalrat und die Feuerwehren sprach Stefan Missenhardt lobende Worte. Müller wurde bereits vor Kurzem zum Ehren-Löschmeister ernannt. „Die Zusammenarbeit war stets angenehm, zielorientiert und verbindlich. Lorenz Müller hat ein enormes Pensum an Arbeit erledigt“, so Missenhardts in seiner Funktion als Personalrat.

    Elf Bürgermeister der Lech-Wertach-Kommunen standen zusammen auf der Bühne. Königsbrunns Bürgermeister Franz Feigl und Untermeitingens Bürgermeister, Simon Schropp, würdigten Müllers interkommunalen Einsatz im Begegnungsland. Schropp trug sogar ein Gedicht in Reimform vor. Für musikalische Unterhaltung sorgte ebenfalls ein Bürgermeister mit seiner Band: Andreas Scharf aus Graben mit dem „A n‘ D Sharp Quintett“.

    Elf Bürgermeister des Lech-Wertach-Begegnungslandes würdigten Lorenz Müller in der Stadthalle.
    Elf Bürgermeister des Lech-Wertach-Begegnungslandes würdigten Lorenz Müller in der Stadthalle. Foto: Britta Schaller

    Die abschließenden Worte sprach Lorenz Müller selbst: „Das ist das letzte Mal, dass ich in der Stadthalle das letzte Wort habe. Ich bin äußerst gerührt.“ Er dankte allen und jedem, insbesondere seiner Familie und seinen Freunden, und gab einen Einblick in seinen Werdegang. „Es war nie mein Berufsziel, Bürgermeister zu werden. Eigentlich wollte ich Jet-Pilot werden. Dafür war mein technisches Verständnis allerdings zu rudimentär“, erzählte er. Das Schwabmünchner Rathaus begegnete ihm dennoch früh im Leben. Als 17-Jähriger begann er dort den mittleren Dienst. Nach dem Regierungsanwärterdienst und dem Bayernkolleg studierte er schließlich Jura. Viele Jahre sei er mit großer Freude der Juristerei im Landratsamt und später in der eigenen Kanzlei nachgegangen.

    Eines Tages saßen Landrat und Bürgermeister im Wohnzimmer des Juristen

    Bis eines Tages im Herbst 2007 der damalige Landrat Karl Vogele und der damalige Schwabmünchner Bürgermeister Hans-Joachim Neumann in Müllers Wohnzimmer saßen, und ihn fragten, ob er sich vorstellen könne, Bürgermeister zu werden. „Meine erste Antwort war direkt nein“, sagte Müller auf der Bühne. Denn kommunalpolitisch war er damals ein unbeschriebenes Blatt. Er war noch nicht einmal Mitglied einer Partei. Es kostete Vogele damals viel Überzeugungsarbeit, um Müller dazu zu bewegen, doch anzutreten. Auf Anhieb gewann er 2008 die Wahl.

    Die letzten Stunden von Bürgermeister Lorenz Müller im Amt.
    Die letzten Stunden von Bürgermeister Lorenz Müller im Amt. Foto: Carmen Janzen

    Das war der Beginn einer großen Erfolgsgeschichte. Lorenz Müller war 18 Jahre lang Bürgermeister und damit länger als jeder seiner Vorgänger. Es war also ein historischer Abschied. Lorenz Müller will künftig mehr Zeit mit seiner Familie verbringen und verstärkt seinem Hobby, dem Motorradfahren, nachgehen. Ganz lässt ihn die Politik in Zukunft dennoch nicht los: Müller ist weiterhin Mitglied und Fraktionsvorsitzender der CSU im Kreistag.

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