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Handarbeiten stärken Gemeinschaft und bringen Entspannung im Herbst

Landkreis Augsburg

Handarbeiten liegen im Trend

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    Handarbeiten liegen im Trend.
    Handarbeiten liegen im Trend. Foto: Anja Fischer

    Wenn die Tage kürzer werden und kalte Winde ums Haus wehen, zieht es einen gern mit einer Handarbeit an den warmen Ofen. Das ist keineswegs unmodern, wie ein Blick in heutige Social Media Seiten zeigt: Auch dort wird „Selbermachen“ als neuer Trend gesehen. Trotzdem bleibt die Besinnung auf heimatliche Basteleien eher eine Sache für den Herbst: „Das war schon früher so“, weiß Edith Wildbrett vom Bobinger Heimatverein „d’Hochsträssler“. „Im Herbst und Winter nutzte man die Zeit in der Stube für Näharbeiten, spann Wolle, strickte oder stickte.“

    Selbermachen in geselliger Runde

    Gerne hockte man dabei in geselliger Runde zusammen. Das ist auch heute noch so in der Handarbeitsgruppe der Hochsträssler. Alle vierzehn Tage treffen sich vorwiegend Frauen in den Räumen im Unteren Schlösschen in Bobingen, bringen ihre Bastel-, Näh- oder Strickarbeit mit und ratschen, während die Hände geschäftig ihrem Werk nachgehen. Man tauscht sich aus über die aktuellen Sonderangebote bei der Wolle, gibt Tipps, wo dieses oder jenes Garn zu kaufen ist. Und natürlich Ratschläge für die Handarbeit, wenn deren Bastlerin nicht mehr weiterweiß.

    Gerne sind die Frauen auch bereit, einer anderen oder Neulingen in der Gruppe ihr Bastelwissen weiterzugeben. Sie zeigen, wie tolle Sterne aus Perlenfädelarbeiten entstehen, Klosterarbeiten, Patchworkdecken oder gestickte Haussegen. Und weil jede der Frauen etwas anderes besonders gut kann, hat die Gruppe ein enormes Wissen, wenn es um alle Arten von Handarbeiten geht.

    Edith Wildbrett weiß, wo die Ursprünge der Handarbeitsgruppe liegen: „Zur 1000-Jahr-Feier von Bobingen 1994 haben wir die historische Kleidung selbst genäht und Regina-Hauben gefertigt. Für diese gab es eine eigene Bastelgruppe und daraus hat sich dann die Handarbeitsgruppe entwickelt.“

    Weil das Handarbeiten in Gemeinschaft eben viel mehr Spaß macht. Und während die Hände fleißig sind, kann man sich gemütlich über dieses und jenes austauschen. Es geht eigentlich recht lustig zu, in der kleinen Stube im ersten Stock. Nicht immer arbeiten die Frauen an unterschiedlichen Dingen. „Manchmal basteln wir auch alle gemeinsam eine bestimmte Arbeit“, erzählt Edith Wildbrett. In zwei Wochen ist es wieder soweit. Corinna Kammerer, die erste Vorsitzende der Hochsträssler bringt dann Bastelmaterial für Sterne mit. Daran kann sich jeder versuchen.

    Handwerkliches Können wird erhalten

    Fragt man die Frauen, was am Handarbeiten so toll ist, sind die Antworten vielseitig: Als tollen Ausgleich oder gar Entspannung sehen es einige, andere lernen gerne von den verschiedenen Gruppenmitgliedern. Alle schätzen die Gemeinschaft in der Gruppe und sehen in den fertigen Bastelarbeiten schöne Geschenke für Freunde und Bekannte. Und für manche ist es gar eine Art Beschäftigungstherapie, mit der sich die Zeit sinnvoll gestalten lässt. „Und hier in der Gruppe ist es zudem ein Erhalt von handwerklichem Können wie beim Klöppeln, bei den Perlenfädelarbeiten oder beim Sticken“, sagt Edith Wildbrett.

    Wer ganz frisch mit einer Handarbeit anfangen möchte, dem raten die erfahrenen Frauen zu einer Arbeit, mit der man schnell Erfolge sieht. Einfache Strick- oder Häkelarbeiten beispielsweise oder Papierbasteleien. Wenn das funktioniert, kann man sich schnell an schwierigere Sachen wagen. Der Vorteil an der Gruppe: Hier kann man jederzeit um Rat fragen, wenn man sich bei einer Sache nicht so auskennt.

    Ihre Leidenschaft für die Beschäftigung mit Nadel, Faden und sonstigem Allerlei haben die Frauen meist schon seit ihrer Kindheit. Der Handarbeitsunterricht in der Schule, die tollen selbstgemachten Geschenke von der Patentante oder die Erinnerung daran, dass die Mutter einem das Stricken von Socken beibrachte – alles das sind Dinge, die damals den Grundstein für die Leidenschaft Handarbeit legten. Wer nun selbst Lust auf Handarbeit bekommen hat, der kann nicht nur bei den örtlichen Volkshochschulen fündig werden. Gerne kann man über die Homepage Kontakt mit dem Heimatverein aufnehmen und bei der Handarbeitsgruppe vorbeischauen.

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